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Nägelbeißerin? Was der Tick über dich verrät

Kaum bist du nervös, kaust du an deinen Nägeln. Aber warum? Nun wurde erforscht, was das Nagelbeißen über dich verrät und worin die Ursachen des Ticks liegen.

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Nägelbeißerin? Was der Tick über dich verrät

so gehts uns immer wieder!

© iStockphoto

Ja. Ich bin Nägelbeißerin. Seit ich etwa 13 Jahre alt bin. Kein traumatischer Auslöser, ich habe einfach irgendwann damit begonnen und konnte es niemals ganz abstellen. Bedeutet nicht, dass ich permanent die Finger im Mund habe und meine Nägel Ruinen sind. Ganz und gar nicht.

Aber es gibt immer wieder Phasen, wo ich plötzlich und ganz unbewusst an einem Nagel rumkaue. Ich habe sogar zwei Lieblings-Knabbernägel. Den Ringfinder und den Daumen der rechten Hand.

Natürlich sieht es bescheuert aus, wenn eine erwachsene Frau an ihren Nägeln rumknabbert. Und es nervt mich auch selbst. Aber, wie gesagt: es passiert völlig unbewusst und auch nur ab und an.

Jetzt weiß ich aber endlich, warum ich Nägel beiße. Und ganz ehrlich: mit dieser Antwort kann ich mich sogar ganz gut abfinden ;-)

Denn ein Forscherteam der Universität von Montreal konnte herausfinden, dass nur ganz bestimmte Menschen zu nervösen Ticks wie dem Nagelbeißen neigen. Nämlich PERFEKTIONISTEN.

Professor Kieron O'Connor zur Huffington Post: "Nägelbeißer sind Menschen, die ihre alltäglichen Aufgaben überdurchschnittlich gut und schnell erledigen wollen. Sie sind extrem effizient. Wenn sie ihre persönlichen Ziele aber nicht erreichen, dann sind sie frustriert, ungeduldig und unzufrieden." Was sie dann mit Übersprungshandlungen wie dem Nägelbeißen oder dem Zwirbeln der Haare kompensieren.

Hell yeah! Nägelbeißer sind Perfektionisten!

Das Forscherteam beobachtete 48 Testpersonen – die eine Hälfte von der Nägelkauer-, die andere von der Haarzwirbel-Fraktion – in vier verschiedenen Situationen. Jede von ihnen sollte einen bestimmten Gemütszustand auslösen: Langeweile, Entspannung, Stress und Frustration. Dabei habe sich deutlich gezeigt, dass die Betroffenen vor allem dann zu ihren ungeliebten Angewohnheiten neigten, wenn sie a) gestresst oder b) gefrustet waren.

O'Connor: "Nägelkauen und Haarezwirbeln sind eindeutig Signale akuter Unterforderung, die durch konstruktive Tätigkeiten kompensiert werden können."

Okay. Wenn ich das nächste mal an meinen Nägeln herumknabbere, dann sollte ich wohl lieber einen Stuhl tischlern. Einen Schal stricken. Ein Buch schreiben. Einen Krug töpfern. Oder auch nur einfach diese 7 Tipps gegen das Nägelbeißen probieren.