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Seite veröffentlicht Hasskommentare ohne Zensur

"Bei mir wird keiner überleben" - angeblich bereut die Dame diese rassistische Aussage mittlerweile. Ihrem Arbeitgeber ist ihre Reue allerdings egal, den Job ist sie trotzdem los. Und sie bleibt nicht die einzige, denn nun werden Hasskommentare sogar gesammelt und unzensiert auf einer Website veröffentlicht.

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Hasskommentare einer Altenpflegerin

Im Netz sagen viele Dinge, die sie sonst nicht sagen würden...

© istockphoto.com

Flüchtlingspolitik ist derzeit ein heikles Thema, das, sowohl online als auch offline, ganz schöne Wellen schlägt. Auf Social Media-Plattformen fühlen sich manche Leute im Schutz der Anonymität jedoch sicher genug, um ihre rechtsextremen Meinungen zu äußern. Ohne Konsequenzen zu fürchten schreiben sie Dinge, die sie wahrscheinlich sonst nicht öffentlich sagen würden.
Einer Altenpflegerin ist dieses Verhalten jetzt zum Verhängnis geworden. Die Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt Thüringen hatte Folgendes gepostet: "Irgendwann wird es eh so kommen dass man hinz und kunz aufnehmen muss. dank meiner medizinischen Ausbildung wird bei mir keiner überleben."

Doch ihr Arbeitgeber ist ihr auf die Schliche gekommen. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Thüringen veröffentlichte letzte Woche diese Stellungnahme auf ihrer Facebookseite:

„Die Äußerungen einer unserer Mitarbeiterinnen auf Facebook haben am Wochenende hohe Wellen geschlagen. Inzwischen konnten wir den Fall klären und haben die entsprechenden arbeitsrechtlichen Konsequenzen gezogen. Da in dem Posting zudem Straftaten angedroht wurden, haben wir außerdem Anzeige erstattet. Wir wiederholen es gern, weil man es gar nicht oft genug wiederholen kann: Toleranz, Demokratie und Solidarität sind Grundwerte der AWO. Dafür setzen wir uns ein.“

Angeblich habe es ein Gespräch mit der Frau gegeben. Die Äußerung habe sie bereut und sich entschuldigt. Trotzdem ändere das nichts am Ende der Zusammenarbeit. Die AWO hätte die Frau angezeigt.

Doch das ist kein Einzelfall. Laut Spiegel ist es erst wenige Wochen her, dass ein junger Österreicher seinen Ausbildungsplatz bei Porsche verloren hat. Er hatte unter dem Foto eines sechsjährigen Mädchens aus Syrien, das sich in einem Feldkirchener Flüchtlingslager über die Wasserspritze der örtlichen Feuerwehr freute, empfohlen, besser Flammenwerfer einzusetzen.

Verfasser werden an den Pranger gestellt

Mit der Tumblr-Seite perlen-aus-freital.tumblr.com wollen Christopher und Frederik gegen genau solche Rassisten vorgehen. „Besorgte Bürger zeigen sich von ihrer allerbesten Seite“, so die sarkastische Beschreibung der Website. Die beiden Jungs sammeln Hasskommentare von diversen Social Media-Plattformen mit dem Ziel, die Verfasser bloß zu stellen. Absichtlich zeigen sie den vollen Namen ohne Zensur.

Perlen aus Freital veröffentlichen Hasskommentare ohne Zensur

Was sagst du dazu? Verletzung der Meinungsfreiheit oder rassistische Aussagen, die bestraft werden müssen? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

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