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Neue Liebe hinter Gittern: Wie sich die mörderische Eislady und ihr Lover kennenlernten

Sie tötete zwei ihrer Partner und betonierte die Leichen unter ihrem Eissalon im Keller ein. Die "Eislady" machte wochenlang Schlagzeilen. Jetzt hat sie sich im Gefängnis neu verliebt. Lies in WOMAN das exklusive Interview mit ihrem Liebhaber!

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Liebe hinter Gittern
© iStockphoto.com

Die Eissalonbesitzerin Estibaliz Carranza, 40, schoss 2008 und 2010 zwei Lebenspartner aus nächster Nähe in den Kopf, zersägte deren Leichen und betonierte sie in ihrem Keller ein. Sie wird 2012 zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis jedoch verliebt sie sich erneut und die Geschichte ihrer Liebe erscheint nun in Buchform.

Lies ab Donnerstag in WOMAN das einzige Interview inklusive Fotos mit Martin L. , ihrem neuen Liebhaber, welcher eine Gefängnisstrafe wegen Mordversuch und Brandstiftung absitzt. Mehr Infos sowie Bilder dazu findest du auch hier.

Ein Auszug aus dem Buch „Zelle 14“ Die wahre Geschichte der Liebe zwischen Estibaliz Carranza, bekannt als Eislady und einem Mithäftling":

In der Werkstatt

Ich war schon mehrmals hier. Immer für kleine Aufträge. Schrauben, Muttern und Bedienungsanleitungen in durchsichtige Plastikdosen füllen. Jemand muss diese Dinge abpacken. Für Baumärkte zum Beispiel.
Martin war auch immer da. Es war in dem Raum mit den Maschinen. Ich in dem mit den Tischen und Bänken. Ich war angespannt, sobald ich ihn sah. Er sprach mich freundlich an. Ich ertrug seinen Blick nicht. Beobachtete ihn heimlich. Sah er nicht zu mir, sah ich hin. Ertappte er mich, wurde ich rot. Das alte Spiel. Bei uns bloß in Endlosschleife.
Ich konnte es sehen. Er mag mich und würde gerne mehr mit mir reden. Doch die Zeit verging. Die Zeit vergeht hier so schnell, weil alle Tage gleich sind. In der Haft wäre das ein Vorteil, verginge nicht mit der Zeit dein Leben.
Die Bodenplatten in unserer Wohngruppe fingen unversehens zu kühlen an. Es wurde Juli und bald haben wir August.
So wie bei Martin habe ich mich nicht einmal bei meiner ersten großen Liebe benommen. Bei dem Jungen an der Autonomen Universität Barcelona, mit dem sich für mich der Himmel fünf Jahre lang über die Stadt senkte. Schon gar nicht habe ich mich nach ihm je so benommen.

Martin betrachtet die Platte. Er merkt, dass ich überfordert bin. Er merkt, dass ich überfordert bin. Er kann nicht wissen, warum.
Ich zeige dir, wie das geht, sagt er.
Martin verhält sich wie ein Profi. Freundlich. Er erklärt mir alle Sägen. Die Kreissäge. Die Bandsäge. Die Stichsäge.
Es ist das Geräusch der Sägen, das mich überfordert. Die Tatsache, dass sie schneiden. Alte Bilder tauchen auf.
Für den Storch brauchst du die Stichsäge, sagt Martin. Ich halte sie wie einen Küchenmixer. Er führt meine Hand. Er ist ganz nahe. Er riecht wie ein Mann, der arbeitet.
Bevor er mich berührt, fragt er jedes Mal.
Darf ich?
Ich muss mich anstrengen. Im Moment bleiben. Auf meine Finger achten. Ist ein Körperteil einmal abgetrennt, gibt es kein Zurück mehr. Schneidest du einem Toten etwas ab, macht das selbst den Tod erst richtig. Endgültig.
Darf ich?

Zelle 14
„Zelle 14“ Die wahre Geschichte der Liebe zwischen Estibaliz Carranza, bekannt als Eislady und einem Mithäftling." Von Bernhard Salomon, Edition A, € 22
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