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Bewusst shoppen leicht gemacht

Wer einkauft, hat die Macht! Mit jeder Konsum-Entscheidung können wir uns gegen Chemie und für faire Produktion entscheiden. Das muss auch gar nicht teurer sein. Bei diesen Produkten macht es wirklich Sinn, umzusteigen.

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Bewusst shoppen leicht gemacht
© istockphoto.com

Der Gedanke, grün zu shoppen, gefällt vielen. Doch oft ist es uns zu mühsam, wir denken, es kostet zu viel, oder glauben, die Qualität sei nicht so gut. Dabei ist bewusst einkaufen gar nicht schwer und muss auch nicht mehr kosten. Wir zeigen dir Produkte des täglichen Bedarfs, bei denen es wirklich Sinn macht, auf eine nachhaltige Variante umzusteigen, erklären die Vorteile für Gesundheit und Umwelt. Und vergiss nicht: Mit jeder Kaufentscheidung hast du die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen: "Wir sind Kunden und damit sehr mächtig. Denn mit jedem Einkauf verdient ein Konzern Geld an uns", betont Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace. "Jedes Mal, wenn wir zu einem fairen oder ökologischen Produkt greifen statt zu einem konventionellen, bedeutet das für den Konzern, grüne Philosophie und Produktion sind wichtig. Das macht auf Dauer einen großen Unterschied!"

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Haselnusscreme
Ohne Palmöl. Manche sind nur ein halber Mensch, wenn es zum Frühstück keine Haselnusscreme gibt. Doch viele Produkte werden mit Palmöl hergestellt. Die Früchte dafür wachsen auf riesigen Plantagen in tropischen Gebieten, für die Regenwald abgeholzt und Lebensraum vernichtet wurde. Dazu kommt ein hoher Einsatz von Pestiziden, der Öl und Umwelt schädigt. Greife deshalb zur biologischen Variante. Die schmeckt auch köstlich! Im Bio-und Drogeriemarkt.

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Stoffsneaker
Faire Löhne. Stoffsneaker sind wie das kleine Schwarze in Schuhform und aus unserem Kleiderschrank nicht mehr wegzudenken. Doch für die Produktion von Baumwolle und Gummi werden Unmengen an Pestiziden verwendet. In der Schuhbranche herrschen außerdem besonders schlechte Arbeitsbedingungen. Eine Alternative sind die Schuhe der Marke Ethletic (ethletic.com). Die werden aus Biobaumwolle und Naturkautschuk hergestellt, für die Arbeiter gibt es Krankenversicherung, Schulen und Trinkwasseranlagen. Das Beste: Kostet das Gleiche!

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Toilettenpapier
Ressourcen sparen. Klopapier wird, wie jedes Papier, aus Holz hergestellt. Es hat aber eine extrem kurze Lebensdauer. Einmal verwendet, ist die Ressource für immer zerstört. Für die Herstellung der recycelten Variante aus Altpapier werden 60 Prozent weniger Energie verbraucht, bis zu 70 Prozent weniger Wasser, und die im Prozess verwendeten Chemikalien sind wesentlich schonender als die bei frischem Holz zur Aufbereitung benötigten. Recycling-Toilettenpapier ist also nicht nur viel besser für die Umwelt, es ist noch dazu billiger. Und wir schwören: Es ist definitiv genauso weich!

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Kaffeekapseln
Kein Aluminium. Klar, Kaffeekapseln aus Aluminium sind praktisch. Aber ihre Herstellung ist sehr energieintensiv, außerdem entsteht dabei der hochgiftige Rotschlamm. Eine nachhaltige Alternative sind wiederbefüllbare Kapseln. Die gibt es z. B. von Coffeeduck (aus Kunststoff, ca. € 11,- für 3 Stück) oder Mycoffeestar (aus Edelstahl, ca. € 30,-). Beide funktionieren mit einem Deckel zum Zuklicken. Nach Verwendung einfach ausspülen und neu befüllen.

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Waschmittel
Keine Duftstoffe. Viele Waschmittel enthalten Duft-, antibakterielle Inhalts- und Konservierungsstoffe. Diese können in Kläranlagen aber nicht komplett abgebaut werden. Teile bleiben im Gewässer und schädigen die Mikroflora, die das ökologische Gleichgewicht von Flüssen und Seen regelt. Ökologische Mittel verzichten auf all diese Stoffe ebenso wie auf petrochemische Bestandteile, sind also zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Außerdem sind sie ohne chemische Duftstoffe viel hautfreundlicher, daher auch für Allergiker geeignet. Verwende außerdem nicht mehr Pulver, als auf der Packung angegeben ist.

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Schokolade
Kleinbauern fördern. Kakao zählt neben Erdöl und Kaffee zu den wichtigsten Rohstoffen auf dem Weltmarkt. Er wird mit vielen Zwischenhändlern als spekulatives Gut an Lebensmittelbörsen gehandelt. Hohe Preise kommen aber nicht bei den Produzenten an. Diese leben oft unter dem Existenzminimum. Auch Kinderarbeit ist weit verbreitet. Das Fairtrade-Siegel auf Schokolade garantiert den Bauern ein existenzsicherndes Einkommen.

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Öko-Fisch
Nachhaltige Zucht. Fisch ist so gesund, er sollte wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Durch die hohe Nachfrage leiden die Bestände aber an Überfischung. Die Lösung: Zuchtfisch. Doch konventionelle Aquakulturen arbeiten mit Antibiotika, durch das rasante Wachstum können die Tiere die gesunden Omega-3-Fettsäuren gar nicht entwickeln. Achte deshalb beim Kauf auf nachhaltige Zucht. Diese Labels garantieren sie: Bioland, Naturland, asc, MSC.

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Saisonales Gemüse
Kurze Transportwege. Ja, es stimmt, das ist ein alter Hut. Trotzdem ist das Thema regionales und saisonales Gemüse brandaktuell. Denn kann ein Gemüse zu einer Jahreszeit bei uns nicht angebaut werden, muss es hertransportiert werden. Das bedeutet Transportkosten und jede Menge Emissionen. Viele Gemüse werden außerdem in riesigen Monokulturen in Südspanien, -italien oder Nordafrika gezogen. Dort ist aber Wüste, das Wasser zur Bewässerung senkt den Grundwasserspiegel, die Gegend trocknet noch mehr aus. Dieser Umwelt-Teufelskreis lässt sich nur durchbrechen, wenn wir beim Einkauf das nehmen, was gerade Saison hat. Einen Kalender dafür gibt es auf umweltberatung.at

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Pfandflaschen
Müll vermeiden. Mehrweg-Flaschen sind aus Österreichs Geschäften beinahe gänzlich verschwunden. Dabei ist eine Einweg-Flasche fünf Mal klimaschädlicher als eine wiederbefüllbare. In der Produktion werden Rohstoffe eingespart und es entsteht weniger Müll. Einige Lieferanten, vor allem von Mineralwasser, bieten mittlerweile auf Konsumentenwunsch wieder Glaspfandflaschen im Supermarkt an, z. B. Vöslauer, Römerquelle, Waldquelle.

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Bio-Wattepads
Pestizide vermeiden. Abschminken, Blutstillen, Augenkompressen - Wattepads gelangen an viele empfindliche Stellen unseres Körpers. Umso wichtiger ist es, dass sie schadstofffrei sind. Doch die Produktion von Baumwolle ist extrem pestizidintensiv. Auch bei der Aufbereitung und Reinigung der Fasern kommt viel Chemie zum Einsatz. Pads aus biologisch produzierter Baumwolle sind also für Haut und Umwelt gut. Z. B. bei DM oder Bipa.

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