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Verliebt in den besten Freund - geht das gut?

Und plötzlich verliebt man sich in den besten Freund. Beziehungscoach Dominik Borde erklärt, warum das so häufig passiert und gibt 5 wichtige Tipps für eine funktionierende Kumpel-Beziehung!

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Partner und bester Freund - geht das?

BFF und Boyfriend in einem? Ja, das geht!

© istockphoto.com

Ihr kennt euch eine gefühlte Ewigkeit, habt zusammen Nächte durchgemacht, philosophische Gespräche geführt, Probleme gewälzt und beim Umzug in die erste Wohnung geholfen. Aber von einem Moment auf den anderen war nichts mehr so wie vorher. Schmetterlinge, schwitzende Hände, Herzklopfen. Diagnose: Verliebt in den besten Freund. Aber wie viel Freundschaft tut einer Partnerschaft gut? Der Wiener Beziehungscoach Dominik Borde hat analysiert.

„Dass sich zwei Menschen in einander verlieben, die sich nahe sind, ist keine Seltenheit“, weiß Borde aus seiner Praxis als Beziehungscoach. Tatsächlich haben unterschiedliche Studien gezeigt, dass Nähe einer der Hauptfaktoren für Anziehung zwischen zwei Personen ist. Dass man sich sehen muss um sich attraktiv zu finden, macht jedem Sinn. Auch klar ist: Je näher man sich steht, desto eher spricht man auch miteinander und hat so die Chance, weitere Eigenschaften am Anderen kennenzulernen, die man toll findet.

Ähnlichkeiten führen zu Liebe

Wer ähnliche Werte, Persönlichkeit, Erfahrungen und Interessen vorweisen kann, wer gemeinsam über die gleichen Dinge lachen kann und ähnliche Ziele hat im Leben, fühlt sich miteinander wohler und führt eher eine erfolgreiche Beziehung – beziehungsweise beginnt überhaupt erst eine. Es spielt auch keine Rolle, wie ähnlich man sich tatsächlich ist, der entscheidende Faktor ist wie ähnlich man glaubt, sich zu sein. Tatsächlich haben statistisch gesehen Paare, die gemeinsame Werte und Interessen teilen, die besten Chancen auf eine lange Partnerschaft. Wer bereits vorher befreundet ist, konnte diese Dinge bereits abchecken. „Das spricht eindeutig für den Kumpel“, findet Dominik Borde.

Wer Interesse zeigt, gewinnt

Schon alleine zu wissen, dass uns jemand besonders wertschätzt und an uns interessiert ist, erhöht unser Interesse. In einer Studie hat alleine ständiger Augenkontakt, sich zum anderen hinzubeugen im Gespräch, sowie aufmerksames Zuhören wiederholt dazu geführt, dass die Person als attraktiv wahrgenommen wurde, selbst wenn im Gespräch unterschiedliche Meinungen vertreten wurden. Egal ob die Zeichen verbal oder nonverbal sind - wie sehr wir jemanden mögen, steigt in dem Ausmaß, in dem wir glauben, dass diese Person uns mag. Tja, und auch das ist in Freundschaften in der Regel erfüllt.

Verliebt

Aber: Steht er auf mich?

Die entscheidende und teilweise heikle Frage... Schließlich setzt man mitunter die Freundschaft aufs Spiel, wenn der andere die Liebe nicht erwidert. Die Wahrscheinlichkeit ist 50:50. Etwa jeder vierte Single-Mann verliebt sich in seine platonische Freundin. Umgekehrt sehen sogar nur rund 11% der Frauen ihren Kumpel als potentiellen Partner. „Um sich in einander zu verlieben, muss mehr da sein als nur Freundschaft. Nämlich sexuelle Anziehungskraft“, weiß Dominik Borde. Meist braucht es zudem einen äußeren Anlass, warum auf einmal die Liebe einschlägt. „Das kann eine Veränderung wie Jobwechsel sein oder eine spezielle Situation wie Urlaub. Plötzlich wirkt der vertraute Mensch ganz anders und begehrenswert“, so Borde. Ob es dem anderen ebenfalls so geht? Da hilft nur vorsichtiges Herantasten. Wie reagiert er, wenn du dich sexy kleidest? Oder wie reagierst du, wenn er dich zufällig berührt? Wenn der andere reagiert, kannst du den nächsten Schritt setzen.

Achtung Sex-Falle

Bei allen Vorteilen, die eine Beziehung zum besten Freund mit sich bringt, kann das Thema Leidenschaft zur Stolperfalle werden. „Neben Intimität im Sinne von Nähe sind Leidenschaft und Sex wesentliche Punkte, warum ein Paar zusammenbleibt, trotz aller Schwierigkeiten, Höhen und Tiefen“, sagt Borde. Die Crux an der Sache: „Das was wir im Alltag wollen, ist nicht unbedingt das, was uns im Bett heiß macht. Dort zählt nämlich nicht Ähnlichkeit, sondern Polarität durch Gegensätze“. Der Beziehungscoach rät: „Es ist nicht erotisch, alle Schönheitsgeheimnisse zu kennen oder alles zu teilen. Bewahrt euch kleine Geheimnisse und Freiheiten, um die erotische Spannung zu erhalten.“

5 Tipps für Kumpel-Beziehungen

1

Lacht gemeinsam
Miteinander herzhaft lachen verbindet. Lachen löst Anspannung und Stress. Und wer oft gleichzeitig lacht, bleibt länger zusammen. Versprochen.

2

Nehmt euch Zeit für einander
Job, Familie, Freunde. Der Alltag kann mitunter stressig sein. Eine Auszeit nur für euch zwei sorgt dafür, dass ihr nicht vergesst, warum ihr zusammen seid.

3

Lasst euch Raum
Gerade wer mit einander befreundet ist, hat meist einen gemeinsamen Freundeskreis. Aber jeder Partner braucht auch ein eigenes Erleben, um auch ein wir leben zu können.

4

Kleine Geheimnisse
Beste Freunde kennen sich meist in und auswendig. Aber der Partner muss nicht alles von euch kennen. Zuviel Vorhersehbarkeit ist der Tod vieler Beziehungen. Wer sich kleine Geheimnisse bewahrt und dem Partner manchmal überraschend anders als erwartet begegnet, bleibt attraktiver.

5

Auf ins Abenteuer
Viele Paare werden in einer Beziehung immer fauler. Statt auszugehen, gibt es Pizzaservice, statt Kino Fernsehabende. Das ist Gift für jede Beziehung. Raus aus der Komfortzone! Probiert häufig gemeinsam etwas Neues – egal ob das eine neue Sportart ist oder der Kochkurs.

Dominik Borde - Beziehungscoach
Beziehungscoach Dominik Borde

Dominik Borde ist führender Beziehungscoach und Gründer des Unternehmens Sozialdynamik. Dominik Borde ist selbst vierfacher Vater und glücklich in einer Beziehung. www.sozialdynamik.at.