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Das Phänomen Retroflexio uteri: Was hat es mit einer gekippten Gebärmutter auf sich?

Den weiblichen Körper zu verstehen, kann gänzlich herausfordernd sein. Widmen wir uns also dem Thema Retroflexio uteri - wenn sich der Uterus nach hinten neigt.

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Verspielte Zeichnung des Uterus
© iStock/Annemarie Gorissen

Jetzt mal Hand auf's Herz: Wie viele Frauen kennen sich wirklich zu 100 Prozent mit ihrem Körper und den dazugehörigen Organen aus? Klar geht man in der Schule die Anatomie des Menschen durch - als Teenager eher mit dem Gefühl, zu viel als zu wenig darüber zu erfahren. Je älter frau allerdings wird, umso wichtiger ist es, den eigenen Körper auch wirklich zu verstehen und zu kennen. Spätestens dann, wenn es an die Familienplanung geht!

Fangen wir also damit an, unser Wissen über die Gebärmutter aufzufrischen - hüft's ned, schods ned!

  • Was ist die Gebärmutter? Sie wird auch Uterus genannt und stellt das wichtigste weibliche Geschlechtsorgan dar.
  • Wozu braucht frau ihre Gebärmutter? Sollte eigentlich allen klar sein, aber lieber ein Mal zu viel gesagt als zu wenig. In der Gebärmutter nistet sich die befruchtete Eizelle ein, wo in Folge dessen der geburtsreife Fötus heranreift.
  • Wie groß ist die Gebärmutter? Bei einer geschlechtsreifen Frau hat die Gebärmutter eine Größe zwischen 7 bis 10 cm. Wenn auch ihr euch immer wieder denkt "Wie kann sich das nur ausgehen, dass tatsächlich in unseren Bäuchen ein Kind heranwächst" - während einer Schwangerschaft wächst unsere Gebärmutter auf eine Größe von knapp zwei Fußbällen heran! Damit ist sie ein absolutes Phänomen, da sich kein anderer menschlicher Muskel dermaßen ausdehnen kann. Ergo DAS MIT DEM BABY GEHT SICH AUS!
  • Wie sieht sie aus? Am besten lässt sich die Form unserer Gebärmutter mit einer auf den Kopf gestellten Birne vergleichen.

Nicht alle Gebärmütter sind gleich - so wie auch Frauen und Menschen im Allgemeinen unterschiedlich sind. Es gibt aber einen speziellen Fall, bei dem sich unsere Gebärmutter in eine nicht für sie vorgesehene Richtung neigt...

Retroflexio uteri: Eine nach hinten geneigte Gebärmutter

Wenn man von einer "normalen" Gebärmutter spricht, dann ist diese grundsätzlich leicht nach vorne in Richtung Bauchdecke geneigt (Anteflexion). Findet diese Neigung allerdings entgegengesetzt - also nach hinten Richtung Kreuzbein - statt, so ist die Rede von einer Retroflexio uteri, einer nach hinten geneigten Gebärmutter.

Laut der Plattform gesundheitstrends.com sind von dieser unüblichen Neigung der Gebärmutter in etwa 10 Prozent aller Frauen betroffen und finden diese Anomalie auch erst heraus, sobald sie sich ernsthaft mit dem Thema Kinderwunsch befassen. Beziehungsweise stellt sich diese bei manchen Frauen auch erst im Laufe der Schwangerschaft heraus.

Wichtige Fragen und Antworten rund um das Thema Retrofllexio uteri

Die wahrscheinlich wichtigste Frage vorweg: Ist eine Schwangerschaft trotz nach hinten geneigter Gebärmutter überhaupt möglich? JA, ist sie! Was allerdings sein kann: Das Schwangerschafts-Bäuchlein, das viele ja doch sehr zelebrieren und manchmal auch gar nicht die Finger davon lassen können, ist in diesem Fall oft bis zum dritten Trimester (28. bis 40. Schwangerschaftswoche) kleiner als bei Frauen, bei denen die Gebärmutter auch tatsächlich so ausgerichtet ist, wie sie es sein sollte.

Entstehen durch eine nach hinten geneigte Gebärmutter Schmerzen? Im Normalfall nicht. Außer, der Uterus wächst mit einem anderen Organ zusammen und ist somit fixiert. Schmerzen zeigen sich dann vor allem während der Menstruation, beim Sex, im unteren Bereich des Rückens, im Unterbauch oder es kommt zu Verstopfungen.

Muss man sich im Falle einer Retroflexio uteri operativen Maßnahmen unterziehen? Die guten Neuigkeiten gleich vorweg: Im Normalfall reguliert sich die Ausrichtung der Gebärmutter während der Schwangerschaft. Somit ist in den meisten Fällen keine Operation notwendig. Sollte es sich aber um eine fixierte Gebärmutter handeln, ist ein ausführliches Gespräch mit einer Gynäkologin ratsam. Eine Operation ist kein Muss, in Einzelfällen aber leider unumgänglich.

(Wie) Kann man diesem Problem im Allgemeinen vorbeugen? Nachdem eine nach hinten geneigte Gebärmutter auch erst während einer Schwangerschaft entstehen kann, empfiehlt das Portal gesundheitstrends.com, die Gebärmutter durch Beckenbodenübungen zu unterstützen. Einer genetisch bedingten gekippte Gebärmutter könne man im Allgemeinen allerdings nicht vorbeugen.

Also, ab auf die Matte, ins Fitnessstudio oder auf den Hometrainer, laute Musik an und dann kann's auch schon so richtig losgehen! Aber bitte darauf achten, die Übungen auch richtig auszuführen...