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Niemals die Hoffnung verlieren!

Bewegende Fotografien: Das Projekt "Mut zur Zukunft" von Verena Zeitlberger soll allen Eltern von Frühchen und Babys mit Fehlbildungen Kraft und Hoffnung schenken. Wir haben mit der Fotografin und Mutter gesprochen.

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Mut zur Zukunft - Frühchen Fotoprojekt

Verena Zeitlberger und ihre Tochter Johanna im Krankenhaus

© Verena Zeitlberger alias ZStyle Photography

Eigentlich rechnete Verena Zeitlberger und ihr Mann mit einer normalen Geburt ihrer Tochter Johanna, doch dann kam alles anders. Ihr Baby kam 4 Wochen zu früh auf die Welt und hatte zudem eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre. Die Familie und ihr Baby mussten insgesamt 8 Monate im Krankenhaus verbringen. Für die Eltern bedeutete dies eine harte Zeit des Hoffens, in der sie ihr Baby an Schläuche und Kabel angeschlossen alleine im Krankenhaus lassen mussten. Johanna hat alle OPs gut überstanden und wächst heute zu einem gesunden Mädchen heran. Um allen Eltern und Angehörigen von Frühchen und Babys mit Fehlbildungen Hoffnung und Mut zu machen, startete Verena Zeitlberger ein Projekt. Mit "Mut zur Zukunft" zeigt sie anhand von Fotografien, dass alles wieder gut werden kann - so aussichtslos manche Situationen auch erscheinen mögen. Wir haben mit der Fotografin über die Wichtigkeit solcher Bilder gesprochen.

WOMAN: Was hat dich dazu veranlasst das Fotoprojekt "Mut zur Zukunft" zu starten?
Verena: Unsere Tochter war auch ein Frühchen und es gab dann auch noch andere Komplikationen. Insgesamt haben mein Mann und ich mit der Kleinen 8 Monate im Krankenhaus verbracht und mussten sie dann auch alleine lassen. Es ist unvorstellbar für Außenstehende welche Ängste und Sorgen man hat, wenn man sein Baby an vielen Schläuchen und Kabeln angehängt sehen zu muss, mehrmals stundenlang vor dem OP Saal wartet und es keinen Alltag gibt. In der ganzen Zeit, kann man sich nicht vorstellen, wie es in der Zukunft sein wird, welche "bleibenden Risiken" sich bestätigen werden oder nicht.

Mut zur Zukunft - Frühchen Fotoprojekt


WOMAN: Wer sind die Kinder, die auf deinen Fotografien zu sehen sind?
Verena: Einige von den Kindern sind viel zu früh zur Welt gekommen und wogen kaum 1kg, andere hatten angeborene Krankheiten, die schon in den ersten Lebenstagen operiert und/oder behandelt werden mussten. Allesamt hatten einen wahnsinnig schweren Start ins Leben und mussten schon sehr früh beweisen, welch großer Kampfgeist und Lebenswillen in ihnen steckt. Das Schönste aber an diesen Kindern ist, dass es ihnen gut geht, sie sich eines glücklichen Lebens erfreuen und wie alle anderen Kinder aufwachsen und sich entwickeln dürfen.

WOMAN: Warum der Titel "Mut zur Zukunft"?
Verena: Ich habe lange über den Titel nachgedacht - "Mut zur Zukunft" ging mir aus dem Kopf, denn das damit beschreibt man gut, worum es geht. In der Zeit des Hoffens, Bangens, Sorgens, Lachens und Weinens, fehlte mir immer eines: MUT! Ich hatte Angst vor der Zukunft, fragte mich, ob es meine Tochter gut geht, ob sie sich normal entwickeln würde. Mit dem Projekt möchte ich Eltern Mut machen, fest daran zu glauben, dass alles gut wird!

Natürlich gibt es leider Familien, die weniger Glück hatten als wir, all jenen gilt meine größte Hochachtung.

WOMAN: Auf den Bilder sind jeweils ein Kind und ein zweites Schwarz/Weiß-Foto zu sehen. Erkläre, was hier zu sehen ist.
Verena: Die Idee war, das Kind mit einem Schwarz/Weiß-Bild von ihm selbst aus dieser schweren ersten Zeit zu fotografieren um zu verdeutlichen: wie tragisch das "Bild" anfangs auch sein mag, alles kann gut werden, auch wenn man leider viel Geduld dazu braucht.

Mut zur Zukunft - Frühchen Fotoprojekt


Mut zur Zukunft - Frühchen Fotoprojekt


WOMAN: Auf deinem Blog findet man zu jedem Foto auch einen Text, der die Kinder beschreibt. Von wem kommen diese Zeilen?
Verena: Ich habe ein paar Kinder nochmal extra hervorgehoben, wessen Eltern so lieb waren und mir dazu ein paar sehr intime und ehrliche Worte dazu geschrieben haben, die ich veröffentlichen durfte.
Mir war es wichtig, dass es ganz ehrliche, aufrichtige Zeilen sind, die diese Zeit kurz beschreiben, auch wenn das nahezu unmöglich ist.
Es sollte für "Gleichgesinnte" ein kleiner "Trost" oder vielleicht ein Strohhalm sein, an den man sich ein wenig halten kann, wenn man noch mitten im Hoffen steckt, es sollte für Außenstehende/Verwandte/Bekannte ein kleiner Einblick sein, um zu verstehen, dass man in dieser Zeit schwach und vor allem egoistisch sein darf, sich nicht immer erklären muss, nicht ständig Bericht zu erstatten hat, wenn man einfach schon müde davon ist, denn wichtig in dieser Ausnahmesituation ist nur eines: das Leben des Kindes.

Mut zur Zukunft


WOMAN: An wen wendest du dich mit diesem Projekt?
Verena: Vorrangig möchte ich Eltern Mut und Hoffnung machen, die einen solchen Weg vor sich haben oder ihn bereits gehen. Es würde mich aber sehr freuen, wenn das Projekt auch andere Menschen anspricht und ich folgend auch der Kinderklinik damit meinen Dank aussprechen und damit ein bisschen "was zurückgeben" kann.

Mut zur Zukunft - Frühchen Fotoprojekt


Alle Informationen und weitere Fotografien inklusive einer kleinen Geschichte zu jedem Bild findet ihr auf der Seite der Fotografin unter: www.zstyle.at

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