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Nein! Ich werde nicht erwachsen!

Ab wann ist man eigentlich "erwachsen"? Mit 18? 25? Mit 30? Nein, sagt unsere Autorin. Und hat auch ein paar gute Gründe, warum sie niemals ganz erwachsen wird.


Nein! Ich werde nicht erwachsen!

Ätsch! Ich habe keine Lust auf Ernsthaftigkeit

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Das Erwachsenenalter. Offenbar ist das jenes Stadium, in dem wir unfassbar viel Erfahrung gewonnen haben, Know How. In dem wir wissen, wie wir heikle Situationen vernünftiger managen, in dem wir unseren Kram ordentlich und zeitgerecht auf die Reihe bringen. In dem wir eine Pensions-, Lebens-, Unfalls-, Haushalts-, Haustier-, Tiefkühlfach- und Kleiderschrankversicherung haben (wobei: letztere wäre eigentlich gar nicht so unpraktisch, wenn man es genau bedenkt... )

Aber wann ist es soweit? Wann bin ich endlich erwachsen? Mit 18? Mit 25? Mit 30? Vielleicht mit 40? Gibt es den einen Moment, in dem mir klar wird: "Du wirst nie mehr Teil einer Jugendbewegung sein?" Werde ich eines morgens plötzlich aufwachen und die Shirts mit Girlie-Aufdruck endgültig aus der Lade verbannen und stattdessen weiße Blusen einsortieren?

Und, Moment mal! Was ist, wenn ich beschließe, dass ich niemals nicht erwachsen werden will? Mein Leben als Petra Pan führe, die sich nach wie vor Blödsinn erlauben kann und die sich nicht anpassen muss, an all die Regeln, die das Erwachsenenleben offenbar mit sich bringt. Deren halber Freundschaftskreis zwar schon Samstag morgens mit den Kindern in den Tiergarten pilgert, während sie zur selben Zeit noch immer zu bedüdelt ist, um ihren Haustorschlüssel aus der Tasche zu pfriemeln?

Nein, das soll hier kein Plädoyer für kindisches bis fahrlässiges Verhalten werden. Aber in Wahrheit gibt ein paar Sachen, die wir alle machen – und die so gar nix mit dem angeblichen Erwachsenendasein zu tun haben. Womit bewiesen wäre: Irgendwie sind wie ja doch forever young...

1

Du trägst deine Lieblings-Jeans, obwohl sie schon steht. Gott. Wie lange habe ich meine Lieblingsjeans nicht mehr gewaschen? Zumindest nicht, seit ich in diesem völlig verrauchten Club war. Egal. Ein paar Sprüher Febreeze , und ich kann sie noch ein paar Tage länger anziehen.

2

Du orderst Essen, obwohl dein Kühlschrank voll ist. Jetzt mal ehrlich! Ich habe den Einkauf drei Stockwerke hochgeschleppt, ich habe ihn in den Kühlschrank gepackt – aber warum sollte mir gerade jetzt nach Melone mit Prosciutto sein? Und Light-Joghurt als Nachtisch? Also bitte. Pizza mit Extra-Käse. Aber dalli!

3

Du lässt deine Eltern die Handyrechnung zahlen. Bringt doch nur Vorteile für sie, aber wirklich. Der Familientarif kommt sie weit günstiger als, äh... egal. Es ist bestimmt so billiger für sie (und mich).

4

Du isst Müsli, Süßigkeiten und/oder Eiscreme zum Abendessen. Äh, ich bin ja wohl ERWACHSEN. Und das sind eben die Entscheidungen, die ich treffe, hämhäm.

5

Du shoppst nach wie vor in den Läden, in denen du schon als Schülerin warst. Na und? Die haben nach wie vor niedliche Tops, okay? Und frau kann einfach nicht genug Leggins mit Mustern haben. Find ich.

6

Du wäscht exakt deine geliebte Kaffeetasse ab – der Rest des Geschirrs verstellt die Abwasch. Irgendwann mache ich das schon. Ehrlich. Aber vorher balanciere ich noch diese Müslischüssel auf den Tellerstapel mit den sechs Gabeln und vier Messern.

7

Du schmeißt dein Geld auf den Deckel als würde es nachgedruckt. Hallo? Das ist erst der zweite, äh, dritte Shopping-Bummel in diesem Monat. Und verdammt. Die Kreditkarte ist noch nicht gesperrt, und außerdem habe ich nix, aber gar nix zum Anziehen. Für Prae-Frühling. Für Frühling. Für Post-Frühling. Also was solls?

8

Du smst lieber als anzurufen. Es ist halt eben...einfacher ;-)

9

Du triffst schlechte Entscheidungen, wenn es um Alkohol geht. "Ich bin eine Frau mit Klasse, die sich hier in dieser angesagten Bar ja wohl ein paar exquisite Cocktails gönnen kann." Am nächsten Morgen leide ich dann unter Hangover-Kopfschmerz und der 160 Euro-Rechnung, die ich in die Tiefen meiner Tasche gestopft habe.

10

Du echauffierst dich, wenn dich Jugendliche "Siezen". Kinder, ich bin immer noch eine von euch. Wirklich. Das sind keine Falten, das ist ungünstiges Licht!

11

Du hattest wirklich gute Absichten, als du diesen Planer gekauft hast. Jetzt brauch' ich nur noch jemanden, der mein Leben plant. Oder einen Life-Coach, der statt mir die Besuche bei Ärzten, Bankbeamten oder Steuerberatern erledigt.

12

Du schaust am Sonntag Morgen Disney Channel. Arielle, die Meerjungfrau. Yakari, der kleine Indianer. Und dann, unerreicht: Tom & Jerry. NICHTS geht über Schokoladen-Muffins und Tom & Jerry an einem Sonntag Vormittag.

Thema: Psychologie

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