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Philipp Hochmair im exklusiven Talk über seinen neuen Film "Candelaria"

Die wahre Liebe vergeht auch im Alter nicht, sie muss nur hin und wieder neu entfacht werden. Der kubanische Film „Candelaria“ handelt genau von diesem Thema und begeistert mit Witz, Romantik und besonders vielen Emotionen. Die Performance des österreichischen Schauspielers Philipp Hochmair macht den Film noch außergewöhnlicher. Wir haben den Vorstadtweiber-Star zum Interview getroffen.

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Candelaria
© Photo by Philipp Hochmair

Kuba in den 90ern. Ein altes Paar, Candelaria (Verónica Lynn) und Victor Hugo (Alden Knight), leben in ihrer kleinen Wohnung, umgeben von Armut, Hunger, Monotonie und Alltagstrott. Zusammen sind die beiden noch, schon klar, sie sind es ja auch gewöhnt, zusammen zu sein und zu zweit ist es auch bequem. Aber von Liebe und Leidenschaft fehlt schon lange jede Spur. Das ändert sich, als Candelaria in der Wäscherei - in der sie arbeitet - eine Videokamera findet.

Zu Beginn ist sie nicht sicher, was sie damit anstellen soll, doch dieses kleine, moderne Gerät reizt die 75-Jährige und sie nimmt sie mit nach Hause. Die beiden lernen damit umzugehen und langsam scheint die Kamera zum Mittelpunkt ihres Lebens zu werden. Die beiden dokumentieren alles, sie filmen sich beim Tanzen, beim Küssen, beim Sex und Liebe und Zuneigung entflammen aufs Neue.

Doch eines Tages ist die Kamera weg und Victor Hugo setzt alles daran, diese Kamera zurück zu bringen. Er wendet sich an den den Ober-Hehler El Carpintero (Philipp Hochmair). Er ist es auch, der Victor Hugo ein lukratives aber unmoralisches Angebot macht. Wird Victor Hugo darauf eingehen?

CANDELARIA - Der Trailer

Philipp Hochmair im WOMAN-Talk

Wie kamen Sie zu dieser Rolle?
Philipp Hochmair: Das war eigentlich wie ein kleines Wunder. Das Drehbuch lag irgendwann plötzlich auf meinem Tisch, ohne Casting, ohne dass ich jemanden vom Team zuvor kennengelernt habe. So etwas passiert eigentlich nie. Und dass er Film jetzt sogar in Österreich zu sehen ist macht das kleine Wunder komplett...


Was hat Sie an diesem Drehbuch so fasziniert?
Philipp Hochmair: Abgesehen von der besonderen Geschichte dieses alten, bezaubernden Paares, gibt das Buch einen sehr persönlichen Einblick in dieses besondere Land. Natürlich will das Land seine Klischees verkaufen, aber ich konnte über den Film hinter die Kulissen blicken.

© Video: https://www.schauspielervideos.de/video/philipp-hochmair


Was war das Außergewöhnlichste bei diesen Dreharbeiten?
Philipp Hochmair: Man musste viel improvisieren und gut zusammenhalten. In diesem so schönen, vom Kommunismus stark geschüttelten Land, ist es nicht leicht, einfach mal so einen Film zu drehen. Der Film und die Dreharbeiten - das war alles nicht "business as usual", es war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Ich war ja kein Tourist, der da an der Oberfläche Sightseeing-Touren erlebt. Ich konnte dem Land durch die Arbeit näher kommen und so einen ganz anderen, persönlichen Einblick gewinnen.

Sie spielen einen Mann, der sich die Armut und Krisen der Leute zu Nutzen macht. Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Philipp Hochmair: Er ist ein klassischer Krisengewinner, eine Art "Mephisto" in dieser Geschichte, "die Kraft die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Aber gleichzeitig ist er auch der moderne Mensch von außen, der die Leute zwingen will, aus ihrem Leben Kapital zu schlagen. Er beschreibt genau den Trend, der dem Land bevorsteht. Das was diese Kultur ausmacht steht kurz vor dem Verkauf...

Candelaria

In dem Film steht vor allem die Sexualität eines alten Paares im Vordergrund. Wie erklären Sie sich, dass dieses Thema so selten behandelt wird. Handelt es sich um ein Tabuthema?
Philipp Hochmair: Das kann durchaus sein, aber vielleicht ist es gerade deshalb so wichtig, dass man das "scheinbare Tabuthema" anspricht. Die Menschen werden immer älter und der Sex geht weiter. Die Liebe hört ja im Alter nicht auf. Warum sollte man also nicht darüber sprechen. Dem Film gelingt das sehr gut, wie ich finde.

Candelaria

KINOSTART in WIEN

Am 27.Juni feierte der Film, der übrigens bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2017 den Regiepreis (Giornate degli Autori) abräumen konnte, in Wien Premiere und zwar im Filmcasino mit Star-Gast Philipp Hochmair. Ab 6.Juli geht es offiziell los, Täglich um 18:30 Uhr und um 20:20 Uhr. Weitere Infos dazu gibt es auf der Kino-Homepage!

Ein paar Eindrücke von der Premiere mit dem Schauspieler

  • FIlmcasino Hochmair Premiere
    Bild 1 von 11 © Photo by José Boceta
  • FIlmcasino Hochmair Premiere
    Bild 2 von 11 © Photo by José Boceta
Themen: Society, Videos