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Neue Buhlschaft: Brigitte Hobmeier

Der bayrische Theaterstar Brigitte Hobmeier ist die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Warum sie Privates streng vom Beruflichen trennt, verriet sie WOMAN.


Neue Buhlschaft: Brigitte Hobmeier
© Janine Guldener

Diesen Sommer gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen: Brigitte Hobmeier, 36jähriger Film- und Theaterstar aus München. In der kleinen, aber feinen Festspielproduktion "Meine Bienen. Eine Schneise“. WOMAN traf Hobmeier damals zum Interview, fragte nach: Hätte sich Brigitte Hobmeier nicht eher gewünscht, bei ihrem Debüt eine populärere Rolle zu spielen? "Nein“, meinte die Mutter eines sechsjährigen Sohnes damals. Die Festspiele wagen ja ein Risiko, das Stück sei "keine g’mahte Wies’n“. Nicht einmal ein halbes Jahr später steht fest – ihr Einstieg in Salzburg ebnete den Aufstieg in Salzburg.

Brigitte Hobmeier: Die neue Buhlschaft in Salzburg

Denn nun wurde bekannt: Brigitte Hobmeier übernimmt von Birgit Minichmayer eine der gewichtigsten Frauenrollen der Traditionsfestspiele – die der "Buhlschaft" im "Jedermann". Auch "keine g'mahte Wies'n". Aber eine Aufgabe, der Hobmeier durchaus gewachsen ist.

Die Schauspielerin Hobmeier ist in vielen Rollen erfolgreich - als Lulu oder Kaiserin Elisabeth auf der Bühne, als "Die Hebamme“ auf der Leinwand. Ihr privates Leben trennt sie davon scharf und hält sich an den Satz von Meryl Streep: "Ich bin eine Schauspielerin, die nach der Arbeit nachhause geht.“ Ja, es stimmt, ihr Ehemann Florian Brugger komme immer nur verkleidet ins Theater. Nie zu einer Premiere, immer nur zu einer Folgevorstellung. "Mit Perücke, Bart und Bauchpolster, selbst wenn er in der ersten Reihe säße, würde ich ihn nicht erkennen“, lacht sie über sein Bestreben, inkognito zu bleiben. Schriftsteller sei er, und damit Ende der Information. Von Sohn August, dem "Buam“, gibt es kein Foto, der wird wie jetzt in Salzburg ins Theater mitgenommen, lieber gehe sie aber mit ihm Radl fahren oder Fußball spielen. Deswegen werde sie auch ganz ungeduldig und scharre mit den Füßen, wenn "auf den Proben stundenlang nur geratscht“ wird.

Bodenständige Schauspielerin

Als Künstlerin ist ihr Markenzeichen der Widerspruch, auch weil doch "jede gute Rolle einen Widerspruch in sich trägt“, privat ist die Bodenständigkeit ihre Stärke. Aufgewachsen im damals sozial schwachen Münchner Bezirk Ismaning und lange gehänselt wegen der roten Haare, ging sie nach der Schule zu ihrer Mutter in deren Putzerei und liebte die Wärme der Bügelmaschine. Ihren Eltern getraute sich die angehende Schauspielschülerin kaum zu sagen, dass sie die Aufnahmeprüfung bestanden habe. Die Demut vor dem Beruf hat sich Brigitte Hobmeier bis heute bewahrt. "Ich schäme mich, wenn ich für eine Szene nicht gut vorbereitet bin.“ Eine gute Mama sein, im Beruf gefordert sein und mit Kollegen "im großen Mutterleib der Kunst zu sein“, das sind die wahren Wichtigkeiten. Und sich auch hin und wieder in Schale werfen für die zahlreichen Auszeichnungen.

Redaktion: Andrea Braunsteiner