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ORF-Journalistin Georgia Schultze in Chile festgenommen wegen Interviews bei Demo

Eigentlich wollte sie nur ein paar TeilnehmerInnen einer angemeldeten Demonstration in der chilenischen Kleinstadt Temuco interviewen – das wurde der ORF-Radiojournalistin Georgia Schultze, 34, schließlich zum Verhängnis: Von Geheimdienst-Mitarbeitern der Policía de Investigaciones (PDI) wurde die Reporterin kurzerhand deswegen festgenommen.


ORF-Journalistin Georgia Schultze in Chile festgenommen wegen Interviews bei Demo
© Harald Zeilinger/Worldvision

Mit einem Team von World Vision war Journalistin Georgia Schultze in Chile, um über den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben am 27. Februar 2010 zu berichten. Die internationale Hilfs- und Patenkindorganisation engagiert sich tatkräftig in dem Land, 3000 ÖsterreicherInnen unterstützten Patenkinder in den ärmsten Teilen des Landes. Schultze wollte darüber für Ö1 Beiträge über die UreinwohnerInnen Chiles, die Mapuches (Mapu = Mensch, Che = Land), machen, welche von der chilenischen Regierung seit mehreren Jahren jenes Land zurückfordern, das ihnen nach ihrer Ansicht unrechtmäßig genommen wurde.

Bei einer angemeldeten Demonstration der UreinwohnerInnen bat die Radioreporterin mehrere TeilnehmerInnen zum Interview, woraufhin sie von Mitarbeitern des PDI kurzzeitig festgenommen wurde. "Vor mir haben sich drei Männer in dunklen Anzügen aufgebaut, sich als Angehörige der PDI ausgewiesen und mich zum Verhör mitgenommen.", so Schultze. Es gelang ihr allerdings, das Aufnahmegerät zu verstecken und sich bei dem folgenden Verhör unwissend zu geben, woraufhin sie schließlich wieder freigelassen wurde.

Redaktion: Marlene Altenhofer