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So gefährlich ist Oral-Sex!

Der Blowjob soll gefährlich sein? Leider ja. Denn Gesundheitsexperten bringen Oralsex in direkten Zusammenhang mit einer immer häufiger werdenden Krebsart.


So gefährlich ist Oral-Sex!
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Bislang galt Rauchen als Hauptverursacher für Mundhöhlenkrebs. Doch nach Ansichten von Gesundheitsexperten dreht sich das nun – und bedeutet für unser Liebesleben in gewisser Weise ein Down-Grade.

Dabei handelt es sich (leider!) nicht um schlecht recherchierte Panikmache, sondern um einen Trend: Die Zahl der Rachenkrebserkrankungen steigt kontuinuierlich. Rund 2.500 Menschen sind in Österreich davon betroffen, jedes Jahr kommen nach Schätzungen von Medizinern zwischen 100 und 200 Neuerkrankungen hinzu.

Krebs durch Oralsex?

Was für viele überraschend kommen mag, ist eigentlich schon lange bekannt: HPV kann tatsächlich die Entstehung von Krebs begünstigen – und zwar nicht nur die von Gebärmutterhalstumoren, sondern eben auch von Tumoren im Kopf- und Halsbereich. Und immer mehr Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Oralsex - oder besser: die dabei übertragenen Humane Papillomviren (HPV) – für den Anstieg von Rachenkrebs ausschlaggebend sind. Nach Angaben des berühmten Mount Sinai Krankenhauses in New York sollen in den Vereinigten Staaten sogar etwa 70 Prozent dieser Tumore auf HPV 16, eine Hochrisiko-Variante des Virus, zurückzuführen sein. Ist Oralsex also eine Gefahr für die Gesundheit?

Fakt ist: Die Viren sind nicht selten, sondern sogar weit verbreitet. Das Virus findet sich bei etwa der Hälfte aller sexuell aktiven jungen Frauen und Männer. Schätzungen zufolge infizieren sich mindestens 75 Prozent aller Menschen zumindest einmal im Leben mit HPV. Meist wird das Immunsystem problemlos mit den Viren fertig. Erneut anstecken kann man sich mit dem Virus allerdings jederzeit. Das geschieht bei manchen Virustypen hauptsächlich über sexuelle Kontakte. Denn die HP-Viren verstecken sich in Haut- und Schleimhautzellen. Etwa 40 HPV-Typen finden sich vor allem an Geschlechtsteilen und After – und werden deshalb auch "genitale HPV-Typen" genannt.

Dort verursachen sie dann entweder lästige Genitalwarzen - oder eben Gewebsveränderungen, die zu Tumoren führen können. Helen Webberley, Ärztin bei der Oxford Online Pharmacy : "Wir wissen schon seit einiger Zeit, dass viele Arten des Genitalkrebses mit dem Virus in Verbindung stehen. Es ist nur logisch, dass dies auch auf Mundkrebs zutrifft." Dennoch: HPV ist wesentlich häufiger im Mundraum anzufinden als die Tumore, die es verursacht. Der Schluss, dass Oralsex automatisch zu Krebs führt, wäre also falsch. Ein Risiko besteht jedoch unbetritten.

Was ist ein Dental Dam – und schützt es vor HPV?

Wer beim Oralsex kein Kondom benutzen möchte (das zumindest einen Teilschutz vor HPV bietet): Empfohlen wird auch das sogenannte Dental Dam (auch Leckläppchen oder Lecktuch genannt). Das Dental Dam ist ein Latextuch, das man beim Oralverkehr über die Vagina der Partnerin legt. Es ist in der Apotheke, bei der lokalen Aids-Hilfe oder im Internet erhältlich.

Schützen kann auch die HPV-Impfung. Sie dient zwar vorrangig der Prävention von Gebärmutterhalskrebs - Mediziner gehen aber davon aus, dass sie auch bei Mundhöhlen- oder Rachenkrebs wirksam sein könnte.

Was sind die Symptome von Rachenkrebs

Prinzipiell wäre Rachenkrebs vergleichsweise gut zu behandeln – das Problem ist eher, dass er meist sehr spät erkannt wird. Denn die Anzeichen können leicht mit einer Erkältung oder anderen Halserkrankung verwechselt werden: Schmerzen beim Schlucken ständige Heiserkeit, schmerzlose Schwellungen und Blut im Speichel werden gerne fehlgedeutet ...

Thema: Sex & Erotik