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Pille? Ohne mich!

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Hormone sind in Verruf geraten. Sie sollen Lustlosigkeit und erhöhtes Thromboserisiko verursachen. Deshalb verzichten immer mehr Frauen auf die Pille. Doch ist das Misstrauen berechtigt? Wir haben Leserinnen und Ärzte befragt.


Wir verzichten auf die Pille © Bild: Stefan Gergely

Franziska Kolbe, 47

DIE PERSÖNLICHKEITSTRAINERIN SPÜRT IHRE FRUCHTBAREN TAGE.

Deshalb habe ich die Pille abgesetzt:
Ich habe die Pille mit Unterbrechungen fast zwei Jahrzehnte genommen, da gab es gar keine Probleme. Einmal hatte ich eine Hormonspirale, mit der habe ich mich nicht gut gefühlt. Aber mit Mitte 30 wollte ich meinen Körper wieder stärker spüren und mich voll und ganz als Frau fühlen.

Das hat sich verändert:
Es hat etwa zwei Jahre gedauert, bis mein Zyklus wieder ganz regelmäßig war und ich einen guten Kontakt zu meinem Körper hatte. Mittlerweile spüre ich ganz genau, wann ich meine fruchtbaren Tage habe. Das lässt sich durch den Ausfluss, das Ansteigen der Lust und den Eisprung gut erkennen.

So verhüte ich seither:
An gefährlichen Tagen verwenden wir ein Kondom. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei mir nicht mehr sehr hoch ist, es wäre möglich. Das wäre zwar keine Katastrophe, ist aber nicht geplant. Ich habe auch schon zwei Kinder.

So sieht es mein Partner:
Mein Lebensgefährte ist mit mir auf einer Wellenlänge. Mein früherer Partner war nicht so begeistert von meiner Entscheidung. Er hat zwar notgedrungen mitgemacht, das Risiko einer weiteren Schwangerschaft hat ihn aber gestresst. Mich hingegen stresste es, dass die Verhütung allein meine Aufgabe war.