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Mutter pumpte Milch während Halbmarathon

Das Foto einer jungen Mutter erlangte Internet-Berühmtheit, weil es vielen Frauen rund um den Globus Mut zum Stillen in der Öffentlichkeit macht.

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Mutter pumpte Milch während Halbmarathon
© istockphoto.com

Anna Young hat sich schon sehr lange gewünscht, bei einem Halbmarathon mitzulaufen. Die ganze High School Zeit lang und auch danach trainierte sie viel um sich den Traum zu erfüllen. Dann kam eine sehr häufige Verletzung bei Läufern dazwischen: Das Ilio-Tibiales Bandsyndrom, auch Läuferknie genannt. Trotzdem schrieb sie sich für den übernächsten REVEL Big Cottonwood Half Marathon in Salt Lake City ein. Als sie dann kurz darauf schwanger wurde, blieb sie bei ihrem Entschluss.

Und so kam es dann dazu, dass die junge Mutter während dem Cottonwood Halbmarathon Muttermilch abpumpte und dabei von einem Fotografen geknipst wurde. Wie es heutzutage immer wieder passiert, dachte sich auch Young, dass sie mehr aus dem Foto machen könnte, als es in ihre Familienalbum zu kleben. Sie postete es auf die Facebook-Seite von "Occupy Breastfeeding", einer Organisation mit dem Ziel, das Stillen in der Öffentlichkeit als Recht aller Mütter zu etablieren. "Ich stillte meine Tochter, bevor ich das Haus verließ, pumpte (Milch) nachdem ich acht Meilen gelaufen war und stillte sie wieder, nachdem ich es über die Zielgerade geschafft hatte.", schrieb Young in ihrem Post über den Tag des Rennens.

Schon an dieser kurzen Beschreibung merkt man, dass das Füttern eines Säuglings eine zeitintensive Geschichte ist. Laut einem Video des Mediums ATTN: über die Probleme von Frauen, die in der Öffentlichkeit stillen wollen, muss ein Baby acht bis 12 Mal am Tag gefüttert werden. Im selben Video wird auch angesprochen, dass Mütter rund um den Globus dafür einstehen, sich das Stillen wo sie wollen und wann sie wollen, zurückzuerobern. Deswegen ist auch der Post von Anna Young so wichtig für diese Bewegung: Sie zeigt, dass eine Frau nicht ihre persönlichen Wünsche aufgeben muss, nur weil sie ein Kind geboren hat.

Natürlich ist Young kein Einzelfall, aber heutzutage scheint es so zu sein, dass auch solche kleinen Steine, das Domino-Day-Feld des Lebens ins Wanken bringen. Und vor allem aus Amerika werden viele Fälle in den Medien veröffentlicht, wo stillende Mütter von fremden Männern und Frauen öffentlich belästigt und beschimpft werden. Da wäre etwa der Fall von Jessa Maher aus Connecticut, die in einem Kaufhaus fürs Stillen angeschrien wurde.

Oder die Sache in einem „Anthropologie“ in Los Angeles, wo eine Mutter in das Bad "eskortiert" wurde, um dort ihr Kind fertig zu stillen. Und es hört auch bei Celebrities nicht auf: Charmed-Star Alyssa Milano erfuhr viel Internetkritik, weil sie Fotos vom Stillen postete.

Man fragt sich, was das Problem hinter der Empörung sein könnte. Es ist ja nicht so, als hätten die Kardashians das Stillen als Trend-Handlung vor sechs Jahren erfunden, was dann alle anderen kopflos nachgemacht hätten. Muttermilch ist nun einmal die Nahrung von Säuglingen und kommt halt aus den Brüsten einer Frau, da gibt es biologisch nichts dran zu rütteln. In unserer hochsexualisierten Gesellschaft hat der Busen aber einen erotischen Wert dazubekommen.

Und manche Menschen können die sexuelle Wesensart einer Brust nicht von deren naturgegebenen und völlig unsexuellen Funktion trennen und reagieren deshalb so negativ aufs Stillen. Aber nur weil es eine Erklärung für manche der Nörgler gibt, heißt es nicht, dass sie das Recht haben, sich ins Leben von Müttern einzumischen. Es ist nämlich so: Die meisten von uns sind über kurz oder lang gestillt worden. Würde man sich also rückwirkend wünschen, dass die eigene Mama beim Füttern in der Öffentlichkeit von einer fremden Person belästigt wird? Eher nicht.

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