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Experten-Talk: Muttermale selbst kontrollieren!

Schon wieder ein neues Muttermal? Kein Grund zur Panik. Und trotzdem: Muttermalkontrollen sind lebenswichtig. Die Expertin zeigt wie man Risiko-Muttermale erkennt.

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Muttermale selbst kontrollieren

Einmal jährlich sollte man beim Hautarzt seine Muttermale kontrollieren lassen!

© Thinkstock. Pic by Dean Bertoncelj

Im Laufe unseres Lebens kommen einige Muttermale dazu, manche vergrößern sich und andere verändern sogar ihre Farbe. Kann harmlos sein. Und trotzdem: Regelmäßige Selbstkontrolle und die professionelle Kontrolle der Muttermale beim Hautarzt sind oft lebenswichtig! Unsere Expertin Univ. Prof. Dr. Tamara Kopp von Medical Center Juvenis in Wien erklärt wie man "Risiko-Muttermale" durch regelmäßige Selbstkontrolle erkennt.

WOMAN: Als Kind hatte ich niemals so viele Muttermale wie jetzt. Insgesamt hat sich die Anzahl in den letzten 5-10 Jahren sicher verdoppelt. Woran liegt das? Und gehöre ich deswegen zur Risikogruppe für Hautkrebs?
Dr. Kopp: Die Anlage für Muttermale ist bereits in der Haut vorhanden und genetisch veranlagt, es gibt aber Faktoren (Heller Hauttyp, Sonnenbrände, UV-Strahlen) die bewirken, dass sich Muttermale ausbilden. Daher haben Babys meist keine Muttermale und erst im Laufe des Lebens tauchen die braunen Flecken am Körper auf. Es ist kein Grund zur Besorgnis, dass mit jedem Jahr ein paar mehr Muttermale dazu kommen. Wobei man sagen muss, dass nicht jeder braune Fleck, der zwar aussieht wie ein Muttermal, auch eines ist. Viele Patienten kommen zu mir in die Praxis und sagen: "Hier habe ich schon wieder ein neues Muttermal. " Dabei handelt es sich z.B. um seborrhoische Keratosen, das sind die häufigsten gutartigen Hauttumore, die sich auch vergrößern können.

»Jede Veränderung der Form und Farbe eines bereits vorhandenen Muttermals sollte durch die Bestimmung der ABCD-Regel untersucht werden.«

WOMAN: Wie unterscheidet sich ein harmloses Muttermal von einem gefährlichen Melanom?
Prof. Dr. Kopp: Es gibt bestimmte Alarmzeichen, die auf ein Melanom (Hautkrebs) hindeuten. Jede Veränderung der Form und Farbe eines bereits vorhandenen Muttermals sollte durch die Bestimmung der ABCD-Regel untersucht werden. Hinweis: Alles was rasch wächst und juckt kann ein Alarmzeichen sein!

Muttermale kontrollieren - bösartiges Muttermal - normales Muttermal
Anhand der ABCD-Regel kannst du deine Muttermale selbst kontrollieren.
»Melanome müssen nicht unbedingt an sonnenexponierten Regionen auftreten - also jene Körperstellen, die häufig Sonnenstrahlen ausgesetzt sind.«

WOMAN: Welche Körperstellen sollte man besonders gut beobachten?
Prof. Dr. Kopp: Naja, grundsätzlich kann ein Melanom an jeder Körperstelle auftreten. Aber es gibt Statistik die zeigen, dass Melanome bei Männern am häufigsten am Rücken auftauchen und bei Frauen an den Unterschenkeln. Melanome müssen nicht unbedingt an sonnenexponierten Regionen auftreten - also jene Körperstellen, die häufig Sonnenstrahlen ausgesetzt sind. Es gibt z.B. auch Melanome, die auf Schleimhäuten auftreten oder im inneren Bereich des Auges - was nur der Augenarzt erkennen kann.

WOMAN: Wann sollte man den Hautarzt aufsuchen?
Prof. Dr. Kopp: Prinzipiell wird die jährliche Haut-Vorsorge beim Hautarzt empfohlen und auch von der Krankenkasse übernommen. Wenn sich ein Muttermal verändert (rasch wächst), wenn es juckt und wenn es nach der ABCD-Regel Alarmzeichen aufweist, sollte man unbedingt den Hautarzt aufsuchen. Und auch wenn bereits in der Familie Fälle von Hautkrebs aufgetreten sind.

WOMAN: Muss es dann gleich entfernt werden?
Prof. Dr. Kopp: Wenn es sich um ein Melanom handelt muss es auf jeden Fall entfernt werden. Wenn es sich um ein Muttermal handelt, bei dem man nicht ganz sicher sagen kann, ob ein Risiko besteht, kann man es aufnehmen und nach drei Monaten noch einmal untersuchen, um zu beobachten, ob es sich verändert hat (Wachstum, Veränderung im Pigmentnetz, Farbe). Dies wäre dann auch ein Grund das Muttermal zu entfernen.

WOMAN: Mit welcher Methode beobachten Sie die Muttermale in Ihrer Praxis?
Prof. Dr. Kopp: Wir arbeiten mit einem Photofinder . Das ist ein Gerät, das digitale Bilder von Muttermalen in wirklich detaillierter und großer Auflösung aufnehmen kann. So ist es für uns möglich das Muttermal genau zu betrachten und auch Veränderungen zu beobachten. Außerdem haben wir eine Software, die das aufgenommene Muttermal scannt und algorithmisch errechnet wie gefährlich das Muttermal ist.
Wer also schon länger als ein Jahr nicht mehr beim Hautarzt war, dem empfehle ich eine Vorsorge-Untersuchung.

Unsere Expertin: Univ. Prof. Dr. Tamara Kopp ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei Juvenis Wien - dem Center für ganzheitliche Schönheit und Gesundheit.

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Weitere Infos zum Thema Hautkrebs-Früherkennung erfährst du auf der Website von Juvenis Medical Center Wien.