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"A Kiwara is ka Hawara": OIDA-Anzeige geht in nächste Instanz

"Oida" sagt man nicht - jedenfalls nicht zur Polizei. Das musste ein junger Wiener kürzlich auf die harte Tour lernen. Die leicht absurde Anzeige geht nun in die nächste Runde.

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"A Kiwara is ka Hawara": OIDA-Anzeige geht in nächste Instanz
© commons.wikimedia.org/wiki/User:Haeferl

Es ist ein Wort, das die meisten von uns mehrmals täglich gebrauchen. Sei es als Ausdruck des Ärgernis, der Freude, der Überraschung - "Oida" geht eigentlich immer. Wenn man allerdings mit der Exekutive zu tun hat, sollte man sich das gewohnte Wörtchen lieber sparen, denn dort kann das zu einer Anzeige wegen Verletzung der Anstandspflicht führen. So geschehen Anfang Oktober in Wien, als ein 22-jähriger Fotograf "Oida" zur Polizei gesagt haben soll. Daraufhin wurde eine Geldstrafe verhängt, 100 Euro sollte er für seine Äußerung zahlen.


Die ORF-Sendung "Wien Heute" berichtet nun, dass der Einspruch des 22-Jährigen nun abgelehnt wurde. Warum? Weil "Oida" als Synonym für das wienerische Wort "Hawara" gelte. In der Begründung, die "Wien Heute" vorliegt, heißt es dazu: „durch die Verwendung des Wortes bzw. des Ausdruckes ‚Alter, was willst du bitte von mir?‘ - was dem Wort ‚OIDA‘ gleichzuhalten ist“ ein strafbarer Tatbestand gesetzt wurde.

OIDA als Synonym für HAWARA?

Weiters wird in der Begründung auf ein Erkenntnis aus Oberösterreich verwiesen, „wonach durch den Gebrauch des Wortes ‚OIDA‘ welches als Synonym für ‚HAWARA‘ (Wienerischer Ausdruck) gilt, die Amtshandlung und das Einschreiten des Polizisten in Frage gestellt werden. Der dieses Wort Verwendende bringt damit eine nicht unerhebliche Geringschätzung des Gegenüber zum Ausdruck.“

"Wortwahl kann nicht toleriert werden"

Und weiter: Damit werde „ein Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes bei der Vollziehung seiner Aufgaben der Lächerlich (sic) preisgegeben. Obwohl die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes angehalten sind, situationsbedingt einzuschreiten und sich angepasster Umgangsformen zu bedienen, kann diese Wortwahl nicht toleriert werden. Polizeibeamte sind keine ‚HAWARA‘“.

Anzeige geht in nächste Instanz

Der 22-Jährige hat nun gegenüber Wien Heute angekündigt, in die nächste Instanz gehen zu wollen. Das bedeutet den Gang vor das Verwaltungsstrafgericht, das Verfahren soll in etwa zwei bis vier Monaten stattfinden. Was wir dazu sagen? Oida, das wird noch spannend!