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PAVK – die Schaufensterkrankheit

Mindestens 300.000 Österreicher sind von der gefährlichen Gefäßerkrankung mit dem Kürzel PAVK (oder 'Schaufensterkrankheit') betroffen.


PAVK – die Schaufensterkrankheit

Wie so oft hat der Volksmund für eine Krankheit eine Bezeichnung gefunden, die den eigentlichen Ernst der Lage verniedlicht oder verharmlost: Schaufensterkrankheit .

Dabei handelt es sich nicht um eine Vorstufe der Kaufsucht, sondern um eine gefährliche chronische Gefäßerkrankung. Genauer gesagt um das zweite Stadium der sogenannten "peripheren arteriellen Verschlusskrankheit", kurz: PAVK. Dabei leiden die Betroffenen unter immer wiederkehrenden Schmerzen in den Beinen , die zu häufigem Stehenbleiben zwingen. Nicht selten wird die Erholungspause durch einen zufälligen Halt vor einem Schaufenster getarnt – daher der Name.

Was sind die Ursachen einer PAVK?

Mindestens 300.000 Österreicher sind davon betroffen. Oft aber bleibt die Krankheit lange unerkannt und daher auch unbehandelt.

Die Ursache: Ohne Sauerstoff kein Leben. Jede Zelle unseres Körpers ist auf diesen Energiespender angewiesen. Durch die Schlagadern (Arterien) fließt das Blut, das in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wurde, vom Herz zu den Gefäßen und Organen im ganzen Körper. Bei der PAVK ist die Durchblutung der "Peripherie" – hauptsächlich der Beine und in rund zehn Prozent der Fälle auch der Arme – gestört.

Ursache dafür sind Verengungen oder gar Verschlüsse der Gefäße, deren Grund in den allermeisten Fällen (ca. 95%) eine Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung") ist. Es bilden sich Fettablagerungen in den Wänden der Arterien, wodurch sukzessive Verengungen entstehen.

Zu den Hauptrisikofaktoren für eine Arteriosklerose zählen Rauchen, Diabetes , Bluthochdruck , erhöhte Blutfettwerte, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel. Unabhängig vom unegsunden Lebensstil spielen Alter, Geschlecht und die genetische Veranlagung bei der Entstehung einer PAVK eine Rolle.

Welche Symptome gibt es bei der Schaufensterkrankheit?

Die PAVK entwickelt sich schleichend, kann lange unbemerkt bleiben (Frühsymptome wie kalte Füße, blasse Unterschenkel oder geringer werdende Beinbehaarung werden oft nicht ernst genommen) und ruft vielfach erst im höheren Alter Beschwerden hervor.

Allerdings ist das Tempo, mit dem sich die Erkrankung entwickelt, individuell sehr unterschiedlich. Gelingt es nicht, die Durchblutungsstörung zu stoppen, kann das Gewebe immer mehr geschädigt werden. Dann heilen auch die kleinsten Verletzungen nur noch schlecht, Infektionen und offene Beine können auftreten, Gewebe kann zugrunde gehen. Wenn ein ausreichender Blutfluss nicht wiederhergestellt werden kann, ist im schlimmsten Fall sogar eine Amputation notwendig.

Hohes Risiko!

Doch das ist leider noch nicht alles: Da bei einer PAVK im fortgeschrittenen Stadium zu 90 Prozent auch die Herzkranzarterien und zu 70 Prozent die Halsschlagader betroffen sind, bedeutet das ein stark erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Fazit: Die PAVK verringert die Lebenserwartung um rund zehn Jahre!

Wie wird pAVK behandelt?

Zuallererst ist entscheidend, wie konsequent man gegen die Risikofaktoren vorgeht: Rauchstopp, Gewichtsnormalisierung, eine gesunde, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung sowie gegebenenfalls eine möglichst optimale Therapie von Diabetes, Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterinspiegel.

Eine Möglichkeit, den Durchblutungsstörungen vorzubeugen, stellt die Tibetische Medizin dar: Vielstoffgemische aus Blüten, Blättern, Rinden, Wurzeln und Früchten verschiedener Pflanzen, die gemäß den jahrhundertealten Rezepten zubereitet werden und in den Apotheken erhältlich sind, setzen gleichzeitig auf verschiedenen Stoffwechselebenen an.

Vor allem im Stadium II der PAVK sind regelmäßiges Training (v.a. Gehen, Radfahren, Treppensteigen) und spezielle Gymnastik erwiesenermaßen sehr wirksame Behandlungsgrundlagen. Dadurch können neue Blutgefäße gebildet werden, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Wichtig: Das Programm sollte mit dem Arzt abgestimmt werden, denn bei Ruheschmerzen oder Gewebeschäden kommt das Bewegungstraining meist nicht mehr infrage.