Ressort
Du befindest dich hier:

Vorher-Nachher: So haben sich KrankenpflegerInnen während der Coronakrise verändert

Ausgelaugt und von den Masken markiert: Diese Fotos rufen wieder in Erinnerung, wie hart die Coronakrise Menschen getroffen hat, die Pflegeberufe ausführen.

von

krankenschwestern twitter
© iStock

"Wie es anfing und wie es gerade läuft...." unter dieser Catchphrase posten UserInnen Bilder von sich, die zeigen sollen, wie viel sich in den letzten Monaten oder gar Jahren verändert hat. Viele nutzen diesen Online-Trend, um äußerliche Veränderungen in Szene zu setzen. Meistens handelt es sich dabei um "Verschönerungen" – also Glow Ups. Doch im Falle der Pflegekräfte haben die Vorher-Nachher-Bilder nichts Schönes an sich.

Denn die Bilder zeigen, wie sehr die Coronakrise auch jene getroffen hat, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Allen voran MedizinerInnen, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger. Und es ist ja nicht so, als hätten wir nicht schon zig Erfahrungsberichte vom Pflegepersonal gehört. Erfahrungsberichte, aus denen Verzweiflung, Sorge und pure Erschöpfung sprechen. Und dies sieht man auch ihren Gesichtern an:

"Ich liebe meinen Job. Ich habe zwar nicht damit gerechnet, mitten in einer Pandemie als Krankenpflegerin arbeiten zu müssen, aber selbst in dieser schwierigen Situation würde ich keinen anderen Beruf ausüben wollen. Für die Kränksten der Kranken zu sorgen ist eine Ehre und ich nehme meine PatientInnen sehr ernst.", schreibt Krankenpflegerin Kathryn auf Twitter. Sie hatte die Welle der Vorher-Nachher-Bilder losgelöst. Mittlerweile folgen zahlreiche Pflegekräfte ihrem Beispiel.

Wichtig ist Kathryn aber nicht, dass sie in den Kommentaren als "Heldin" bezeichnet und verehrt wird. Sie will, dass man die Krankheit COVID-19 ernstnimmt. Denn: "COVID ist eine brutale Krankheit und ich würde meinem schlimmsten Feind keinen schweren Verlauf davon wünschen." Deshalb ruft sie dazu auf, einander zu schützen, indem man sich an die Corona-Maßnahmen hält.

Und obwohl ganz klar der Aufruf zum Zusammenhalt hinter ihrem Posting steckt, wird sie in den Kommentaren immer wieder angefeindet. UserInnen werfen ihr vor, nur Aufmerksamkeit zu wollen und unterstellen ihr, dass sie als Krankenpflegerin sicher nur darauf gehofft hatte, "sich einen Arzt zu schnappen".

Zum Glück sind die Reaktionen aber durchwegs positiv. Denn: Wenn es zurzeit eine Gruppe von Menschen gibt, die objektiv gesehen unser aller Dank verdient hat, dann sind es all jene in systemrelevanten Berufen!

Situation in Österreich

Auf dem Instagram-Account von "Frauschwester", einer Krankenpflegerin aus Österreich, wird Pflegekräften anonym eine Plattform geboten ihre Stimme zu erheben. In den Story-Highlights sind die Nachrichten noch nachzusehen. Österreichische Pflegekräfte berichten davon, seit März bislang nur einmal auf das Cornonavirus getestet worden zu sein. Viele beklagen den Mangel an Masken. Und einige sind sich sogar sicher: Nach der Pandemie werden sie ihren Beruf aufgeben.

Thema: Coronavirus