Ressort
Du befindest dich hier:

Mutterschaft: Wechselbad der Gefühle

Mutterschaft: Das ist der Taumel vom großen Glück an den Rande des Nervenzusammenbruchs. Wie man die erste Zeit mit Kind meistert.


Mutterschaft: Wechselbad der Gefühle
© guillaume-d2 Pixabay CCO Public Domain

Das Leben als Mutter ist vom ständigen Wechsel der Gefühle geprägt. Mal meint die Mutter vor Glück dahin zu schmelzen und in anderen Momenten bringt sie der kleine Zwerg, der so stark von ihr abhängt, an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.

Das fängt schon nach der Geburt an. Jeder erwartet, dass die Mutter das pure Glück ausstrahlt und einfach nur zufrieden ist. Es gibt sie auch, die großen Glücksmomente. Das erste Mal, wenn die Eltern den Nachwuchs sehen und sie nicht glauben können, dass so etwas Vollkommenes innerhalb von neun Monaten herangewachsen ist. Der Moment, wenn das kleine Menschlein nach einer Mahlzeit ruhig und zufrieden in den Schlaf gleitet. Und ein ganz besonderes Ereignis im Leben der frischgebackenen Mütter und Väter ist das erste bewusste Lächeln des Babys.

Und dann brechen sie über die Eltern herein. Die Tage, in denen das kleine Würmchen nicht aufhören will zu schreien. Jeder hat einen anderen guten Tipp, der helfen soll, dass sich das Kind beruhigt und endlich ausgeglichen ist. Bei dem einen Baby hilft das stetige Geräusch von Fön oder Staubsauger, berichtet dieser Artikel. Bei anderen kann nur der Schnuller oder Mamas Brust das Geschrei vertreiben. Schaukelnde Bewegungen im Tragetuch oder einer Wippe können auch wahre Wunder wirken. Und bei vielen Babys hilft nur eine Kombination dieser drei Komponenten.

So läuft manche Mutter mit dem Kind im Arm Furchen in die Teppiche zu Hause während der Staubsauger oder manchmal sogar die Dunstabzugshaube auf vollen Touren laufen. Andere wiederrum unternehmen kilometerweite Spaziergänge, weil der Nachwuchs nicht mehr schläft. Manche Familien brechen gar zu nächtlichen Autofahrten auf, weil der Nachwuchs erst auf der Autobahn bei 120km/h zur Ruhe kommt. Bei manchen Extremfällen helfen auch nur noch viel Geduld und gute Ohrstöpsel, damit der Nachwuchs liebevoll durch diese schwierige Phase begleitet werden kann.

Sind die ersten Monate überstanden lernen die Kleinen rasch dazu und die Mutter kann sich mit ihrem Nachwuchs über jede neue geschaffte Hürde freuen. Sobald sich das Baby drehen kann, hat es eine erste Fähigkeit erworben, mit der es sich selbständig in verschiedene Lagen bringen kann, was die Zufriedenheit meist deutlich erhöht. Und jeder Mutter geht das Herz auf, wenn sie sieht, wie glücklich ein Baby ist, wenn es eine neu erworbene Fähigkeit ausprobieren kann. Das geht auch weiter, wenn das Kind sich zum ersten Mal selber hinsetzen kann. Und wenn dann noch die Fähigkeit zu Krabbeln hinzukommt, können ganz neue Horizonte entdeckt werden.

Bis diese Fähigkeiten aber richtig funktionieren muss das Kind auch lernen damit umzugehen, wenn etwas nicht beim ersten Anlauf gelingt. Das frustrierte Geheul stellt auch die Geduld der Mutter wieder ganz neu auf die Probe. Da dreht der kleine Wurm sich auf den Bauch und bricht augenblicklich in Geschrei aus, weil er eigentlich doch lieber auf dem Rücken liegen würde. Die liebevolle Mutter eilt natürlich sofort herbei um dem Nachwuchs beim Erreichen der bevorzugten Position beizustehen. Aber kaum ist die Ruhe wieder hergestellt und sie dreht sich vom Kind weg um die unterbrochene Tätigkeit fortzusetzen, dreht sich dieses schon wieder auf den Bauch und das Spiel geht von vorne los. Und spätestens beim hundertsten Mal würde die Mutter am liebsten direkt die Koffer packen und auswandern.

Die neuen Horizonte, die durch die gesteigerte Fortbewegung entdeckt wurden, sorgen beim Kind für grenzenlose Entzückung. Es gibt so viele spannende Dinge zu entdecken. Die Mutter jedoch schwankt zwischen der Freude über den grenzenlosen Stolz, der sich beim Baby zeigt und der Befürchtung, dass das gute Geschirr und die Vase, die ein Hochzeitsgeschenk war, bald in Trümmern auf dem Boden liegen. Und dann wird hastig alles Zerbrechliche auf eine Höhe verfrachtet, die die kleinen Arme nicht mehr erreichen können. Das unzerbrechliche Plastikgeschirr eignet sich dagegen hervorragend dazu, vom Kind immer wieder ausgeräumt zu werden. Das Zurückräumen seitens der Mutter zieht den kleinen Menschen natürlich magnetisch an. Und bald schon ist die ehemalige Ordnung im Schrank passé, weil die Nerven der Eltern nur zum schnellen Reinschieben der herausgezogenen Teile reichen.

Auch nach dem ersten Geburtstag, wenn das Kleinkindalter anbricht, warten neue Eigenheiten und Fähigkeiten des Kindes auf die Eltern, die sie zwischen Wahnsinn und Glück schwanken lassen. So wird in einem Blogbeitrag von myToys berichtet, dass das Kind mehr trödelt oder auch länger wach bleiben will. Beim Wickeln und Anziehen können die Kleinen sich schon mal in eine Schlange oder einen Oktopus verwandeln. Kaum ist die Windel auf, dreht sich der Nachwuchs auf den Bauch und der Windelinhalt verteilt sich auf dem Kind und der Wickelauflage. Ist dann endlich alles sauber und es soll schnell noch etwas Salbe aufgetragen werden, schreit das Kleine plötzlich wie am Spieß. Da kann jede Mutter schon mal an sich zweifeln.

Beim Anziehen geht es dann weiter. Manchmal möchte das Kind partout nichts über den Kopf gezogen bekommen. Ein anderes Mal löst der blaue Pullover, der bisher abgöttisch geliebt wurde, einen Wutanfall aus. Und manches Kind springt zwischen den einzelnen Kleidungsstücken auf und rennt erstmal aus der Reichweite der Mutter. Kann das Kind selbstständig etwas anziehen, bringt das meist auch nur bedingt Entspannung. Vieles geht den Erwachsenen schneller von der Hand, aber das Kind quittiert jeden Versuch zu helfen mit Ärger. Da hilft es meist nur, dem Kind Wahlmöglichkeiten zu lassen, Geduld zu bewahren und im schlimmsten Fall noch ein anderes Kleidungsstück einzupacken, wenn zum Beispiel die bevorzugte Jacke einfach nicht zur Jahreszeit passt.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .