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Welchen Einfluss hat die Pille auf den Charakter?

Die Pille ist und bleibt ein häufig diskutiertes Thema. Was bisher allerdings weniger im Mittelpunkt der Untersuchungen stand, war der Einfluss der Pille auf den Charakter.


pille
© Photo by istockphoto.com

Es gibt wohl kaum ein Thema, das so oft im Zentrum zahlreicher Diskussionen steht - die Pille. Die einen lieben sie, die anderen brauchen sie und wieder andere lehnen sie ab.
Dass die Pille den Organismus auf den Kopf stellt, indem sie ihm indirekt eine permanente Schwangerschaft vorgaukelt, ist bekannt. Der Eisprung bleibt aus und der Körper hat zu wenig Progesteron. Dieses blockiert die Rezeptoren für Östrogen und stoppt somit das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Während einer Schwangerschaft unterdrückt es den Eisprung. Außerdem ist es ein Gute-
Laune-Hormon und wirkt wie ein natürliches Antidepressivum. Wer also kein bzw. zu wenig Progesteron im Körper hat, ist depressiver gestimmt als sonst. Weitere Nebenwirkungen kann man sich in aller Ruhe auf dem Beipackzettel durchlesen, sehen und staunen.

Doch noch nicht alles ist untersucht worden, denn für die Wirkung der Pille auf unser Verhalten und den Charakter konnten sich bisher nur weniger Wissenschaftler interessieren. Was doch irgendwie blöd ist, denn genau davon reden fast zwei Drittel meines weiblichen Freundes- Bekannten- und Kolleginnenkreises. Durch die Pille habe sich nicht nur das Aussehen verändert, sondern vor allem auch das Gefühlsleben, das Selbstbewusstsein & Co.

Verwunderlich ist das nicht, immerhin ist bekannt, dass Hormone stark die Gefühlswelt beeinflussen. Durch die Pille und die daraus resultierende künstliche Hormonzufuhr, wird der Hormonspiegel schön gleichmäßig gehalten.
Die bisher bereits erforschten Konsequenzen daraus sind:
1. Die Pille ist ein Lustkiller! Warum? Weil der Organismus glaubt, er sei schwanger und somit Sex als "sinnlos" eingestuft wird. (Sorry, Jungs!)
2. Die Pille beeinflusst uns bei der Partnerwahl! Wie? Ohne der Pille würde man tendenziell zu einem anderen Typ Mann greifen. Bevorzugt werden nämlich laut Studien dominante Männer mit einem leichten Macho-Gehabe, sofern die Pille nicht eingenommen wird. Mit Pille greifen Frauen tendenziell eher zu jenen Männern, die ihnen genetisch ähnlicher sind. Die Studie dazu lieferte der Schweizer Claus Wedekind. (Wieder: Sorry, Jungs!)

3. Die Pille baut das Gehirn um! Das hat die Salzburger Biologin Belinda Pletzer mit Hilfe von Kernspin-Aufnahmen herausfinden können. Der Hippocampus und das Kleinhirn (zuständig für Bewegung und Gedächtnis) werden unter Pilleneinfluss merklich größer: "Mich erschreckt es sehr, dass die Pille überhaupt einen so massiven Einfluss auf den Körper hat", so Pletzer.

Fakt ist: Die Pille hat einen Einfluss auf unseren Körper, unsere Entscheidungen, unsere Gefühlswelt und unseren gesamten Organismus. Und auch wenn das Thema "Pille" noch nicht ansatzweise vollständig erforscht wurde, so steht doch eines fest: "Das Leben fühlt sich mit Pille anders an, als ohne! "

Thema: Verhütung