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Pille? Ohne mich!

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Hormone sind in Verruf geraten. Sie sollen Lustlosigkeit und erhöhtes Thromboserisiko verursachen. Deshalb verzichten immer mehr Frauen auf die Pille. Doch ist das Misstrauen berechtigt? Wir haben Leserinnen und Ärzte befragt.


Wir verzichten auf die Pille © Bild: Stefan Gergely

Annemarie Harant, 31

DIE START-UP GRÜNDERIN LEBT SEIT FÜNF JAHREN OHNE PILLE.

Deshalb habe ich die Pille abgesetzt:
Seit fünf Jahren nehme ich keine Hormone mehr, davor habe ich sie zehn Jahre hindurch genommen. An sich habe ich sie immer sehr gut vertragen. Nur hatte ich fast jeden Monat drei Tage Migräne anstatt der Regelschmerzen. Aber als ich mit meiner Kollegin das Start-Up Erdbeerwoche gegründet habe, das sich mit der Regel, den damit zusammenhängenden Tabus und nachhaltiger Frauenhygiene beschäftigt (erdbeerwoche.com), wollte ich natürlich auch wissen, wie sich meine eigene Regel anfühlt und was ein richtiger Zyklus bedeutet.

Das hat sich verändert:
Die Blutung war sofort wieder regelmäßig, aber es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich wieder schöne Haut hatte. Auch Schmerzen habe ich wieder, aber die sind absolut erträglich. Es war definitiv die richtige Entscheidung, weil ich meinen Körper jetzt viel besser kenne, mich besser in ihn reinfühlen kann.

So verhüte ich seither:
Ich beaobachte meinen Zyklus mit HIlfe einer App, die wir entwickelt haben (Zyklus-App der Erdbeerwoche). Wann immer es gefährlich ist, verhüten wir mit Kondom. Ich bin da sehr vorsichtig, da zur Zeit kein Kind geplant ist. Aber sollte es trotzdem passieren, wäre das keine Tragödie.

So sieht es mein Parnter:
Mein Freund, mit dem ich mehr als zehn Jahre zusammen bin, steht voll hinter mir. Er findet es gut, dass ich keine synthetischen Hormone mehr nehme.