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Wetten, dass du Nomophobie hast!

Wahrscheinlich hast du das Wort "Nomophobie" noch nie gehört. Wir bis vor kurzem auch nicht. Und dennoch leiden die meisten von uns daran: der Angst, ohne Mobiltelefon existieren zu müssen.

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Nomophobie
© iStockphoto.com

Mindestens 85 mal schauen wir im Durchschnitt jeden Tag auf unser Handy, nutzen es täglich 5 Stunden. So viel Zeit verbringen manche Menschen nicht einmal aktiv mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin! Kein Wunder also, dass wir in Panik verfallen, wenn der Akku leer wird und keine Ladekabel ist greifbar oder wenn wir angsterfüllt unsere Taschen durchwühlen, weil wir glauben, wir hätten das Smartphone verloren!

Und dafür gibt es einen Namen: Nomophobie - eine Abkürzung für „No-Mobile-Phone-Phobia“, was übersetzt für „Kein-Mobiltelefon-Angst“ steht. Nomophobie ist also die Angst, ohne Mobiltelefon existieren zu müssen und unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein.

Aber warum können sich viele von uns ein Leben ohne Smartphone gar nicht mehr vorstellen? Einerseits ist es die Angst, den Kontakt zum Freundeskreis und Familie nicht ständig ermöglichen zu können, andererseits erlaubt der ständige Kontakt zum Internet eine gewisse Sicherheit, in jeder Lebenslage schnell reagieren zu können.

Ohne Handy hingegen glaubt man weniger flexibel zu sein und den Alltag nicht mehr so gut und leicht meistern zu können. Schließlich kann man ein Zuspätkommen nicht mit einer Nachricht erklären, findet den Weg zum Treffen nicht über Maps und erst recht nicht die Adresse des vereinbarten Lokals ohne Google.

Prinzipiell sind Ursachen der Nomophobie Furcht vor Einsamkeit und innerer Leere oder auch ein Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit.

Hast du Nomophobie? Erkennst du dich in diesen Anzeichen wieder?

  • Wenn du dein Handy vergessen hast oder der Akku leer ist, fühlst du dich nackt, nervös, unwohl oder sogar ängstlich.
  • Du schaltest dein Handy nie auf lautlos oder komplett aus.
  • Du hörst dein Handyklingeln oder Signale, wie wenn du Nachrichten bekommen würdest, obwohl keine Anrufe oder Messages eingehen.
  • Du hast dein Smartphone immer griffbereit, vor dir am Tisch liegen und beim Gehen immer in der Hand. Du nimmst das Handy auch auf die Toilette oder ins Bett mit - es weicht nie von deiner Seite.
  • Du hast für Notfälle sogar ein Ersatzhandy.
  • Du achtest oft nicht auf das, was dein Gegenüber sagt, weil du mit deinem Smartphone beschäftigt bist.

Exzessive Nutzung ist natürlich ebenso ein großer Punkt. Man will ja auf keinen Fall etwas verpassen. Und je öfter das Smartphone verwendet wird, desto stärker wird oftmals auch die Abhängigkeit.

Was kann ich bei Handysucht tun?

Wie bei vielen Angsttherapien versucht man durch kontrollierte Konfrontation, mit dem wovor man sich fürchtet, die Furcht zu verringern. Die Unerreichbarkeit wird also gezielt hergestellt, indem das Smartphone immer wieder für eine bestimmte Zeit ausgeschaltet, auf lautlos gestellt oder außer Sichtweite aufbewahrt wird. Um zu erkennen, dass selbst in jenem Zeitraum ein Überleben ohne Handy möglich ist. Was zugegebenermaßen für die Verfasserin dieser Zeilen momentan ebenso kaum vorstellbar ist...

Nomophobie
Thema: Smartphone

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