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Auf ins grüne Abenteuer

Gutes Gewissen im Handgepäck: Mit unseren Tipps für nachhaltiges Reisen schonst du die Umwelt, kurbelst die lokale Wirtschaft an und erlebst die Kultur und Natur des Urlaubsorts hautnah. Wir versprechen: Das wird der (Öko-)Trip deines Lebens!

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Auf ins grüne Abenteuer
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Die Qual der Wahl: Wohin verreisen?
Urlaubsreisen werden immer günstiger. Bevor man aber wegen der niedrigen Flugpreise jubelnd durch die Gegend hüpft, sollte man sich überlegen, ob dieser Schnäppchenpreis wirklich nachvollziehbar ist. Denn meist sind solche "Okkasionen" nur auf Kosten der Umwelt oder Lebensqualität der dort ansässigen Bevölkerung möglich. Wir wollen jetzt aber nicht alle Angebote schlechtreden, denn es gibt auch Pauschalreisen, die nach ökologischen Kriterien gestaltet und zu vernünftigen Preisen angeboten werden. Diese findet man u. a. hier: ecourlaub.de

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Grüne Anbieter
Im Dschungel der Öko-Veranstalter verliert man schnell den Überblick. Auf destinet.eu sind alle relevanten Siegel aufgelistet und erklärt. Unter alpine-pearls.com findet man autofreie Orte in den Bergen. Weitere Websites für nachhaltigen Urlaub: umweltzeichen-hotels.at, viabono.de, fairunterwegs.org und viventura.de für Südamerika- Trips. Die Website greenpearls.com bewertet grüne Hotels.

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Wie viel Gepäck ist okay?
Ob Auto oder Flugzeug: Je schwerer die Taschen und Koffer, desto mehr CO2 fällt auf der Fahrt in den Urlaub an. Egal ob Skier, Surfbrett oder Schlauchboot: In den meisten Hotels und Resorts kann man spezielle Ausrüstungsgegenstände zum Teil kostenfrei ausleihen und so viel bequemer und entspannter anreisen. Außerdem bleibt dann viel Platz im Koffer, um mit neuen Sachen heimzukommen – aber bitte auch hier nur regional erzeugte Produkte kaufen (siehe Tipp 9). Steige auf digitale Reiseführer um (z. B.: Tripwolf) – auch das spart Gewicht und lästige Kartenfalterei.

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Flugzeug, Bahn, Auto?
Ein nachhaltiger Urlaub beginnt bei der Anreise. Klar, dass man zu einem einwöchigen Spanien-Urlaub nicht gerade mit dem Auto fahren möchte. Als Faustregel gilt: Flüge unter 700 Kilometer Entfernung sind zu vermeiden, hier empfiehlt es sich, mit der Bahn oder dem Reisebus zu fahren – das ist nicht nur klimaschonender, sondern meistens auch schneller. Außerdem kann man bei dieser Variante auch problemlos ein Fahrrad mitnehmen – so ist man am Urlaubsort nicht nur mobil, sondern auch umweltschonend unterwegs.

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Ausflüge
Outdoor-Aktivitäten sind toll, aber: Verzichte auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen nicht angemessen sind und viel Energie oder Wasser verbrauchen wie z. B. Offroadtouren in Schutzgebieten (etwa Motocross-Touren in üppige Regenwälder und einsame Bergregionen) oder Golfplätze in Trockengebieten sowie Tennisanlagen mit Flutlichtbetrieb. Erkundige dich bei geführten Touren, wie sie arbeiten, z. B. ob beim "Whale Watching" Tiere & Natur zu 100 Prozent respektiert werden.

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Müll reduzieren
Auf Reisen neigt man schnell dazu, Snacks in Einwegverpackungen mitzunehmen. Das erzeugt aber unnötigen Müll. Generell gilt: Nimm deinen Müll immer mit. Denn Touristen verursachen immer den größten Abfall. Studien zeigen: In Indien macht der Müll aus dem Tourismus 36 Prozent des gesamten Abfalls aus, in der Dominikanischen Republik sind es gar 70 Prozent!

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Wie lange bleibe ich?
Ein Wochenende in London und zum Shoppen für knapp eine Woche nach New York – so ein Jetset-Leben mag für viele reizvoll sein, aber umwelt- und auch geldbörserlschonend ist das nicht. Experten raten, bei Distanzen ab 700 Kilometer mindestens acht Tage Aufenthalt einzuplanen und ab 2.000 Kilometer jedenfalls 15 Tage. So lernt man auch die Kultur besser kennen.

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Wasserflaschen mitnehmen
Trinken ist wichtig. Aber statt drei Ein-Liter-Plastikflaschen einzukaufen, ist es besser, eine nachfüllbare Wasserflasche einzupacken. Das funktioniert auch in Regionen, in denen die Wasserqualität nicht besonders gut ist. Tipp: Ein Wasserentkeimer sorgt in jedem Land in Sekundenschnelle für trinkbares Wasser und verringert gleich die Menge an schwer abbaubaren Kunststoffen.

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Achtung bei Mitbringseln
Eine Erinnerung aus dem Urlaub ist ja was Nettes, aber unbedingt auf handgemachte, regionale Produkte achten! Sie sollen auch nicht aus raren natürlichen Ressourcen bestehen oder Fauna oder Flora in Mitleidenschaft ziehen. Am besten, man informiert sich vorab, welche Souvernis man guten Gewissens mitbringen darf. wwf.at/de/urlaub

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Umwelt schonen
So kannst du vor Ort etwas Gutes tun: Benutze Handtücher mehrmals, das spart Wasser. Studien belegen, dass man im Urlaub dazu tendiert, länger zu duschen. Der durchschnittliche Hotelgast verbraucht 300 Liter Wasser/Nacht, im Luxushotel sogar rund 1.800 Liter! Auch hier ist es ratsam, mitzudenken und etwa beim Zähneputzen den Wasserhahn zuzudrehen. Um Energie zu sparen, die Zimmervorhänge tagsüber zuziehen und die Klimaanlage ausschalten. Plus: Zur Schonung des Meereswassers lieber umweltverträgliche Sonnencremes und Insektenschutzmittel kaufen.

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Fair fliegen und fahren
Wer sich für das Flugzeug entscheidet, kann auf atmosfair.de die Höhe des CO2-Ausstoßes des Fluges ausrechnen und den ermittelten Betrag spenden. Weitere Organisationen, die dabei helfen, seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren: myclimate.org (auch für Autoreisen und Haushalt), climateaustria.at, greenmiles.de und prima-klima-weltweit.de. Bei co2ol.de lässt sich sogar der gesamte (Urlaubs-) Alltag von Reisen über Wohnen bis Einkaufen klimaneutral ausgleichen.

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Verpflegung vor Ort
Schnitzel am Meer oder Shrimps auf der Almhütte? Sicher nicht! Wer verreist, sollte vor Ort zu regional & saisonal erzeugten Lebensmitteln greifen. Denn es werden durch kurze Transportwege nicht nur der Energie- und Rohstoffverbrauch vermindert, sondern vor allem auch die Arbeit in der Landwirtschaft und Fischerei für Einheimische gesichert. Achte aber dennoch darauf, was du isst. Denn oft bekommt man als "Spezialität" Fleisch bedrohter Tierarten serviert (z. B. Krokodil). Deshalb gilt: Lieber den Kellner nerven und dafür dann umso mehr genießen. Falls man lieber selber kocht, ist es besser, auf Märkten oder in kleinen Läden einzukaufen als in großen Supermärkten.