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Katholische Kirche: Papst räumt Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe ein

Bisher hatte sich der Papst nicht zu dem Thema geäußert. Wir sehen es als Schritt in die richtige Richtung...

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Katholische Kirche: Papst räumt Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe ein
© 2019 Getty Images

Im Film #Female Pleasure von Barbara Miller geht es um sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung. Über die alltägliche Unterdrückung von Sexualität in der Dokumentation berichten fünf Frauen aus fünf verschiedenen Glaubensrichtungen. Eine davon ist Doris Wagner aus Bayern. Mit 19 tritt sie in ein Ordenskloster ein, erlebte dort sexuellen und psychischen Missbrauch von zwei Priestern und kämpft seither gegen kirchliche Doppelmoral und sexuelle Übergriffe und setzt sich heute vehement für die Opfer ein.

Gehör fand die Deutsche Theologin aber erst, nachdem sie mit ihrem autobiografischen Buch und als Teil von #Female Pleasure an die Öffentlichkeit ging. Briefe an den Papst blieben unbeantwortet. Der Wiener Kardinal Schönborn ist jetzt überhaupt der erste bedeutende Kirchenvertreter, der mit der heute 35-Jährigen das Gespräch sucht. (Am 06. Februar 2019 um 22:00 zu sehen im BR in der Sendung "DokThema")

Missbrauchte Ordensschwester: Ein Kampf um Anerkennung

Langsam dürfte aber auch die Kirchenspitze lernen. Auf dem Rückflug seiner Reise von Abu Dhabi bestätigte Papst Franziskus erstmals öffentlich den Missbrauch von Nonnen und Ordensschwestern durch Priester: "Es gab Priester und auch Bischöfe, die das getan haben", sagte Franziskus und ließ auch durchblicken, dass solche Missbrauchsfälle bis in die Gegenwart andauern: "Ich glaube, es wird immer noch getan", sagte er auf eine Frage, was der Vatikan gegen den sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern tun wolle.

Der Papst sagte weiter, dass der Vatikan seit langem an dem "Problem" arbeite, aber noch viel Arbeit geleistet werden muss. Es sei eine Sache, die sich nicht von heute auf morgen abstellen lasse. Konkrete Maßnahmen nannte er nicht.

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