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Patchwork: Deine, meine, unsere...

Patchwork: Hürde oder Chance? Wir haben drei Familien besucht. Sie erzählen von Herausforderungen, aber auch Erfolgen auf dem Weg zum neuen Glück.

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Patchwork: Deine, meine, unsere...

Gaby, 42, Werner, 50, mit Gabys Kindern Paul, 6 und Marcel, 8.

© Oliver Topf

Endlich habe ich die Familie, die ich mir immer gewünscht habe“, strahlt Karin Schranz-Klippl, 38, als sie von ihrem Neubeginn nach der Scheidung erzählt. Vor drei Jahren lernte die ehemalige ORF-Lottofee und 2-fache Mutter Wolfgang Schranz, 37, am Tennisplatz kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick, obwohl ich noch gar nicht bereit war, mich voll und ganz wieder auf einen Mann einzulassen.“ Die Wunden aus erster Ehe saßen noch zu tief. Dennoch, Wolfgang bestand den Familienaufnahmetest bei einem gemeinsamen Urlaub bravourös.

Hürden für Patchwork-Familien

Ein Happy End, das bei vielen Patchwork-Familien nicht so leicht realisierbar ist. Oftmals gibt es zahlreiche Hürden zu bewältigen. „Der Umgang mit den anderen Familienstrukturen, Probleme mit Ex-Partnern, unterschiedliche Erziehungsstile bringen jede Menge Konfliktpotential“, erklärt Margit Picher, Sozialpädagogin, Ehe- und Familienberaterin aus Graz. Geduld ist hier das Zauberwort. Denn wer vorschnell auf Harmonie und Normalität drängt, überfordert nicht nur Partner und Kinder, sondern auch sich selbst.

Auch die Rivalität der „neuen Geschwister“ untereinander kann Probleme machen, wenn diese auch viel seltener vorkommt, als unter den Erwachsenen, wie Expertin Picher weiß. „Falls es aber so ist, räumliche Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder schaffen und Sensibilität dafür entwickeln, welches sich gerade benachteiligt fühlt und dementsprechend ausgleichen. So beugt man Eifersüchteleien vor. Mit Teenagern kann man eine Familienkonferenz abhalten, bei der jeder aufschreibt, was er an dem jeweils anderen gut findet. Das steigert die Wertschätzung.“

Die Entstehung eines funktionierenden Patchwork-Systems ist ein lang andauernder Prozess. Dorothee Döring, Lebens- und Konfliktberaterin hat einen Ratgeber für „Glückliche Patchwork-Kinder“(Kreuz Vlg., € 9,–) geschrieben: „Es gibt mehrere Stadien, die durchlaufen werden müssen: Die Kinder wünschen sich anfangs meist Wiederherstellung der ursprünglichen Situation“, so Döring. „Erst später begreifen sie die Realität und diese sollte ein positives Zukunftsszenario bieten.“

Wie drei Patchwork-Familien ihren Alltag organisieren, wie sie die Hürden meistern und welche Glücksmomente es gibt, das lest ihr im neuen WOMAN .