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Neurodermitis: Ursachen&Behandlung

Was sind die Ursachen von Neurodermitis und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wir haben mit Eucerin -Hautexpertin Dr. Wehmeyer gesprochen.


Neurodermitis: Ursachen&Behandlung

Der Teufelskreis aus Kratzen und Jucken bei Neurodermitis.

© Corbis. All Rights Reserved.

Die Zahl der erwachsenen Neurodermitiker ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Stark juckende Haut und Entzündungen schränken die Betroffenen in vielen Lebensbereichen stark ein. Doch wie entsteht die Krankheit eigentlich und welche Heilmethoden gibt es? WOMAN hat mit Eucerin -Hautexpertin Dr. Annegret Wehmeyer über die weit verbreitete Krankheit Neurodermitis gesprochen.

Eucerin-Hautexpertin Dr. Wehmeyer
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WOMAN: Wie erkennt man Neurodermitis?
Dr. Wehmeyer: Charakteristisch für Neurodermitis bzw. ein atopische Ekzem ist eine mit starkem Juckreiz verbundene chronisch wiederkehrende Entzündung der Haut . Gleichzeitig ist die Haut sehr trocken.
Die Symptome der Neurodermitis sind sehr variabel und verändern sich im Laufe der Zeit. Während bei Babys und Kleinkindern die akute Form des Ekzems mit starker, flächenhafter Rötung und nässendem Erscheinungsbild vorherrscht, finden sich bei größeren Kindern und Erwachsenen überwiegend chronische Hautveränderungen mit einem charakteristischen, vergröbertem Hautrelief und extremer Hauttrockenheit . Bei Säuglingen ist das Ekzem vorwiegend im Gesicht und an den Streckseiten der Gelenke lokalisiert. Später finden sich dann vermehrt die typischen Beugeekzeme in den Innenflächen der großen Gelenke. Oft tritt das Ekzem aber auch nur in Form sogenannter „Minimalmanifestationen“ in Erscheinung, z.B. durch Handekzeme oder rissige Lippen (Cheilitis sicca).

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WOMAN: Was ist die Ursache von Neurodermitis?
Dr. Wehmeyer: Das atopische Ekzem entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener innerer und äußerer Faktoren. Neben einer erblichen Veranlagung spielen exogene Provokationsfaktoren für die Ausprägung der Symptome eine große Rolle (vgl. Frage 6).
Typisch ist eine erhöhte Reaktionsbereitschaft der Haut- und Schleimhäute mit einer Neigung zu Allergien, die möglicherweise auch zur Entwicklung von Asthma oder Heuschnupfen führen kann (Formenkreis der atopischen Erkrankungen).
In der Haut von Neurodermitikern konnte außerdem ein reduzierter Gehalt an bestimmten Hornschichteiweißen (Filaggrine) sowie eine Störung des epidermalen Lipidstoffwechsels nachgewiesen werden, welches eine Störung der Hautbarrierefunktion zur Folge hat.

»Neurodermitis besteht von Geburt an, aber wann genau die Krankheit zum Vorschein kommt ist individuell ganz unterschiedlich.«
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WOMAN: Kann Neurodermitis auch bei Erwachsenen plötzlich auftreten oder hat man die Krankheit von Geburt an?
Dr. Wehmeyer: Die Neigung (Disposition) zu einer atopischen Erkrankung wie Neurodermitis besteht von Geburt an, aber wann genau die Krankheit zum Vorschein kommt ist individuell ganz unterschiedlich. Allerdings manifestiert sich die Erkrankung in ca. 80% der Fälle innerhalb der ersten beiden Lebensjahre.

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WOMAN: Welche Rolle spielt Stress für den Verlauf der Krankheit?
Dr. Wehmeyer: Tatsächlich gibt es Hinweise, dass seelischer Druck und unbewältigte Konflikte einen akuten Neurodermitis-Schub auslösen können. Es gibt daher spezielle Stressmanagement-Programme, in denen Patienten lernen, Anspannungen und Konflikte im Alltag besser zu bewältigen, etwa mit speziellen Atem- und Entspannungstechniken.

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WOMAN: Worauf müssen Neurodermitiker bei der Wahl ihrer Pflegeprodukte achten?
Dr. Wehmeyer: Typisch für die Haut von Neurodermitikern ist eine Barrierestörung der obersten Hautschicht (Epidermis). Pflegeprodukte sollten daher natürliche Feuchthaltefaktoren und hautverwandte Lipiden enthalten, die die Hautbarriere stärken und widerstandsfähiger machen gegen äußere Einflüsse. Natürlich sollten die Produkte frei von Allergenen und belastenden Inhaltsstoffen wie z.B. Duft- oder Farbstoffen sein. Eucerin bietet spezielle für Neurodermitiker mit der AtopiControl-Serie eine Pflegelinie, welche sich sehr gut auf der Haut verteilen lässt und frei von Duft- und Farbstoffen ist.

»Die betroffenen Hautareale sollten täglich 1 bis 2 Mal, bei Bedarf auch öfter, vollständig eingecremt werden!«
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WOMAN: Was kann man, abgesehen von der speziellen Pflege, gegen Neurodermitis unternehmen?
Dr. Wehmeyer: Neben einer konsequente Hautpflege ist es für Neurodermitis Patienten besonders wichtig, die individuellen Provokationsfaktoren zu kennen und zu vermeiden. Dazu gehören vor allem Allergene aus der Umgebung (z. B. Pollen, Hausstaub, Tierhaare) sowie Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden. Aber auch bestimmte unspezifische Reizstoffe (z. B. Zigarettenrauch, Kleidung aus Wolle) sowie Infektionen der Haut mit typischen Erregern wie Staphylococcus aureus, Herpesviren oder Hautpilzen beeinflussen den Hautzustand ungünstig. Jede Belastung der Hautbarriere mit austrocknenden Substanzen (z. B. aggressive Reinigungsprodukte, berufliche Schadstoffe) kann ebenfalls die Symptomatik verschlimmern und einen akuten Schub auslösen. Und schließlich spielen auch psychische Faktoren wie Stress und emotionale Belastungen eine große Rolle für den Krankheitsverlauf.

Thema: Pflege