Ressort
Du befindest dich hier:

Ist das die langfristige Lösung für Migräne?

Anlässlich des Europäischen Kopfschmerztages will die Schmerzambulanz in Innsbruck auf eine neue Therapie gegen Migräne aufmerksam machen. Und diese klingt sehr vielversprechend.

von

neue migraenetherapie
© Photo by MARK ADRIANE on Unsplash

Der Kopf droht zu bersten, die Sicht verschwimmt, die Sinne nehmen ab und man will sich nur noch in einen abgedunkelten Raum verdrücken: Migräne-Attacken fordern einiges von den Leidenden. Vor allem, da sie häufig ohne Vorwarnung auftreten. Doch auch wenn es dafür spürbare Anzeichen gibt, ist man nicht immer in der Lage, die nötige Ruhe einzuhalten. In Österreich leiden etwa 13 Prozent der Menschen an Migräne. Frauen sind dabei noch stärker betroffen als Männer. ForscherInnen vermuten, dass dies mit dem Sexualhormon Östrogen zu tun haben könnte. Da der Östrogenspiegel in den fruchtbaren Jahren ständig schwankt, sind Frauen in jenem Alter anfällig für Migräne-Attacken. Vor allem drei Tage vor und nach der Menstruation.

13 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden an Migräne

Hinter den starken Kopfschmerzen steckt eine Funktionsstörung im Gehirn, die noch nicht ausreichend erforscht worden ist, um eine klare Antwort darauf zu geben, wo das Problem seinen Ursprung hat. Klar ist, dass es familiäre Tendenzen zu Migräne gibt, weshalb sie durchaus als erblich eingestuft werden kann. Während einem Anfall werden im Gehirn große Mengen an Botenstoffen freigesetzt, die dann die Durchblutung stören. Und dies führt dazu, dass eine ganze Reihe von Funktionen durcheinander kommt. Zusätzlich wird auch das Schmerzempfinden stärker.

Die Linderung einer Attacke gehen die Betroffenen oft auf verschiedene Art und Weise an, aber meistens sind das reaktive Behandlungen. Nun hat die Schmerzambulanz der Klinik Innsbruck eine Therapieform eingeführt, die längerfristige Linderung bringen soll. Dabei setzt man auf ein Schmerzmittel, das in Österreich noch gar nicht so lange regulär verfügbar ist. Es wird monatlich oder quartalsmäßig injiziert. Dies passiert in der Klinik oder die PatientInnen erledigen das selbst. Das Mittel ist eine Eiweißsubstanz, die eine andere Eiweißsubstanz blockiert, die während der Attacke ausgeschüttet wird. Laut Gregor Brössner, leitender Oberarzt der Schmerzambulanz, kommt es so zu einer "Absenkung der Migräne-Häufigkeit".

Längerfristige Lösung ohne & mit Medizin

Doch auch wenn die Behandlung bei einem Drittel der PatientInnen laut der Klinik sehr gut anschlägt, ist dies kein Allheilmittel gegen Migräne, betont Brössner. Trotzdem klingt die Aussicht auf eine längerfristige Linderung nicht schlecht. Wer keine Möglichkeit hat, die Behandlung in Innsbruck in Anspruch zu nehmen, kann es mit Akupunktur, Wärmetherapien, Massagen oder Ostheopathie versuchen. Diese Methoden sollen längerfristige Erfolge versprechen und zumindest die Anfalldichte verringern.

Hast du Migräne? Dann könnten dich diese Artikel interessieren:

Schluss mit dem Hammer im Kopf!

Die "migraine pose" ist eigentlich gar nicht so lässig, wie du denkst!

Hilft Botox gegen Migräne?