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Myome: Neue Therapie

Neue Therapie: Wenn Myome Schmerzen und Hormone. Ein neuer Wirkstoff in Tablettenform hilft viel schonender.


Myome: Neue Therapie
© Corbis Images

"Starke Schmerzen bei der Regel und heftige Blutungen waren für mich ganz normal, das hatten alle Frauen der Familie", erzählt Karin. Doch als die Schmerzmittel irgendwann nicht mehr wirkten und sie einmal aufgrund des Blutverlusts sogar in Ohnmacht fiel, bekam es die 31-Jährige mit der Angst zu tun. Myome in der Gebärmutter, lautete die ärztliche Diagnose. Therapievorschlag: Hormone, die einen Wechsel vortäuschen, heftige Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme inklusive, oder eine Gebärmutterentfernung. Keine Lösung für die junge Frau mit Kinderwunsch. Ihr Glück: Gerade rechtzeitig kam ein neues Medikament auf den Markt. Der neue Wirkstoff verhindert die Versorgung des Myoms mit dem Hormon Progesteron, es kann nicht mehr wachsen und verkleinert sich sogar. Die Blutungen hören innerhalb weniger Tage auf, Nebenwirkungen sind praktisch keine vorhanden. Erste Studien zeigen außerdem: Nach Ende der dreimonatigen Tablettenkur beginnen die Wucherungen nicht erneut zu wachsen.

Knoten. "Warum genau Myome entstehen, weiß man nicht", erklärt die Gynäkologin Dr. Sigrid Schmidl-Amann (schmidl-amann.at). "Nur so viel: Sie sind hormonabhängig (nach dem Wechsel wachsen sie nicht mehr), und es gibt eine familiäre Vorbelastung." Ein Myom ist an sich kein Grund zur Sorge, die Muskelfaserknoten sind praktisch immer gutartig und damit ungefährlich. Problematisch können sie durch ihre Lage werden. An der Außenseite des Uterus wird ein Gewächs oft nicht einmal bemerkt. Schon ein kleiner Knoten in der Gebärmutter kann hingegen für Schmerzen und Blutungen sorgen bzw. sogar eine Schwangerschaft verhindern.

Neue Hoffnung. Die bisher gängigen Therapien bieten für viele Frauen keine Lösung. Durch das neue Medikament ist eine Operation nicht mehr nötig bzw. kann der Eingriff nach Verkleinerung des Myoms gebärmuttererhaltend durchgeführt werden.

Weiblichkeit. Ganz wichtig auch für Daniela. "Für mich ist die Gebärmutter ein Teil meiner Weiblichkeit, den will ich nie hergeben. Außerdem möchte ich noch ein Kind", erzählt die 35-Jährige. Sie hatte zwar immer schon Myome, diese waren aber nie problematisch, auch nicht in der Schwangerschaft mit ihrer Tochter. Als ihr Uterus im Mai 2012 durch die Gewächse auf einmal massiv vergrößert war, hätte man bis vor kurzem noch operieren müssen. Nun steht, nach dreimonatiger Tabletten-Einnahme, einer weiteren Schwangerschaft nichts im Wege …

Pia Kruckenhauser