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ORF-Moderatorin Eva Pölzl ist nach der Baby-Pause wieder zurück im Fernsehen

Eva Pölzl: Die ORF-Lady feierte mit der Romy-Gala am 17. April 2010 ihr Comeback am Schirm. WOMAN sprach mit der jungen Mutter über Nickerchen, Protektion und Polnisch-Lektionen.


ORF-Moderatorin Eva Pölzl ist nach der Baby-Pause wieder zurück im Fernsehen
© Susanne Spiel

Dass der kleine Mann mit den blauen Augen, den sechs Zähnchen und der Pilzkopf-Frisur (er ist erst zehn Monate alt und war schon dreimal beim Haareschneiden!) ein geselliger Zeitgenosse und echter Kuschelbär ist, mag an seinem Sternzeichen Stier liegen. Viel mehr noch aber an Mama Eva Pölzl, 34 (ebenfalls Stier), die ihre Karenz auskostete und mit Julius „ganz viel herumschmuste“. Das merkt man: Denn kaum ist der Wonneproppen vom Mittagsschläfchen erwacht, schmiegt er sich an seine Mutter – und dann auch gleich an uns, als wir die beiden im Wiener Stadtpark treffen. Doch auch wenn’s noch so herrlich war, einfach in den Tag hinein zu leben – nun steht die Moderatorin und Partnerin von ORF-Kommunikationschef Pius Strobl wieder in den beruflichen Startlöchern.

WOMAN: Eva, wie hat sich die Moderation der Romy-Gala ergeben?

Pölzl: Bevor ich in Mutterschutz ging, habe ich diesen Wunsch deponiert, weil ich schon mal vom Red Carpet aus präsentiert habe. Der Anruf kam trotzdem überraschend.

WOMAN: Heuer gibt es nur wenige nominierte ORF-Moderatoren...

Pölzl: Tja, die privaten Sender werden immer präsenter, machen gutes Programm und haben tolle Leute. Im ORF gibt es für den Riesen-Pool an Anchor-People relativ wenige Jobs. Schade, dass das Programm fehlt und die Nachwuchsförderung. Ich glaube, dass da manche Talente brachliegen. Gehegt und gepflegt werden nur wenige!

WOMAN: Sie sind mit ORF-Kommunikationsboss Pius Strobl verlobt. Wird Ihnen Protektion unterstellt?

Pölzl: Ja, aber selten sagt mir das einer ins Gesicht. Schade, ich würde mich der Diskussion gern stellen. Es gibt so viel Neid im ORF, dass es müßig ist, darüber zu reden. Ich versuche, das nicht an mich rankommen zu lassen, aber ich bin nicht so abgebrüht, dass es mich kalt lässt. Trotzdem: Ich muss mich selber auf die Füße stellen, wenn ich eine neue Herausforderung suche. Auch mir fällt nix in den Schoß!

WOMAN: Ab Herbst soll es eine Wellness-Sendung geben, die Barbara Stöckls Produktionsfirma entwickeln soll. Sie sollen moderieren...

Pölzl: Ich habe mit Barbara Stöckl schon einen Termin vereinbart und mein Interesse deponiert.

WOMAN: Was, wenn’s nichts wird? Gibt’s dann ein zweites Baby?

Pölzl: Ich möchte gern wieder arbeiten gehen. In Ruhe, ohne Rederei, Mobbing und Verleumdung. Und wenn es im ORF nichts Passendes gibt, bin ich bereit, mich um Alternativen umzuschauen. Ich habe keine Standesdünkel, würde es nicht als Niederlage empfinden, wieder bei ATV zu arbeiten. Ich muss auch nicht unbedingt am Schirm sein. Ich habe begonnen, für die „ORF-Nachlese“ zu schreiben, das gefällt mir gut! Fix ist eines: Bis Herbst will ich mich festlegen.

WOMAN: Kommt Julius dann schon in den Kindergarten?

Pölzl: Nein, wir haben erst ab Herbst 2011 einen Krippenplatz. Bis dahin gibt es unser Au-pair, Agnes, die Julius heiß liebt und immer da ist, wenn ich Freiraum brauche oder Termine habe. Sie ist 25, Studentin und spricht nur Polnisch mit unserem Kleinen. Ich lerne mit! „Kochanie“ heißt Schatzi!

WOMAN: Denken Sie eigentlich an Heirat?

Pölzl: Wir sind dauerverlobt und schaffen es aus zeitlichen Gründen einfach nicht. Vielleicht auch, weil wir uns eine Zeremonie unterschiedlich vorstellen. Pius hätte gern das große Kino, vielleicht sogar eine burgenländische Hochzeit mit Tamburizza. Ich hätt’s gern intim und dann ein Fest. Eventuell im Gut Oggau. Also liebe Steffi Eselböck und lieber Edi Tscheppe, das ist die Idee! (lacht) Ich weiß nur eines: Ich brauch keinen Prinzessinnentag, muss nicht als Braut im Mittelpunkt stehen.

WOMAN: Verdanken Sie Julius diese neue Einstellung?

Pölzl: So war ich immer schon, aber durch ihn hat sich sicher einiges verändert. Ich muss meinen Alltag genau planen, bin jetzt mit Menschen und auf Plätzen, die eher meinen Bedürfnissen entsprechen. Ich freu mich über eine Niederflur-Straßenbahn, wo ich mit dem Buggy leichter hinein kann, oder einen Spielplatz, wo keine Zigarettenstummel herumliegen. Väter müssen sich mit solchen Dingen nicht zwangsläufig beschäftigen. Die meisten haben das Glück, es sich aussuchen zu können, ob sie um 18 Uhr nachhause kommen und Zeit mit ihrem Kind verbringen oder ob sie es später werden lassen und das Kind nur noch schlafend sehen. Als Mutter bist du immer da! Pius ist cooler, ich nicht! Ich kann schwer abschalten.

WOMAN: Wie ist Pius als Vater?

Pölzl: Die Geduld in Person! Er kann Julius ewig lang beim Einschlafen zuschauen, während ich auf Nadeln sitz. Er hat die Routine, weil er schon zwei große Kinder hat. Marko ist 17 und oft bei uns. Tara, 20, leider weniger, denn sie studiert in England. Wenn Julius den Pius sieht, ist er nicht mehr loszukriegen von ihm! Dann sind wir richtig kindisch. Letztens haben wir zu dritt Fangen gespielt. (lacht) Aber wenn um 5 Uhr Tagwache ist, bin ich diejenige, die den Knirps herumtragen muss. Das kann anstrengend sein! An solchen Tagen freu ich mich, wenn’s 7.30 Uhr wird. Da übergebe ich dann an Pius. Und wenn der ins Büro fährt, dösen Julius und ich noch eine Runde! Diesen Luxus sollte sich jede Mutter gönnen!

Interview: Petra Klikovits