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Die ultimative Physik des Abnehmens!

Physiker und Sportwissenschaftler Martin Apolin ist überzeugt: Zum Thema Diäten wird weltweit am meisten gelogen. Nun serviert er die "ultimative Physik des Abnehmens."

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Die ultimative Physik des Abnehmens!
© Thinkstock

Geht's euch auch so? Nach Weihnachten beginnt die Panik. Bald! Ist! Bikini-Saison! Sofort werden Ratgeber gewälzt, neue Kilo-Killer wie die Shred-Diät getestet, im Fitnesscenter gestrampelt.

Aber kann man tatsächlich fünf Kilo in einer Woche abspecken – oder sogar zwei Kilo in 24 Stunden? Wie weit muss man laufen, um den Nährwert eines Biers abzuarbeiten? Und warum bloß schützt unser Körper seine Fettreserven so vehement?

Der Physiker und Sportwissenschaftler Martin Apolin hat auf diese Fragen schlüssige Antworten. Nämlich streng physikalische. In seinem neuen Buch "Mach das! – Die ultimative Physik des Abnehmens" erklärt er ziemlich humorig, wie sich mit den Erkenntnissen aus Physik und Medizin viele Ernährungslügen wissenschaftlich widerlegen lassen. Und wie man angeblich wirklich dauerhaft und unkompliziert abnimmt.

Wir veröffentlichen eine Leseprobe aus dem physikalischen Abnehm-Bestseller:

Abnehmen = Input vs. Output

Wenn ich den Begriff „Diät“ google, verbuche ich (Stand: Herbst 2013) rund 7 Millionen Treffer. Natürlich gibt es nicht ebenso viele Diäten, aber dennoch eine unüberschaubare Vielzahl mit teilweise absurd-extremen Anleitungen. Man soll auf die Mondphasen achten, oder auf die Blutgruppe, man soll wahlweise Fette oder Kohlenhydrate meiden oder zumindest die „bösen“, man soll Eiweiß (medizinisch exakter: Proteine) und Kohlenhydrate nicht gemeinsam essen, man soll nur dieses essen oder nur jenes und das nur zu einer ganz bestimmten Uhrzeit, und so weiter und so fort.

Neben kuriosen Ratschlägen gibt es natürlich auch seriöse, aber wie soll man das als medizinischer Laie wissen, noch dazu, wenn sich auch Fachleute nicht in allen Punkten völlig einig sind? Deshalb rate ich Ihnen: Vergessen Sie das alles! In Wirklichkeit ist es ganz einfach. Es gibt im Prinzip nur eine einzige Regel, die Sie beachten müssen, um abzunehmen, die alle anderen Regeln – sofern sie überhaupt sinnvoll sind – subsumiert! Dazu brauchen Sie nur den Energieerhaltungssatz!

Durch die täglich aufgenommene Nahrung fließt chemische Energie in Ihren Körper. Das ist die Input-Seite (Abb. 11). Im Innern Ihres Körpers wird diese Energie letztendlich in Wärmeenergie umgewandelt, die Ihren Körper dann wieder verlässt. Dieser Wärmestrom stellt die Output-Seite dar, die man auch Gesamtumsatz nennt, wenn man den Wärmeabfluss über einen ganzen Tag betrachtet.

So geht das mit dem Zu- und Abnehmen nämlich wirklich

Was Sie jetzt noch wissen müssen, ist, dass unser Körper Energie immer in Form von Fett speichert. Weil die Energie erhalten bleiben muss, handelt es sich also um eine Energiebilanz: Energie rein, Energie raus! Es ist genau so wie mit der Bilanz auf einem Bankkonto, nur eben Joule statt Euro. Das Wort „Bilanz“ trifft es für unsere Zwecke sogar virtuos, denn dieses leitet sich vom italienischen bilancia ab, was übersetzt „Waage“ bedeutet.

Alles, was Sie über das Zu- und Abnehmen der Fettpolster wissen müssen, lautet folgendermaßen:

1

Wenn genau so viele Joule in Ihren Körper fließen wie auch wieder hinaus, dann ist die Energiebilanz ausgeglichen (Abb. 12 a). Es bleibt keine Energie übrig, die gespeichert werden kann, und Ihre Masse verändert sich dadurch nicht. Es gilt die Formel EInput = EOutput.

2

Wenn in Summe weniger Joule in Ihren Körper fließen als hinaus, ist die Energiebilanz negativ und Sie nehmen ab (Abb. 12 b). Es gilt EInput < EOutput. Das wäre also unsere Abnehm-Formel, die so viele Menschen sehnsüchtig anstreben.

3

Wenn in Summe mehr Joule hineinfließen als hinaus, dann ist die Energiebilanz positiv (Abb. 12 c), und Sie nehmen zu. Es gilt EInput > EOutput. Das versuchen die meisten Menschen in der Regel zu vermeiden.

Kurz: Ihre Energiebilanz schlägt sich in Ihrer Masse nieder. Ihr Zu- und Abnehmen ist ausschließlich vom Verhältnis von Input und Output abhängig, genau so wie bei einem Bankkonto. Das ist beinahe enttäuschend einfach! Es ist so einfach, dass es vielen scheinbar zu einfach ist, wie ich in Diskussionen immer wieder feststellen musste. Natürlich wissen die Menschen, dass sie nicht vom Zusehen zunehmen, aber manche vermuten doch irgendwelche mystische oder verborgene Mechanismen.

Wie kommt man auf eine negative Energiebilanz? Indem man den Energie-Input senkt (salopp gesagt: weniger isst) und/oder den Energie-Output erhöht (salopp gesagt: mehr Bewegung macht). So funktioniert jede Diät – wenn sie funktioniert –, es gibt keine mystischen Mechanismen.

Martin Apolin "Mach das! Die ultimative Physik des Abnehmens" erscheint am 17. Jänner bei ecowin, 168 Seiten, Preis: €16,95
Thema: Diät