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Impfung bei Brustkrebserkrankung

Brustkrebsexperte Dr. Christian Singer von "Breast & Health" im Interview über die Impfung bei Brustkrebserkrankung.

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Impfung bei Brustkrebserkrankung

Dr. Singer erklärt das Potenzial einer Krebsimpfung.

© Thinkstock

Rund 20 Prozent aller Brusttumore können schon bisher mit einer zielgerichteten Antikörpertherapie verkleinert werden, bei jeder fünften Frau verschwindet der Tumor sogar völlig. Trotzdem folgen Operation und Chemotherapie, um alle Krebszellen, die sich möglicherweise noch im Körper befinden, abzutöten. Diese Methode, die starke Nebenwirkungen hat, soll durch eine weniger belastende ersetzt werden. Brustkrebsexperte Dr. Christian Singer (breastandhealth.com) erklärt den neuen Ansatz und das Potenzial einer Krebsimpfung.

WOMAN: Wie funktioniert die Therapie?

Singer: Bei ungefähr 20 Prozent aller Tumore können die Krebszellen mit einer Antikörpertherapie gezielt zerstört werden. Eine Chemotherapie greift dagegen alle schnell wachsenden Zellen, wie die der Haarwurzeln oder des Immunsystems, an. Es ist nun gelungen, eine Chemo-Substanz so an die Antikörper zu binden, dass nur noch Krebszellen damit zerstört werden, egal wo im Körper sie sich befinden. Bei gesunden Zellen wirkt sie nicht. Dadurch ist die Chemotherapie beinahe nebenwirkungsfrei.

WOMAN: Wo gibt es diese Behandlungsmethode?

Singer: Sie wurde in internationalen Studien überprüft und wird derzeit zugelassen, ab 2013 können österreichische Kliniken damit arbeiten.

WOMAN: Es steht auch schon eine Impfung zur Verfügung?

Singer: Ja, die Krebsimpfung stimuliert das Immunsystem, damit dieses mithilft, den Tumor vor einer OP zu verkleinern. Im Zuge einer Studie der Gruppe ABCSG wird sie derzeit in vielen Brustkrebszentren Österreichs durchgeführt. Derzeit wird die Impfung bei Frauen in einem frühen Krebsstadium eingesetzt und mit einer Chemo- oder Antihormontherapie kombiniert. Die Operation findet erst danach statt.

WOMAN: Ist die Teilnahme an einer Studie sicher?

Singer: Ja! Denn dadurch hat eine Patientin die Chance, von den weltweit modernsten Krebstherapien zu profitieren. Außerdem werden Studienpatientinnen besonders gut begleitet. Statistisch gesehen führt das sogar dazu, dass diese Frauen eine bessere Überlebenschance haben.

Thema: Brustkrebs