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PiggyBankGirls: Tausche Nacktbilder gegen neuen Laptop

Crowdfunding ist zur Zeit in aller Munde: Viele Menschen fördern online eine Idee, an die sie glauben. Bei PiggyBankGirls jedoch sind die Wünsche und das dafür Angebotene weitaus weltlicher.

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Sexy am Bildschirm
© Thinkstock - iStock - Andrey Popov

Wir haben doch alle den ein oder anderen Wunsch, den wir uns aber verwehren, da einfach nicht genügend Geld am Konto ist: Sei es eine schöne Reise, ein neues Paar Schuhe oder ein neuer Computer. Bist du jedoch bereit, dich dafür auch auszuziehen, dann hast du gute Chancen, dass dein Begehr von fremden Männern im Internet finanziert wird: Auf der Online-Plattform PiggyBankGirls.com kann man sich seit wenigen Tagen seine Wünsche crowdfunden lassen - im Austausch gegen Nacktfotos oder entsprechende Videos.

Der erste erotische Crowdfunding-Dienst wurde von Anna, 29, und Chris, 25, aus Berlin gegründet und funktioniert im Prinzip so wie andere Crowdfunding-Webseiten. Menschen, die Geld benötigen, präsentieren ihr Projekt oder ihre Ideen und andere, die jene gut finden, unterstützen mit geringen Geldmengen. Beteiligen sich viele - also eine "crowd" - daran, dann kommt es auch mit kleinen Einzelbeträgen zu beachtlichen Gesamtsummen. Als Anreiz dazu, werden den Spendenden kleine Belohnungen geboten.
Bei PiggyBankGirls ist dieses Belohnungssystem nur generell mit Nacktheit verbunden. Und das zu Finanzierende ist stets ein privater Wunsch, für den normalerweise niemand Fremder etwas spenden würde.

Pornographie als Wünscheerfüller? Laut Anna und Chris ist das ohnehin bereits der Fall, da ein Großteil der Frauen, die im Online-Erotik-Business arbeiten dies nicht unbedingt tun, weil sie ihre Miete damit zahlen, sondern weil sie sich einen spezifischen, teuren Traum erfüllen wollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Erotikseiten biete PiggyBankGirls jedoch mehr Transparenz und Fairness - und weniger Provisionen für die Anbieter. Darüber hinaus wird versucht absolut einzigartigen Inhalt anzubieten, den andere Erotikdienste garantiert nicht haben. Kombiniert mit einer unverklemmteren Art mit Sex im Netz umzugehen, abseits des Schmuddel-Images.

Ist dieses neuartige Angebot der Geldbeschaffung also absolut hinreißend und unproblematisch? Nicht wirklich! Denn selbst wenn natürlich niemand von Anna und Chris dazu gezwungen wird, sich auf deren Website anzumelden und sich zu präsentieren, so ist dies doch nur ein weiterer Schritt zur Objektifizierung und Sexualisierung von Frauen. Nach dem Motto: "Ich gebe dir meinen Körper, wenn du dafür meine neue Tasche oder XY zahlst." Ganz zu schweigen davon, dass es sehr wohl Frauen gibt, die unfreiweillig in diesem Business sind und nicht um sich zwischendurch den ein oder anderen Luxus leisten zu können.

Da fällt es schon gar nicht mehr ins Gewicht, dass Aussehen hier sicherlich alles ist: Nur die dem Schönheitsideal entsprechende Frauen werden so Geld verdienen können.
Und warum sollen sich nicht auch die Männer entblößen? Das zumindest wird in Erwägung gezogen: Falls die Nachfrage da sein sollte, könnte es bald PiggyBankBoys geben...