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Ina Holub: „Powerfrau!“

Mein Name ist Ina Holub, und ich bin „Queer Body Positivity“-Aktivistin.


Ina Holub: „Powerfrau!“
© Andreas Orsolits

Ich bin fett und homosexuell und stehe damit bereits am äußeren Rand der Mehrheitsgesellschaft. Dennoch bin ich auch sehr privilegiert, denn ich bin weiß, habe einen österreichischen Pass, und die Art, wie mein Körper geformt ist, verhilft mir zu mehr Sichtbarkeit als anderen ausgegrenzten Personen. Ich poste auf Instagram von meiner Lebensrealität als fette Lesbe und den täglichen Auseinandersetzungen mit patriarchalen Strukturen, die es Frauen wie mir sehr schwer machen. Es geht mir in meinem Account um intersektionalen Feminismus, Vernetzung, Solidarität und Empowerment. Frauen sollen sich gestärkt und verstanden fühlen, genauso wie ich mich bei vielen anderen Bloggerinnen.

Dafür ist aber nicht nur Sichtbarkeit wichtig, sondern auch zu erkennen, an wen meine Bilder und Beiträge gerichtet sind. Daher sind meine Follower ausschließlich Frauen, Femmes, Transfrauen, queere Weiblichkeiten aller Art und schwule Männer, ebenso alle Likes und Kommentare. Mir ist sehr wichtig klarzustellen, dass ich, auch aufgrund meiner Privilegien, auf Cis-Hetero-Männlichkeit und deren wertenden Blick verzichten kann. Deren Ideen zu mir, meinem Körper und Frauen generell spielen in meinem Leben eine möglichst kleine Rolle. Auch in meinem Privatleben, und ich bin sehr froh, mir eine queere, weibliche, Fat-positive Bubble geschaffen zu haben, mit der ich die Zwänge und Strukturen der Mehrheitsgesellschaft einigermaßen aushalten kann.

Das hat mir persönlich auch am allermeisten geholfen, selbstbewusst zu meinem fetten Körper stehen zu können. Ich habe mich mit vielen anderen Dicken vernetzt, über Körperpolitik gelesen und dann erkannt: Nicht mein Körper oder meine Homosexualität ist das Problem, sondern die Gesellschaft. Ich lebe im Patriarchat. Menschen werden gewertet und kategorisiert und schließlich an den Rand der Gesellschaft gedrängt. All jene, die sich nicht einer von Rassismus, Homophobie, Sexismus und eben auch Schönheitsnormen durchdrungenen Struktur beugen wollen oder können, werden ausgegrenzt. Das trifft auch auf cis-heterosexuelle weiße Männer zu, wenn sie etwas machen oder leben, das als „unmännlich“ klassifiziert wird.

Ich werde also nicht (nur) persönlich beleidigt, wenn unter meinen Posts „fetter Wal“ steht, sondern strukturell. Ich werde als Frau gelesen, also sind Kommentare aller Art legitim. Das ist furchtbar. Gleichzeitig hat es mir auch geholfen und zu anderen Diskriminierten ein „Wirgefühl“ hervorgerufen.
In meinem Leben sind so viele starke Frauen, allen voran meine Frau, mit der ich seit 2019 verheiratet bin, aber auch Freundinnen. Deren Lebensrealität wird nicht anerkannt oder gewollt, sie leben mit täglicher Diskriminierung und Angst, sehen anders aus als das Bild, das die Gesellschaft von Frauen hat. Also erlangen sie nie Sichtbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung für das, was sie tun. Aber es gibt sie, und wir werden immer mehr.

8 Fragen an Ina

Wer bist du und woher kommst du?

Ich bin Ina, fett, homosexuell, und komme aus Wien.

Was machst du beruflich?

Ich habe einen kleinen Laden für Vintagekleidung - Vintage Second Hand Extraschön.

Welche Themen beschäftigen dich?

Als Queer Body Positivity Aktivistin beschäftige ich mich vor allem mit Körperpolitik, Queer-Feminismus, struktureller Diskriminierung und Frauensolidarität.

Was ist dein (nächstes) Ziel?

Frauen und alle, die Weiblichkeit leben, zu empowern.

Was ist dein größter bisheriger Erfolg?

Zu hören, dass Menschen auch durch mich eine andere Sicht auf Körper haben.

Wer inspiriert dich?

Selbstbewusste Rolemodels, wie @p.s.kaguya, @wirmuesstenmalreden, @silkyganache @glitterandlazers @mynameisjessamyn @iamjarijones @lvernon2000 @enamasiama @sassy_latte @lovaeij tanzgruppe @prettybigmovement oder Labels wie @plusequals.

Was motiviert dich?

Festzustellen, dass nicht meine Homosexualität oder mein Körper das Problem ist, sondern die Mehrheitsgesellschaft.

Was macht dich zu einer unabhängigen starken Frau?

Die Gespräche und das Vernetzen mit anderen Frauen; die Erkenntnis, dass ich nicht allein bin damit; die Ehe mit meiner Frau; die Community, in der ich mich bewege und dass ich es mir leisten kann, nicht von einem Blick der Mehrheitsgesellschaft auf mich abhängig zu sein.

MÖCHTEST DU INA KENNENLERNEN, DEINEN KÖRPER FEIERN UND DURCH DIE FREIHEIT DES TANZES EIN STATEMENT NACH AUSSEN ZEIGEN?

Dann zeig’ auch du dich und poste ein Foto oder Video, mit deinem Empowerment auf Instagram mit dem #nevertoomuch und tagge @renault.at und @inaholub!

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