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Nadine Beilers Swarovski-Coup: Die Song- Contest-Starterin im WOMAN-Interview

Österreichs Song-Contest-Starterin wird jetzt vom Kristallkonzern gesponsert. Uns verriet sie, wie es dazu kam, was sie über ihre deutsche Mitstreiterin Lena Meyer-Landrut denkt und wie sie sich ihre Hochzeit vorstellt...


Nadine Beilers Swarovski-Coup: Die Song- Contest-Starterin im WOMAN-Interview
© Susanne Stemmer

„Sind sie nicht herzig, meine Elvise?“, strahlt Nadine Beiler, 20. Und hält uns ihre funkelnden Halsketterlanhänger unter die Nase, die sie von den Swarovski-Chefs Gernot und Markus Langes als Glücksbringer für Düsseldorf geschenkt bekommen hat.

Ob die Clan-Bosse Song-Contest- Fans sind, weiß die Tirolerin und Ex-„Starmania“-Siegerin nicht. Doch eines ist fix: Wenn sie am 12. bzw. 14. Mai ein Millionenpublikum mit ihrer Ballade „The Secret Is Love“ verzaubern wird, dann trägt Swarovski zur großen Glamourshow bei: „Ich werde ein kristallbesticktes Traumkleid tragen, und mittels LED-Technik wird die Bühne in ein spektakuläres Lichtermeer verwandelt.“

WOMAN: Wie hat sich der Coup mit Swarovski ergeben?

Beiler: Wir Tiroler halten eben z’samm! Ich habe Markus, Gernot und Eva im Vorjahr bei der „Sparkling Hill Resort“-Eröffnung in Kanada kennengelernt, bei der ich gesungen habe. Die drei haben mich sofort ins Herz geschlossen. Und weil ich für den Song Contest einen Sponsor brauchte, habe ich sie gefragt, ob sie mich unterstützen. Sie haben sofort zugesagt! Für den Auftritt bekomme ich ein wunderschönes zartes Glitzer-Kleid und Schmuck zur Verfügung gestellt. Aber wie das alles aussieht, bleibt bis zum großen Tag topsecret.

WOMAN: Wie werden Sie Ihre Haare tragen? Extensions würden sicher gut aussehen.

Beiler: Nein, die Frisur soll so bleiben. Dieser asymmetrische Bob ist mein Markenzeichen – obwohl das alles so nicht geplant war. Meine Haare waren durch die vielen Farbwechsel – ich habe alle zwei Monate zwischen Schwarz und Blond geswitcht – schon so kaputt, dass mir nichts anderes übrig blieb, als sie zu kürzen. Aber plötzlich war die eine Seite kürzer als die andere. Doch weil das witzig aussieht und zu mir passt – als Zwilling-Geborene habe ich eh zwei Gesichter –, lass ich das so. Bei „Germany's next Topmodel“ gibt's jetzt auch eine Asiatin, die trägt ihren Bob genauso. Aber ich hatte ihn als erste, jaja! (lacht)

WOMAN: Österreichs einziger Sieg war 1966. Wir würden Ihnen auch gern sagen: „Merci Chérie!“

Beiler: Das wär schön! Die Vorausscheidung zu gewinnen und im Finale zu stehen, ist das Mindeste, das ich von mir selbst erwarte. Aber eigentlich möchte ich bei den ersten fünf Plätzen mitmischen. Meine Mama hat mir immer von meinem ersten Idol Céline Dion erzählt, die hat 1988 für die Schweiz gewonnen. Ich habe Mamas Erzählungen so verinnerlicht, dass ich das Gefühl hatte, dass ich den Auftritt mit eigenen Augen sah. Dabei kam ich erst zwei Jahre später zur Welt! Jetzt visualisiere ich für mich einen gelungenen Auftritt.

WOMAN: Können Sie sich vorstellen, dass Sie gewinnen?

Beiler: Ich bin ja eine Träumerin und habe natürlich schon eine Ahnung, wie wir mit der österreichischen Flagge in Düsseldorf aufmarschieren, viel Spaß haben und gut abschneiden. Aber den Sieg habe ich mich noch nicht getraut zu visualisieren.

WOMAN: Nicht, dass Ihre deutsche Mitstreiterin Lena Meyer-Landrut das Rennen macht. Einen Handshake vor laufender Kamera hat sie ja schon abgelehnt. Ist sie eine kapriziöse Zicke?

Beiler: So gut kenne ich sie nicht. Dass sie mir nicht die Hand geben wollte, hatte einen anderen Grund: Sie wollte sich von einem Fernsehteam, das diesen Handshake einforderte, nicht sagen lassen, was sie zu tun hat. Die scheißt sich halt gar nichts, hat ihren eigenen Kopf und von ihrem Mentor Stefan Raab sicher eine Menge Selbstbewusstsein mitbekommen. Das finde ich ziemlich cool.

WOMAN: Wie gefällt Ihnen eigentlich das Lied „Taken By A Stranger“ von Lena Meyer-Landrut?

Beiler: Eh gut. Von der Stimmbreite hat sie nicht so viele Möglichkeiten, insofern ist der Song perfekt für sie. Ich hätte nach ihrem Vorjahressieg nicht mehr teilgenommen. Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist.

WOMAN: Der Song Contest hat sich zur Unterhaltungsfarce entwickelt. Auffallen um jeden Preis, lautet die Devise, egal ob man einen geraden Ton herausbekommt oder nicht. Wird Ihr Talent da gewürdigt?

Beiler: Das stimmt, es wird immer schriller. Leider ist es in der Musikbranche generell so, dass die Stimme nur noch das kleine Plus ist. Viel wichtiger ist es, sich super zu verkaufen. Meine Hoffnung ist, dass die Jury, die vor drei Jahren eingeführt wurde, meine gesangliche Leistung gut bewertet. Innerhalb Europas aufzufallen ist in jedem Fall ein Sprungbrett! Dafür werde ich mich auf den Songcontest-Partys im Vorfeld blicken lassen. Dort erreicht man die Hardcore-Fans! Das ist wie eine große Familie. Die Competition ist nur für die Medien wichtig.

WOMAN: Viele Interpreten transportieren mit ihren Songs politische Botschaften, etwa Simone Stelzer 1990 mit „Keine Mauern mehr“. Was wollen Sie Europa sagen?

Beiler: Meine Botschaft heißt Nächstenliebe. Ich will mithelfen, ein neues Bewusstsein zu schaffen. Ich vermisse in dieser Gesellschaft Respekt und Achtsamkeit. Alles ist nur auf Besitz und Gewinnmaximierung ausgerichtet. Viele Menschen haben vergessen, was wirklich wertvoll ist. Ich wünschte mir, dass wir alle mehr die Augen für das Schöne öffnen.

WOMAN: Bei den vielen Katastrophen rund um den Globus fällt das aber schwer.

Beiler: Das ist leider wahr. In Japan nützt jetzt auch Nächstenliebe nicht viel. Aber wir können uns vielleicht noch Schlimmeres ersparen, wenn wir endlich umdenken. Mein Lied beginnt mit den Worten „When I fall into a dream“. Das heißt nicht, dass eine Vision ein Traum bleibt. Eine bessere Welt gibt es nicht mit einem Paukenschlag, sondern erst, wenn jeder Einzelne in seinem Mini-Universum etwas dazu beträgt. Bei vielen Leuten ist dieses positive Denken schon so verkümmert, dass sie an nichts mehr Freude empfinden können und lieber anderen alles mies machen. Jeder kann seine Träume verwirklichen. Nur manches braucht eben Zeit.

WOMAN: Was, wenn Sie in Düsseldorf Letzte werden?

Beiler: Dann habe ich mir schon die Brücke ausgesucht, von
der ich springe. Nein, Scherz beiseite: Dann geht das Leben weiter. Mit Musik. Ich bastle gerade an einem neuen Album. Und mag unbedingt mal ein Duett mit Bruno Mars aufnehmen!

WOMAN: Und mit Pop-Sternchen Viktoria Swarovski?

Beiler: Lieber wäre mir ein männlicher Duettpartner. Nur für Beyoncé und Whitney Houston würde ich eine Ausnahme machen (lacht) . Die dürfte mir dann auch gleich ein Hochzeitsständchen singen.

WOMAN: Haben Sie mit Ihrem Freund, Skispringer Stefan Thurnbichler schon ernste Absichten?

Beiler: Nein, wir gehen’s langsam an und konzentrieren uns beide mal auf unsere Karrieren. Zum Glück ist Stefan auch ein freiheitsliebender Mensch. Ständig zusammenpicken würde ich nicht aushalten. Aber ich könnte mir schon eine wilde Ehe mit ihm vorstellen. Nur ohne Vertrag! Meine Tante zum Beispiel lebt seit 20 Jahren glücklich ohne Trauschein. Sie hat nur symbolisch Ringe getauscht. Ich will auch nicht in der Kirche heiraten. Lieber am Strand oder in Las Vegas mit Gospelchor. Bei uns in Tirol wird bei Hochzeiten so viel geheult. Dabei soll eine Heirat was Freudiges sein!

WOMAN: Ist Ihre Schwester Denise, mit der Sie immer sehr eng waren, schon verheiratet?

Beiler: Nein, sie besucht die Pop-Akademie in Mannheim und lässt sich dort zur Songwriterin ausbilden. Sie hat auch eine Rocksoulband namens „Dikita“, macht aber keine kommerzielle Musik wie ich. Deshalb sind wir auch keine Konkurrentinnen. Aber ich mag nicht mehr über meine Familie erzählen, denn die letzten Jahre gab’s oft Terroranrufe wegen mir, die meine Mama ziemlich belastet haben.

WOMAN: Was war Inhalt dieser Stalking-Anrufe?

Beiler: Es gab eine Frau, die sich als ich ausgab und andere Leute beschimpfte und bei uns zuhause anrief und meinte, ich soll meine Anzeige wegen sexueller Belästigung zurückziehen. Total wirres Zeug! Deshalb schütze ich nun meine Familie. Sie sollen ihr Leben in Ruhe leben können.

Interview: Petra Klikovits