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Gefährliche Kombi: Pille und Grapefruit!

Stimmt es? Wird die Wirkung der Antibaby-Pille durch den Grapefruit-Inhaltsstoff Naringenin negativ beeinflusst ? Wir haben Experten gefragt.


Gefährliche Kombi: Pille und Grapefruit!

Vorsicht bei Grapefruits, wenn du die Pille nimmst

© iStockphoto

Der Saft der Grapefruit ist ein bemerkenswerter. Also: nicht nur, weil es dir nach dem Genuss alles zusammenzieht und Aquaplaning auf der Zunge herrscht, weil der Zitrussaft so sauer ist.

Nein. Etwa vor 27 Jahren entdeckten Mediziner, dass Grapefruitsaft offenbar in der Lage ist, die Wirkung von Medikamenten zu beeinflussen. Einen Effekt, den übrigens andere Zitrusfrüchte wie Orangen oder Zitronen nicht haben. In manchen Ländern wird deshalb auf den Beipackzetteln der betroffenen Medikamente vor der Kombination mit Grapefruits gewarnt. In Österreich ist das nicht immer so.

Grapefruitsaft und seine Wirkung mit der Antibaby-Pille

Vor allem die Wirkung der Antibaby-Pille auf den weiblichen Körper wird durch den Konsum von Grapefruits negativ beeinflusst. Konkret geht es um das in der Zitrusfrucht enthaltene Bioflavonoid Naringin, das auch für den typischen Bittergeschmack verantwortlich ist. Im Darm wandelt sich das Naringin in Naringenin (der Unterschied liegt im Detail). Das Naringenin wieder hat hemmende Wirkung auf die Enzyme, die im Darm Wirksubstanzen von Medikamenten abbauen.

Klingt alles wahnsinnig kompliziert, im Endeffekt bedeutet es: es gerät mehr von den Stoffen in deine Blutbahn, die Wirkung der Arzneimittel erhöht sich also.

Betroffen sind leider lauter starke Medikamente, von denen man eigentlich nicht zu viel im Blut haben möchte: Herz-, Krebs- und Asthma-Pillen, Antidepressiva und Potenzmittel.

Während sich bei den meisten Medikamenten die Wirkung erhöht, verringern Grapefruits ausgerechnet die Wirkung der Pille. Während also die Verhütung damit geschwächt wird, erhöht sich der Spiegel des Wirkstoffs Estradiol (Östrogen) im Blut. Ist aber der Östrogenspiegel stark gehoben, dann steigt auch das Risiko einer Thrombose.

Solltest du deshalb völlig auf Grapefruitsaft verzichten, wenn du die Pille einnimmst? Entgegen älterer Meinungen: Nein. Allerdings sollten Patienten, wenn sie etwa um 8 Uhr morgens ihre Medikamente einnehmen, unbedingt bis Mittag warten, ehe sie ein Glas Grapefruitsaft trinken. Mit einem Wort: etwa 4 - 5 Stunden sollten zwischen Pillen-Einnahme und Grapefruit-Genuss vergehen.

Thema: Verhütung