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Starbloggerin: "Das sind die Nachteile des Insta-Business!"

Tolle Kleider, teure Accessoires, Reisen und Events: Das Leben als Instagram-Star scheint vielen erstrebenswert. Sie sagt: "Es gibt auch Nachteile..."

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Starbloggerin: "Das sind die Nachteile des Insta-Business!"

Jasmin Howell: Seit 2009 führt sie einen Fashion-Blog

© Instagram/JasminHowell

Nach der Schule nahm Jasmin Howell einen Job in der Buchhaltung eines Finanzunternehmens an. Um 8 Uhr im Büro, um 17.30 Uhr Dienstschluss, dazwischen Excel-Tabellen und als Highlight des Tages ein Besuch in der Kantine. "Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich in meinem Job nicht wohl fühle," so die Australierin. "Ich brauchte so etwas wie ein kreatives Outlet."

2009 startete sie deshalb ihren Fashion-Blog "Friend in Fashion", fotografierte ihre Outfits und textete ein paar Simpel-Verse über Mode. Doch dann kam Instagram – und mit dem Foto-Dienst hat sich das Leben von Jasmin Howell diametral verändert. Statt ins Büro fährt sich jetzt in der Früh zum Blogger-Brunch eines großen Taschen-Labels, zu Mittag hat sie einen Termin in einem hippen Restaurant. Eine Kooperation, wenn der Deal aufgeht, bekommt Jasmin für drei Fotos, die sie auf Instagram postet und das Label des Kunden vertaggt, demnächst 15.000,- Euro. Am Nachmittag steht ihr Beauty-Programm an. Und natürlich Kofferpacken, den eine Fluglinie hat Jasmin und andere Insta-Girls nach Bali eingeladen.

"Ich will Instagram-Star werden!" – Was braucht es dazu?

Jasmin Howell ist das, was man eine "Influencerin" nennt. Ein Role Model, eine junge Frau, die andere junge Frauen "inspirieren" soll – in erster Linie dazu, von Jasmin präsentierte Produkte zu kaufen. 251.000 Follower hat die 30-Jährige, die Interaktionsrate für ihre Postings ist hoch. "Mein Leben ist beneidenswert," findet Jasmin. "Ich kann tolle Reisen machen, Luxus-Labels schicken mir ihre Outfits, ich bin zu Events eingeladen, auf die sonst nur Stars gehen."

Kein Wunder, dass "Influencer" oder "Instagram-Stars" die neuen Heldinnen der Kinderzimmer sind. Ihr Leben ist schöner, bunter, exklusiver als unseres – und trotzdem wirken sie nahbarer als Hollywood-Schauspielerinnen oder Sängerinnen. Vor allem: Um Insta-Star zu werden muss man keine wahnsinnig großen Talente mitbringen. Gutes Aussehen, modisches Gespür, Sinn für Dekoration: Wesentlich mehr braucht es als Grundausstattung nicht.

Stimmt nicht ganz, meint zumindest Jasmin Howell. Sie sagt: "Es gibt auch echte Nachteile, wenn man zum Instagram-Star werden will."

Diese Nachteile hat das Instagram-Business

Laut Jasmin Howell:

  • Um für Luxus-Marken attraktiv zu werden, darf man nur Luxus-Labels tragen. Ehe die ersten wirklich hochbezahlten Kooperationen kommen, geht das ganz schön ins Geld.
  • Um ein gutes Fotos zu bekommen, braucht es oft bis zu 30 Anläufe. "Während sich andere an ihr Mittagessen setzen, muss ich meines oft so lange fotografieren, bis es kalt ist."
  • Reisen sind ein großer Anreiz, um ins Insta-Business einzusteigen. "Doch in Wahrheit sieht man kaum etwas von dem Land. Man fliegt ein, wird zu einer pittoresken Location gekarrt, produziert die Fotos und fliegt eigentlich auch fast schon wieder aus."
  • Schlimm sei auch der Zwang, permanent Online zu sein. "Instagram bestimmt dein Leben mehr als ein Job, bei dem du am Ende des Arbeitstages den Computer herunter fährst. Du checkst bis du einschläfst deine Likes." Sie nehme sich deshalb bewusst untertags auch kurze Auszeiten, in denen sie das Handy nicht zur Hand nimmt.
  • Je mehr junge Mädchen auf Instagram zu Stars werden wollen, desto höher ist auch der Konkurrenzdruck: "Man darf sich keine Fehler oder Auszeiten erlauben. Urlaub habe ich in der Form nicht. Wenn ich keinen neuen Content produziere, dann verliere ich Follower – und die wieder gewinnt ein anderes Mädchen."
  • Plus: "Ich darf nie nachlässig sein. Mein Outfit, mein Haar, mein Make-up: Ich soll eine möglichst perfekte Illusion sein. Das bedeutet auch Stress – und: Es hat natürlich ein Ablaufdatum. Jetzt bin ich 30. Irgendwann kommen Falten, werden die Leute nach jüngeren Influencern suchen."

Ehe wir jetzt voller Mitleid eine Träne verdrücken, dürfen wir euch nochmals eine Zahl in Erinnerung rufen: 15.000,- Euro für 3 Fotos. 15.000,- Euro.

Thema: Instagram

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