Ressort
Du befindest dich hier:

Mut und Engagement: Überleben im Irak

Die Politikerin Rajaa Al-Khuzai, 60, ist eine der starken Frauen im Irak. Sie kämpft gegen die Gewalt und setzt sich für die Rechte der Frauen ein. Ein Gespräch.


Mut und Engagement: Überleben im Irak
© Froese

Wir waren, nachdem Diktator Hussein vor drei Jahren gestürzt wurde, so voller Hoffnung, dass nun endlich alles besser werden wird“, sagt Rajaa Al-Khuzai, 60, eine der mutigen, starken irakischen Frauen. Sie war nach ihrem Studium der Frauenheilkunde in England vor über dreißig Jahren wieder in den Irak zurückgekehrt und hatte als erste Frau in ihrer Heimatstadt ordiniert. „Aber das Leben, das wir jetzt führen, ist sehr schwer. Zwar können wir endlich gefahrlos alles aussprechen, was wir uns denken, aber es herrscht noch immer schreckliches Chaos und grauenhafte Gewalt in unserem Land. Und“, so Al-Khuzai, die 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert war und vor kurzem von „Frauen ohne Grenzen“ zu einer Veranstaltung in Wien eingeladen wurde, weiter, „es wird jeden Tag schlimmer.“

Mit WOMAN sprach die siebenfache Mutter, Parlamentarierin der irakischen Übergangsregierung, Ärztin und Frauenrechtsaktivistin während eines Kurzbesuchs in Wien über ihren Alltag in einem Land, das derzeit als das gefährlichste der Welt gilt.

Woman: Wovor fürchten Sie sich am meisten?
Al-Khuzai: Wie jede Mutter habe ich Angst, dass meinen Kindern etwas passieren könnte. Wenn man morgens aus dem Haus geht, weiß man nicht, ob man abends wieder heimkommt. Daran hat man sich schon fast gewöhnt. In beinahe jeder Familie trauert man um einen Verwandten, der auf offener Straße umgebracht wurde oder bei einem der vielen Bombenanschläge oder Attentate getötet wurde. Es ist wirklich sehr gefährlich geworden. Vor allem für Frauen. Viele Menschen verlassen ihr Haus nicht, weil sie Angst um ihr Leben haben. Und man versucht sich halt so gut wie möglich zu schützen, indem man die besonders gefährlichen Orte schlichtweg meidet.

Das ganze Gespräch lesen Sie im neuen WOMAN