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Naturkosmetik für Gesicht und Körper

Natürlich sind wir schön! Omi hatte recht - Gurken, Tomaten & Hagebutten sind echte Beauty-Wunder! Der beste Beweis dafür sind Models wie Gisele Bündchen und Miranda Kerr, die auf Naturkosmetik schwören. Wieso auch nicht? Grüne Produkte sind jetzt so stark, wie HighTech-Pflege!

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Naturkosmetik
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Model-Ikone Gisele Bündchen liebt nicht nur ihre recycelbaren Flip-Flops von Ipanema, die leidenschaftliche Umweltschützerin gilt auch als glühender Fan von Naturkosmetik. Ihre Modelkolleginnen Miranda Kerr und Josie Maran haben sogar mit Kora und Josie Maran (liefern leider nur in die USA und nach Kanada) ihre eigenen, natürlichen Beauty-Linien auf den Markt gebracht und freuen sich über stetige Verkaufszuwächse. Doch die wohl erfolgreichste prominente Ökobeauty-Unternehmerin ist US-Schauspielerin Jessica Alba. Sie baute mit ihrem Label Honest Beauty ein Imperium auf, die Linie umfasst über 80 Produkte und wird weltweit vertrieben.

Den Hype rund um Green-Glam beeinflussten aber nicht nur diese Schönheiten. Auch Berichte über die Schädlichkeit von Inhaltsstoffen wie Aluminium und Blei sorgten in letzter Zeit für Verunsicherung in Sachen Kosmetik.

Ein weiterer Grund für die Nachfrage ist der Anstieg von Unverträglichkeiten. Aber Achtung: Gluten findet sich nicht nur in Lebensmitteln wie Weizen oder Hafer und manchen synthetischen Beauty-Produkten, es kann auch in Naturkosmetik vorkommen. Und bei Zöliakie oder der Hauterkrankung "Dermatitis herpetiformis" löst es Hautreaktionen aus, so neueste Erkenntnisse. Der Wunsch nach bedenkenlos verwendbaren Produkten ist daher nachvollziehbar und beschert dem Naturkosmetikmarkt von Jahr zu Jahr ein Plus von rund zehn Prozent.

Natürliche Pflege für den Körper

GUTES AN SICH RANLASSEN. Unsere Haut ist unser größtes Organ. Mit etwa zwei Quadratmetern Fläche kann sie nicht nur Giftstoffe ausscheiden, sondern auch von außen aufnehmen. Daher ist bei der Körperpflege der Wunsch nach chemie- oder synthetikfreien Inhaltsstoffen berechtigt. Doch der Begriff "Naturkosmetik" ist nicht geschützt, und "Greenwashing" (also sich umweltfreundlich zu geben, ohne dass es wirklich so ist) noch oft möglich. Auf manchen Verpackungen findet man Bezeichnungen wie "Bio" oder "Natur", obwohl sich das beim Blick auf die Inhaltsstoffe-Liste gar nicht bewahrheitet. Wirklich "grüne" Produkte haben daher ein Siegel auf der Verpackung. Diese Zeichen bestätigen gewisse Qualitätsstandards sowie biologische oder pflanzliche Ingredienzien.

ALLES DURCHSCHAUT. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer auf Nummer sicher gehen will, kann aber auch selbst die Zutatenliste seiner Produkte checken. Sind diese wirklich wie versprochen frei von synthetischen Stoffen? Diese drei Handy-Apps erklären einfach, worum es sich bei den komplizierten Begriffen handelt: "INCI: Inhaltsstoffe in Kosmetik - haut.de" (übersichtliche grafische Aufteilung nach Kosmetik-Gruppen), "ToxFox" (zeigt sogar Hormone in Kosmetika an) sowie "Codecheck"(scannt den Barcode und listet alle Ingredienzien auf).

WOHLFÜHLEN IM KÖRPER. Seit dem umstrittenen Einsatz von Aluminium in Deodorants (stand im Verdacht, Krebs auszulösen) sind wir bei Body-Pflege achtsamer. Die Schönheits-Industrie reagierte rasch auf die Alu-Salze-Diskussion, seitdem gibt's viele Müffel-Stopper alufrei. Anstelle davon hemmen Alkohol und desinfizierende Mittel unangenehme Gerüche. Im Naturkosmetik-Regal gibt es die unbedenklichen Schweiß-Hemmer schon lange. Hier kommen oft Kokosöl und ätherische Öle zum Einsatz.

Natürliche Pflege fürs Gesicht

WIE KÖSTLICH! Bei den Naturkosmetik-Charts stehen gerade Granatapfel, Hagebutte, hochwertige Pflanzenöle und Tonerde hoch im Kurs. Egal ob Körperlotion oder Gesichtscreme: Ein Pflegeprodukt ist immer ein Mix aus Wasser, Fett, Alkohol und Parfumstoffen. Je nach Produkt kommen dann auch noch weitere Wirkstoffe wie Säuren, Vitamine und Pflanzenextrakte dazu. Und da eine Mischung aus Fett und Wasser auch der ideale Nährboden für Bakterien ist, werden Cremes mit chemischen Stoffen ("Parabenen") konserviert.

Bei der grünen Variante hingegen kommen diese in natürlicher Art vor, zum Beispiel durch manche Pflanzen (Geißblatt), Vitamine oder ätherische Öle. Doch Achtung, in seltenen Fällen können ätherische Öle die Haut irritieren - denn auch in der Natur gibt es nun mal viele Reizstoffe. Übrigens sorgen auch "Airless"-Pumpspender dafür, dass keine Luft in die Creme-Formel dringen kann und sie lange hält und wirksam bleibt.

FARBEN DER NATUR. "Was wir nicht in unseren Mund geben, sollten wir auch unserer Haut nicht zumuten. Deshalb achten wir bei der Pflege, vor allem für die Lippen - die gerne mal abgeleckt wird und im Mund landet -, auf lebensmitteltaugliche, rein natürliche Inhaltsstoffe!", predigte der mittlerweile verstorbene Beauty-Guru Horst Rechelbacher (Aveda-Gründer und das Mastermind hinter der Organic-Brand Intelligent Nutritients) immer wieder.

Gerade beim Thema Lippenstifte wird es tatsächlich heikel: In einer Studie der Universität von Kalifornien, Berkeley, fand man heraus, dass Lippenstifte gesundheitsgefährdende Mengen an Metallen wie Aluminium, Blei, Titan und andere Toxine enthalten. Obwohl die amerikanische FDA (Food and Drug Administration) nach einer Überprüfung zu dem Schluss kam, dass diese Bleimengen keine Gefahr für die Gesundheit darstellen, ist seitdem die Nachfrage nach natürlichen Lippenstiften gestiegen.

Auch bei anderen Make-up-Goodies wie etwa Lidschatten oder Foundation ist Naturkosmetik eine willkommene Alternative zu herkömmlichen Produkten. Schon im alten Ägypten zermahlten die Menschen bunte Steine und mischten das so erhaltene feine Pulver mit Wachs.

Auch heute ist die Erzeugung ähnlich: Die Naturkosmetik-Dekoration ist noch immer mineralischen Ursprungs, wird mit Ölen vermischt und hält wunderbar! Du liebst Glitter & Schimmer? Auch das ist im Bio-Regal kein Problem: Mica, ein Mineral, das in Marmor und Granitsteinen vorkommt, sorgt für phänomenale, aufregende Glanzeffekte im Make-up. Nur zu, probier's einfach aus!

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