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Pädophiler (26) beantwortet Fragen über die sexuelle Störung

"Meine Mutter hat nur geheult und meinte, ich sei eklig." Ein junger Mann beantwortet auf der Plattform "Jodel" offen Fragen über seine Pädophilie.

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Pädophiler beantwortet im Netz Fragen über seine Krankheit Jodel

"Ich fühle mich einfach nur einsam."

© istockphoto.com

"Ich stehe euch Frage und Antwort", schreibt ein User auf der Plattform "Jodel" - und bietet der Community damit an, alles über seine Pädophilie zu beantworten. Im Alter von 15/16 Jahren fiel dem Bielefelder (Deutschland) auf, dass er sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt. Acht Jahre lang sprach er mit niemanden über die Neigung, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als "Störung der Sexualpräferenz" eingeordnet wird. Ausgelebt habe er die Pädophilie nie – er wisse, dass dies strafbar sei.

Als er dann mit den Gedanken an Selbstmord spielte, wagte er es schließlich sich zu öffnen: "Meine Eltern und engsten Freunde wissen Bescheid." Seit 2016 befindet sich der 26-Jährige bei "Kein Täter werden" (einem deutschen Präventionsnetzwerk) in Therapie.

Jodel pädophiler Mann

Freunde des jungen Mannes unterstützen ihn im Umgang mit seiner Störung, für seine Eltern "sei er aber kein Sohn mehr". "Mein Vater ist wortlos gegangen und hat sich Schnaps geholt und meine Mutter hat nur noch geheult und meinte, ich sei eklig" , erzählt er im Netz.

"Ich bin pädophil – und ich habe mir Hilfe gesucht..."

Nach heutigem Forschungsstand besteht eine pädophile Neigung ein Leben lang. Heilbar ist sie also nicht. Präventionsprogramme wie "Kein Täter werden" richten sich an Pädophile, die verhindern wollen, zu Sexualstraftätern zu werden. In einer Verhaltenstherapie sollen die Betroffenen lernen, Situationen zu erkennen und zu meiden, in denen sie selbst Kindern gefährlich werden könnten. Oftmals werden auch Medikamente verschrieben, die den Sexualtrieb unterdrücken. Man spricht dabei auch von "chemischer Kastration". Therapieziel ist es, dass Pädophile in der Lage sind, ihren Trieb soweit zu kontrollieren, dass sie keine Übergriffe begehen oder Kinderpornographie konsumieren.

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»Sexuelle Gedanken an Kinder habe ich immer nur zu fremden Kindern.«

Die Sehnsucht nach einem "normalen" Leben

Auch der "Jodel"-User hat sich nach eigenen Angaben nie kinderpornographische Fotos oder Videos angesehen: "Das hat nichts mit Pornografie zu tun. Es ist aufgezeichneter Missbrauch. Damit möchte ich nichts zu tun haben. Also nein," beantwortet er eine Frage. "Er wolle kein Monster sein" - alles wonach er sich sehne, sei ein normales Leben. Eine Freundin zu haben, die er lieben könne.

Sex hatte der 26-Jährige bisher noch nie. Obwohl er selbst gerne einmal Vater werden würde. Denn Kinder, die er persönlich kennt, würden ihn nicht triggern: "Sexuelle Gedanken an Kinder habe ich immer nur zu fremden Kindern. Wenn z.B. jemand meine kleine Cousine anfassen würde, würde ich denjenigen umbringen."

Pädophiler beantwortet im Netz Fragen über seine Krankheit Jodel Jodel

Was genau der Mann an Kindern attraktiv findet, kann er selbst nicht erklären. "Genauso wenig, wie ich verstehe, was man an großen Brüsten attraktiv findet. Ich glaube einfach nicht, dass man das nachvollziehen kann." In der Therapie würde er aber lernen, mit der Pädophilie umzugehen. Im Moment nehme er Antidepressiva.

Alle Fragen und Antworten nachlesen

Den gesamten Thread auf "Jodel" kannst du hier nachlesen: jodel.com/stories/keintaeterwerden

Wir hoffen, dass die Offenheit des jungen Mannes anderen Betroffenen Mut macht sich selbst Hilfe zu suchen.

KOSTENLOSE UND ANONYME HILFE IN ÖSTERREICH

In Österreich gibt es für Männer das Präventionsnetzwerk "Nicht Täter werden", das sogar einen Online-Test bietet, um herauszufinden, ob man Hilfe benötigt.

Für Frauen steht die Plattform "Frauen beraten Frauen" zur Verfügung.

Thema: Report