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So manipulierst du deinen Partner!

Liebe könnte so schön sein - wenn da nicht die Beziehung wäre. Wie man die alltäglichen Reibungspunkte mit manipulativem Geschick minimiert.


So manipulierst du deinen Partner!
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Am Anfang, da ist die rosa Brille. Am Ende geht es um die Klobrille. Kann man Beziehungen so am besten zusammenfassen? Naja. Aber die Wahrheit sieht tatsächlich so aus: der Alltag ist die Bewährungsprobe für die Liebe.

Nicht zugeschraubte Zahnpasta-Tuben, die runtergeklappte Klobrille, die im Schlafzimmer verteilten Socken. Zuerst kneift man die Zähne zusammen, dann nörgelt man, dann ist die Liebe vorbei (nun gut: nicht ganz so schnell – aber ihr wisst, wovon wir sprechen).

Je reibungsloser die Beziehung, desto schöner das Leben. Das verspricht ein neuer Ratgeber, der sich als Anleitung zur Manipulation versteht. Manipulation in der Liebe? Klingt vielleicht unsympathisch – aber wenn es die Sympathie erhält: why not?

Das Besondere: verfasst wurde der moralisch vielleicht nicht ganz einwandfreie, aber augenzwinkernde Ratgeber "Klapp die Klobrille runter, sonst fällt ein Eigentor" nicht von einem Paar-Therapeuten, sondern vom Wirtschaftspsychologen K.H.Sridhar, der Führungskräfte in den Techniken der Verhaltenspsychologie unterrichtet.

Sridhar: "Jeder wünscht sich doch manchmal, dass er mit kleinen Psychotricks den Willen des Partners ein wenig steuern kann ... ich verrate nur, wie man das auf möglichst liebevolle Weise macht."

WOMAN veröffentlicht exklusiv eine Leseprobe:

Warum entstehen so viele Beziehungskonflikte?

Viele Beziehungskonflikte zwischen den Geschlechtern entstehen, weil das weibliche und das männliche Gehirn lernpsychologisch unterschiedlich verdrahtet sind. Das ist kein Klischee, sondern durch unzählige medizinische und psychologische Forschungen hinreichend belegt. Die weibliche Lern- und Denkstruktur ist eher vernetzt. Das heißt, komplexe Zusammenhänge und Beziehungen liegen dem weiblichen Gehirn mehr.

Der Mann neigt zum linearen Denken

Der Mann neigt dagegen eher zum linearen Denken. Er liebt einfache Lösungen. Deswegen gibt es die Sache mit dem Himmel und der Hölle nur in Religionen mit einem männlichen Gott. Klar kann sich das auch nur ein männlicher Gott ausgedacht haben, das ist so schön einfach: Gut = Himmel, Böse = Hölle. Und was gut und was böse ist, steht in einem Buch, und wenn es dann noch Zweifel gibt, kann man sich ja die Köpfe einhauen. So einfach ist das.

In allen Religionen, wo Frauen als Göttinnen mitmischen, wird es dagegen kompliziert. Da kann man es dann noch mal versuchen und noch mal und zum hundertsten Mal geboren werden, und das Karma aus dem vorvorletzten Leben schwingt auch noch irgendwie rein, und plötzlich wird man als Kuh wiedergeboren, und keiner weiß warum. Welche Taten gut und welche böse sind, ist auch nicht so klar und Auslegungssache. Letztlich kommt es nicht auf das Ergebnis, sondern die Absicht und Reinheit des Herzens an oder so. Was für ein Chaos!

Jesus war da von der Denkstruktur auch eher weiblich. Kein Wunder, dass er mit langen Haaren und weiblichen Gesichtszügen dargestellt wird und damals besonders beliebt bei Frauen war. Zum Glück haben dann echte Männer die Kirche übernommen und da mal wieder Klarheit, Struktur und Ordnung reingebracht. Wer weiß, wo das sonst noch hingeführt hätte.

Wenn eine Frau von ihrem Mann hört, das sei ganz einfach, dann schrillen bei ihr entsprechend alle Alarmglocken. Wie neulich bei Gaby, als ihr Mann Florian und Nachbar Stefan nach einem kurzen Blick auf den Kleiderschrank im Flur erklärten: »Das ist ganz einfach! Den brauchen wir nicht auseinanderzubauen, um ihn ins Kinderzimmer zu bekommen, den schieben wir rüber. Total easy!« Zehn Minuten später war der Schrank mit lautem Getöse in sich zusammengebrochen. Das ganze Gezerre und Geruckel hatte ihm den Rest gegeben.

Gaby, natürlich mal wieder typisch Frau, war gleich in Panik. Aber Florian und Stefan konnte all das nicht aus der Ruhe bringen. Nach wenigen Sekunden waren die beiden sich einig: »Mit 20 bis 30 Stahlwinkeln bauen wir das Ding wieder zusammen. Und dann ist der sogar noch stabiler als vorher. Der übersteht dann jedes Erdbeben. Das ist ganz einfach!« Im weitesten Sinne hatten die Männer auch recht gehabt. Keine drei Stunden und acht Bier später stand der Schrank fest wie eine Wand exakt dort, wo Gaby es geplant hatte. Jetzt war natürlich die mittlere, zwei Meter hohe Schranktür nicht mehr da, weil die Scharniere das komplette Holz ausgerissen hatten. Da konnte man beim besten Willen nichts mehr machen. Aber egal, das sei nicht weiter schlimm, versicherte Florian: »Da machst du dann einen Vorhang vor. Brauchst du nur Stoff zu kaufen und etwas zu nähen. Das machst du ihm Handumdrehen. Sieht eh viel hübscher aus. Ist ganz einfach.«

Die Männersicht: Frauen müssen alles unnötig verkomplizieren - und was wir daraus lernen können!

Stimmt! Aus Männersicht ist die Welt wirklich ganz einfach. Frauen müssen das nur immer unnötigerweise verkomplizieren.

Deswegen ein wichtiger Kniff, wenn man als Frau einem Mann etwas erklären oder mit ihm etwas diskutieren will. Dann am besten mit dem Satz beginnen: »Das ist ganz einfach!« Diese Worte erfreuen das Männerherz und erhöhen deutlich die Bereitschaft, zuzuhören!

Auch der Satz »Lass uns das unkompliziert lösen« soll Wunder wirken. Denn unkompliziert ist gut, das gibt schon mal erhebliche Pluspunkte. Worum es bei dem Vorschlag wirklich geht, ist dann eher zweitranging. Hauptsache, unkompliziert!

Klapp die Klobrille runter, sonst fällt ein Eigentor: Erschienen im riva Verlag, 200 Seiten Softcover um €10,30.