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Die 10 Gebote: Nie mehr Beziehungsstress!

Wir glauben oft, zu tun, was wir können, damit eine Liebe gelingt. Und doch sind wir häufig unglücklich mit unserem Beziehungsleben. VIELLEICHT GEHEN WIR ES ABER AUCH EINFACH FALSCH A N? Welchen Irrtümern man aufsitzen kann, wenn es um Partnerschaft geht, und wie man Herzschmerz, Frust und Missverständnisse vermeidet, lesen Sie hier.

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Die 10 Gebote: Nie mehr Beziehungsstress!
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Es tut weh. So richtig. Liebeskummer ist echt das Letzte, was man braucht. Aber wer bleibt schon davor verschont? Sie vielleicht, wenn Sie das verinnerlichen, was Beziehungscoach Elena-Katharina Sohn in ihrem neuen Buch "Goodbye Beziehungsstress" (Ullstein, € 13,40) vorschlägt. Sie weiß, wie es läuft. Denn auf der Couch ihrer Berliner Praxis (die-liebeskuemmerer.de) sitzen tagtäglich Menschen mit gebrochenem Herzen, die gar nicht verstehen können, wie es zur Trennung kam. Sie wollten doch nur das Beste für die Beziehung und haben offenbar gerade das Falsche getan. Sind einem der zehn Irrtümer des Beziehungsglücks erlegen, die Coachin Sohn festgehalten hat, damit Sie Ihre Partnerschaft verbessern können oder diese Fehler bei einer neuen Liebe gar nicht erst machen. Wollen Sie schon mal das beste Gegenmittel wissen? Es heißt: Zufriedenheit im eigenen Leben.

ER MUSS SICH ÄNDERN!

Also, wovon sind Sie in Sachen Partnerschaft überzeugt? Dass ER sich für Sie ändern müsste vielleicht? Weil die Beziehung besser wäre, wenn Sie mehr zusammenpassen? Bombardieren Sie ihn mit "Hättestkönntest-müsstest-solltest-Botschaften", und komisch: Er reagiert wütend, gekränkt, verunsichert, geht in Verteidigung und auf Abstand. Im Extremfall wird nur mehr genörgelt, gefrotzelt, kritisiert und sich in Sachen Zynismus überboten. Denn was Sie vergessen haben: Kein Partner der Welt kann allen Ansprüchen eines anderen entsprechen. Was soll aus einer Liebe werden, wenn jemand denkt, er wäre nicht gut so, wie er ist? Aber möglicherweise erliegen Sie (oder er) ja auch dem Irrtum, dem anderen die Du-gehörst-(zu)-mir-Kette anlegen zu müssen. So auf: "Wir sind so verbunden, dass wir sogar die Verbindung zur übrigen Frauen-und Männerwelt kappen". Kontakt mit der/dem Ex ist schwerstens verboten. Ist das nicht romantisch? "Keineswegs", findet die Coachin, "wie glücklich kann eine Partnerschaft, die auf Misstrauen und Kontrolle basiert, wirklich werden?" Diese Paare berauben sich außerdem der Chance, eine Liebe zu leben, in der sie sich sicher und gleichzeitig frei fühlen. Und das wäre das Ideal!

UNS GIBT ES NUR ZU ZWEIT!

"In einer guten Beziehung macht man alles zusammen!" Wie langweilig ist das denn! Wenn man nichts getrennt voneinander erlebt, was hat man sich dann zu sagen? Aber eine getrennte Freizeitplanung schadet der Beziehung, meinen viele und wundern sich dann, wenn trotz aller Harmonie, die Luft plötzlich draußen ist. Ein Fahrschein direkt ins Liebes-Unglück ist genauso die Einstellung: "Je mehr ich für meinen Partner tue, umso mehr liebt er mich!"- die Liebe-Leistung-Verwechslung, wie es Sohn definiert. Aber ein Partner, der sich für den anderen aufgibt, kann diesen schwer unter Druck setzen und ihm Schuldgefühle einjagen."Wenn man jemanden mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet, will man das ja auch zurückhaben", weiß die Coachin. Und vor einem Menschen, der nicht auf seine eigenen Bedürfnisse achtet, verliert man außerdem leicht den Respekt. Das kann auch passieren, wenn man das alte Sprichwort "Gleich und gleich gesellt sich gern" - nächster Irrtum -falsch auslegt. Nämlich so, dass einer sich dem anderen immer mehr anpasst. Bis der ausrastet: "Ich hab keine Lust mehr, immer der zu sein, der ständig sagt was, wann, wie, wo. Mach du doch endlich auch mal was!"

ICH WEISS GENAU, WAS ER DENKT

Ein paar weitere Irrtümer gefällig? Die Mär vom perfekten Partner zum Beispiel. Dieses Denken blockiert den Weg ins Beziehungsglück ganz erheblich. "Jemanden zu lieben und ihm nahe zu sein bedeutet gerade, ihn in seiner Andersartigkeit zu wertschätzen und zu akzeptieren", erinnert die Expertin. Und kommt zu einem weiteren Irrglauben: ein anderer könnte einen aus der Einsamkeit holen. "Menschen, die das meinen, fühlen sich ohne Beziehung leer, wertlos, ungeliebt und unendlich allein. Deshalb haben sie oft wahnsinnige Angst vor einer Trennung und halten an der Partnerschaft fest, auch wenn diese ihnen gar nicht guttut." Ja, und wenn Sie zu denen gehören, die überzeugt sind, dass man intuitiv wissen sollte, was der Partner denkt oder braucht, sind Sie ebenfalls auf dem falschen Dampfer. "Das Risiko, dass das zu Missverständnissen und Unklarheiten führt, ist einfach sehr groß!" Viel zielführender: offen über alles reden! Jetzt fehlen nur mehr die "Verirrten", die unter "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" fallen. Menschen die, wie Elena Sohn erklärt, sich so nach einer Beziehung sehnen, dass sie nach kürzester Zeit Sätze wie "Ich liebe dich" sagen, vom "Seelenverwandten" sprechen, gemeinsame Wohnungen oder Kinder planen. Sie eilen einer Beziehung voraus, die das alles noch nicht trägt, und das böse Erwachen wird folgen!

»Wie glücklich kann eine Partnerschaft, die auf Misstrauen und Kontrolle basiert, wirklich werden?«

ER MUSS MICH GLÜCKLICH MACHEN

Und all diese Irrtümer würden sich sofort in Luft auflösen, wenn nicht der allergrößte falsche Gedanke über allem stünde: "Ein Partner soll mich glücklich machen." Das kann nämlich nur jeder für sich selber. Untersuchungen zeigten, dass es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale sind, die jemanden dafür prädestinieren, in einer Partnerschaft zufrieden zu werden. "Beziehungsglück beginnt schon beim Ich und nicht erst beim Wir", erklärt die Expertin. Menschen, die so eine Liebe leben, zeichnen sich besonders häufig durch die Fähigkeit aus, Konflikte mit Gelassenheit zu überstehen und positiv zu bewältigen. Also immer über der Gürtellinie zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Diese Menschen sind in der Lage, Vertrauen zu fassen und einen liebevollen Blick aufeinander zu haben, der auch durch einen Streit nicht vergeht. Für das alles sollte man aber guten Selbstwert besitzen, mit sich selbst im Reinen sein und unabhängig von der Partnerschaft ein zufriedenes Leben führen, emotional stabil sein und sich selbstbestimmt fühlen.

SUCHEN SIE NACH GLÜCKSQUELLEN

Jetzt wissen wir, was wir für eine glückliche Liebe anstreben sollten. Aber wie macht man's richtig? Einer der vielen Schritte, die Elena Sohn in ihrem Buch aufzeigt, ist der mit dem "Glücksherz". Zeichnen Sie auf einem Blatt Papier ein Herz und dann in einzelnen Abschnitten alles hinein, was Sie ehrlich erfüllt. Sie haben nur zwei Segmente? 90 Prozent vom Herz gehören der Partnerschaft und die restlichen zehn der Familie? Nicht so gut! Suchen Sie sich gezielt weitere Glücksbringer. Das macht frei. Teilt sich Ihr Glücksherz aber ohnehin schon in mehrere ziemlich gleich große Abschnitte, in denen dann außer Partner noch Dinge wie Arbeit, Freunde, Familie, Yoga, Musik, Natur, oder "mein Hund" stehen, haben Sie großes Potenzial, Selbstbewusstsein und Gelassenheit zu entwickeln und sich selbst gern zu mögen. Das macht Sie von einer Beziehung unabhängig. Und genau deshalb wird sie umso eher gelingen.

10 IRRTÜMER DES BEZIEHUNGS-GLÜCKS

#1 MEIN PARTNER SOLLTE SICH (FÜR MICH) VERÄNDERN. #2 KONTAKT ZUM/ZUR EX IST TABU. #3 IN EINER GUTEN BEZIEHUNG MACHT MAN ALLES ZUSAMMEN. #4 EINE NEUE LIEBE IST WIE EIN NEUES LEBEN. #5 JE MEHR ICH FÜR MEINEN PARTNER TUE, DESTO MEHR LIEBT ER MICH. #6 GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN. #7 MEIN PARTNER MUSS PERFEKT ZU MIR PASSEN. #8 WENN ICH EINEN PARTNER HABE, FÜHLE ICH MICH NICHT MEHR EINSAM, DANN BIN ICH GLÜCKLICH. #9 MAN SOLLTE WISSEN, WAS DER ANDERE DENKT. #10 ER/SIE MUSS MICH GLÜCKLICH MACHEN