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Pille? Ohne mich!

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Hormone sind in Verruf geraten. Sie sollen Lustlosigkeit und erhöhtes Thromboserisiko verursachen. Deshalb verzichten immer mehr Frauen auf die Pille. Doch ist das Misstrauen berechtigt? Wir haben Leserinnen und Ärzte befragt.


Wir verzichten auf die Pille © Bild: Stefan Gergely

Samia Azzedine, 30

DIE WERBETEXTERIN SETZTE DIE PILLE NACH EINER LUNGENEMBOLIE AB.

Deshalb habe ich die Pille abgesetzt:
Ich habe zwei Jahre lang die Pille genommen. Im Sommer 2013 hatte ich dann eine Lungenembolie, seither darf ich gar nicht mehr hormonell verhüten. Man hat sie aber nicht gleich entdeckt. Angefangen hat es mit plötzlichen, stechenden Rückenschmerzen, die immer stärker wurden, ich war ständig beim Arzt. Aber erst als ich mit einer Lungenentzündung ins AKH eingeliefert wurde, ist man draufgekommen.

Ich habe kein genetisches Thromboserisiko und lebe gesund. Deshalb meinten die Ärzte, die Embolie kam höchstwahrscheinlich von der Pille.

Das hat sich verändert:
Ich habe die Pille super vertragen, jetzt habe ich halt wieder Regelkrämpfe. Aber insgesamt habe ich ein besseres Körpergefühl. Durch die Embolie achte ich darauf natürlich auch viel mehr. Das Tragische daran ist, man könnte dadurch auch auf der Stelle tot umfallen. Insofern habe ich echt Glück gehabt.

So verhüte ich seither:
Ich tracke den Zyklus mit einer App und verhüte mit Kondom. Derzeit bin ich Single, da ist das praktisch, weil ich auch gleich vor Krankheiten geschützt bin. Bei richtiger Anwendung ist es auch sehr sicher.