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Pampers statt Partys: WOMAN über das Leben von Teenager-Mädchen als Mütter

Friedlich schlummert die kleine Isabella in den Armen von Nina Gabriel, 17. Die kleinen Händchen nah beim Mund, das Köpfchen sanft an Mamas Brust gelegt. Doch dann bekommt sie Hunger – jetzt ist Papa Marius Paireder, 16, gefragt. Liebevoll füttert er sie aus dem Fläschchen und wartet auf das Bäuerchen. „Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, musste ich weinen. Es ist ein irrsinnig schönes Gefühl, Papa zu sein!", strahlt der 16-Jährige. Heute genießen Nina, Marius und Isabella das Glück ihrer jungen Familie. Doch das war nicht immer so …


Pampers statt Partys: WOMAN über das Leben von Teenager-Mädchen als Mütter
© WOMAN

Als die Schülerin vergangenen Mai von ihrer Schwangerschaft erfuhr, war sie bereits in der 13. Woche. Zu spät für eine Abtreibung – die ist in Österreich nur bis zum Ende der zwölften Woche erlaubt. Doch Nina war froh, dass ihr die Entscheidung so abgenommen worden war: „Eigentlich wollte ich gar nicht abtreiben. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie es mit einem Kind weitergehen sollte."

Dass sie ihre Schwangerschaft erst so spät bemerkte, verdankt die Wienerin einer Reihe von Fehldiagnosen: „Als meine Regel ausblieb, ging ich zur Frauenärztin. Doch die meinte, dass es sich um eine Hormonstörung handle." Kurz darauf plagten sie in der Schulsportwoche ständig Bauchschmerzen, worauf sie sich zwei (!) Schwangerschaftstests besorgte – das Ergebnis war beide Male wieder negativ! Erst nach einem Besuch beim Hausarzt war klar: Nina ist schwanger! Sie erinnert sich an den Schock: „Im ersten Moment habe ich nur geweint, doch Marius und meine Mutter haben mich getröstet und waren für mich da."

Jasmin Hermann, 19, und Markus Mandl, 23, sind gar schon zweifache Eltern: Als die Wienerin mit ihrer ersten Tochter Lena, 3, schwanger wurde, war sie erst 15. Die beiden hatten zwar anfangs mit Kondom verhütet, später jedoch darauf verzichtet. Bis plötzlich Jasmins Periode ausblieb …

„Wir waren einfach jung und dumm!", meint die Wienerin heute und erzählt weiter: „Als ich von der Schwangerschaft erfuhr, ist für mich eine Welt zusammengebrochen!" An das Gefühl, Mama zu werden, musste sich Jasmin erst gewöhnen, sie machte sich Sorgen um ihre Zukunft, wusste nicht, wie sie alles schaffen sollte. Sehr geholfen hat ihr jedoch die Reaktion von Markus: „Er hat sich total auf das Kind gefreut!" Langsam stellte sich auch bei ihr Freude übers Baby ein. Doch nach der Geburt folgte wieder ein Rückschlag: Bis Lena vier Monate alt war, hatte Jasmin mit schweren Depressionen zu kämpfen. „Am Anfang war ich mit der Kleinen überfordert! Ich habe viel geweint und konnte mich nicht um sie kümmern. Markus und meine Mutter haben mich damals sehr unterstützt."

Als Lena zwei Jahre alt war, wollte Jasmin dann endlich ihren Hauptschulabschluss nachholen – doch unverhofft kommt oft, und sie wurde wieder schwanger. Ein Wunschkind? „Na ja, geplant war es nicht", schmunzelt Jasmin, „eigentlich wollte ich zuerst die Schule fertig machen und eine Lehre beginnen, aber dann war der Schwangerschaftstest plötzlich positiv! Jetzt verhüten wir mit Pille und Kondom." Neun Monate später, vergangenen Sommer, erblickte Jan-Erich das Licht der Welt. „Klar kommt man mit zwei Kindern immer wieder in Stresssituationen, aber es ist auch wunderschön mit ihnen!" Da stört es sie nicht, wenn am Wochenende aufs Ausgehen mit Freunden verzichtet werden muss. Und auch Nina träumt nicht von Disco und Co: „Das hat mich ohnehin nie so interessiert!"

LESEN Sie über die Pläne der Jungfamilien in WOMAN 03/09!