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Fett weg mit der Spritze!

Fettpölsterchen einfach verschwinden lassen, das verspricht die "Fett weg"-Spritze. Lange verrufen, lässt ein neues Präparat auf gute Ergebnisse ohne Komplikationen hoffen.

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Fett weg mit der Spritze!
© Thinkstock

Manche Fettpölsterchen sind resistent. Gegen Diäten, gegen Sport, sogar gegen Bürstenmassagen. Besonders schwer beizukommen ist etwa dem Doppelkinn oder einem Stiernacken. Hilfe verspricht da die Fett weg-Spritze. Durch Injektion eines fettauflösenden Präparats will man diesen störenden Depots zu Leibe rücken. Doch die Spritze kam wegen unsachgemäßer Anwendung und allergischer Reaktionen in Verruf. Ein neues Präparat sorgt nun für besser verträgliche Ergebnisse. Die Plastische Chirurgin Dr. Sandra Rigel ist eine der ersten in Österreich, die mit dem Wirkstoff arbeitet.

So wirkt die Fett weg-Spritze

Es handelt sich dabei um synthetisch hergestellte Desoxycholsäure, eine sekundäre Gallensäure. Unser Körper stellt diese auch selbst in der Leber zur Fettverdauung her. Sie heftet sich an die Wand der Fettzelle und macht sie instabil, die Zelle gibt die gespeicherten Fettsäuren frei, wie Rigel erklärt. Die Zellreste werden dann von der körpereigenen Abwehr entfernt, der Rest wird verstoffwechselt und abtransportiert.

Was ist neu daran?

Im Unterschied zum bisherigen Wirkstoff ist Desoxycholsäure als Medizinprodukt zugelassen. Da sie synthetisch hergestellt wird, besteht weniger Gefahr von allergischen Reaktionen. Aufgrund der feineren Kanüle sind auch weniger Einstiche nötig, Schmerzen und eine potenzielle Schwellung werden reduziert. Zusätzlich ist dem Wirkstoff ein Lokalanästhetikum beigemengt.

Die Kritik an der Spritze

Das Problem der Fett weg-Spritze ist ihr schlechter Ruf. Ursprünglich experimentierte eine brasilianische Ärztin mit dem aus Soja gewonnenen Lecithin Phosphatidylcholin, einem Medikament, das zur Behandlung von Cholesterin- und Fettstörungen intravenös oder in Tablettenform eingesetzt wurde. Sie injizierte es direkt in die Fettdepots und erreichte spektakuläre Ergebnisse. Bald schon begannen andere Ärzte, auch ohne spezielle Ausbildung, damit zu arbeiten. Auch Kosmetiker, Friseure und andere, völlig unqualifizierte Berufe boten es an. Es kam häufig zu Nebenwirkungen und Nekrosen, abgestorbenem Gewebe.

Ein neues Präparat soll die Probleme nun endgültig beheben. Wie das funktioniert, wie es wirkt und wann es nicht angewendet wird – das lest ihr in der neuen WOMAN -Ausgabe.

Thema: Beauty-OP