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Neues Gesetz für Schönheits-OPs

Schluss mit unseriösen Praktiken und mehr Sicherheit für die Patienten verspricht das neue Beauty-OP-Gesetz. Alles Details, alle Antworten.


Neues Gesetz für Schönheits-OPs
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Zuerst kommt der neue Busen und dann das böse Erwachen. In Form einer Infektion, einer Nachblutung oder einer Kapselfibrose etwa. Immer wieder fördern die Medien Horrorgeschichten über Schönheitsoperationen und ihre Folgen zutage.

Komplikationen bei Beauty-OPs

Komplikationen sind häufiger, als man denkt. Denn jeder medizinische Eingriff birgt auch ein gewisses Risiko in sich. Das erhöht sich noch in einer Branche, in der es viel Geld zu verdienen gibt, die aber vergleichsweise wenig gesetzlich geregelt ist. Auch weniger gut ausgebildete Operateure wollen da mitnaschen. Seriöse Ärzte haben ihre Patienten immer schon über OP-Hergang und mögliche Risiken informiert, mit Vorher-Nachher-Fotos aufgeklärt und Kostenübersichten erstellt.

Das neue Gesetz für Schönheits-OPs

Ab 1. Jänner 2013 gibt es diese Qualitätssicherung auf Initiative von Gesundheitsminister Alois Stöger auch in gesetzlicher Form, das entsprechende Papier wurde bereits am 20. Juni im Parlament behandelt. Eines ist vorab bereits klar: Die gesetzlichen Bestimmungen gelten nur für Österreich. Bei Operationen im Ausland trägt der Patient - je nach gesetzlicher Lage des Landes - das Risiko und kann nicht immer auf eine korrekte Behandlung vertrauen.

Das sind die wichtigsten Neuerungen

Ab 1. Jänner 2013 klärt das neue Gesetz, was genau eine Schönheitsbehandlung ist und wer operieren darf.

Definition.

Der Begriff "ästhetische Operation / Behandlung“ wird klar definiert, eine Aufzählung aller Eingriffe (z. B. Brustvergrößerung , Fettabsaugung , Straffung, Lifting, Botox usw.) wird erstellt.

Wer darf?

Fachärzte für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie dürfen alle ästhetischen Operationen durchführen. Auch andere Fachärzte (z. B. HNO, Dermatologen, Kieferchirurgen) dürfen bestimmte Eingriffe machen, wenn ihre Ausbildung sie dazu befähigt. Bis 1. Juli 2013 veröffentlicht die Ärztekammer auf ihrer Homepage eine Liste aller zugelassenen Ärzte.

Klarheit

Neben dem Facharzttitel dürfen Ärzte in Zukunft nur die Zusätze "Ästhetische Chirurgie“ oder "Ästhetische Medizin“ verwenden. Alles andere ist verboten.

Aufklärung

Ein Informationsgespräch über Ergebnis, ev. Risiken und Kosten der OP muss schriftlich dokumentiert werden, ab einem Kostenumfang von ca. € 2.250,- muss ein schriftlicher Kostenplan erstellt werden.

Einwilligung

Zwischen ärztlicher Aufklärung und schriftlicher Einwilligung in die OP müssen mindestens zwei Wochen liegen. 16- bis 18-Jährige dürfen nur nach psychologischer Beratung und mit Einwilligung der Eltern operiert werden.

Werbeverbot

Für Schönheits-OPs und -behandlungen darf keine Werbung gemacht werden. Auch Preisausschreiben und Verlosungen von Eingriffen sind in Zukunft verboten.

Thema: Beauty-OP