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Syrische Olympiaschwimmerin wegen Flüchtlingshilfe festgenommen

Die Olympiaschwimmerin Sarah Mardini floh 2015 selbst vor dem Bürgerkrieg in Syrien. Laut griechischer Polizei wurde sie nun wegen Flüchtlingshilfe festgenommen.

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Syrische Olympiaschwimmerin wegen Flüchtlingshilfe festgenommen
© Getty Images

In Griechenland wurde ein Netzwerk für Flüchtlingshilfe zerschlagen. Drei Aktivistinnen und Aktivisten des Emergency Response Centre International (ERCI), einer Nichtregierungsorganisation, wurden festgenommen. Laut Polizei bildeten die NGO-Mitglieder ein "kriminelles Netzwerk". Gegen 30 weitere Mitglieder wird ermittelt. Der Grund: Sie halfen geflüchteten Menschen bei der illegalen Einreise nach Griechenland, so die Polizeisprecher. Unter ihnen die syrische Olympiaschwimmerin Sarah Mardini (23), die im Jahr 2015 zusammen mit ihrer Schwester Yusra, die ebenfalls Leistungsschwimmerin ist, vor dem Bürgerkrieg in Syrien floh und inzwischen in Berlin lebt. Ihre Geschichte ist bewegend: Vor drei Jahren versuchten die Schwestern gemeinsam mit anderen Geflüchteten auf die griechische Insel Lesbos zu kommen. Als das Boot eine Panne hatte, zogen die beiden Athletinnen das Boot hinter sich her und schwammen stundenlang durchs Mittelmeer. Die Heldinnentat, die am Ende 18 Menschenleben vor dem Ertrinken rettete, sorgte für weltweite Aufmerksamkeit. Beide nahmen 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil und starteten damals in der erstmals eingesetzten Geflüchteten-Mannschaft.

Die Vorwürfe gegenüber der NGO reichen von Zusammenarbeit mit organisierten Schleppern, über das illegale Abhören des Funkverkehrs der griechischen Küstenwache und der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten es sich zum Ziel gemacht, geflüchteten Personen, die sich von der türkischen Küste nach Lesbos aufmachten, zu helfen. Sarah Mardinis Schwester Yusra wurde inzwischen zur UNO-Sonderbotschafterin für Geflüchtete ernannt.

Sarah Mardini (links)