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Pilzinfektion: Das hilft!

Drei von vier Frauen leiden an Candidosen. Wie sie entstehen und was gegen die unangenehmen Pilzinfektionen im weiblichen Intimbereich wirklich hilft.

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Pilzinfektion

Die Vaginalflora kann durch verschiedene Faktoren gestört werden

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Juckreiz und Brennen in der Scheide? Bröckeliger Ausfluss? Unangenehmer Geruch im Intimbereich? Etwa 70 bis 75% aller Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einer Pilzinfektion (vulvovaginale Candidose, kurz VVC). Betroffen sind vor allem junge Mädchen oder Frauen im gebärfähigen Alter. Bei weiteren 40 bis 50% kommt es zu weiteren Infektionen. Frauenärzte sprechen dann von rezidivierender VVC (RVVC). Das ist dann der Fall, wenn die Pilzinfektion mindestens vier Mal pro Jahr auftritt.

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Was ist die Ursache für eine Pilzinfektion? Eine vulvovaginale Pilzinfektion wird meistens durch Candida albicans, seltener durch eine andere Candidas-Spezies hervorgerufen. Diese Keime kommen beim Großteil aller gesunden Menschen vor allem auf den Schleimhäuten in Mund und Rachen, im Genitalbereich sowie im Verdauungstrakt vor und verursachen meist nur dann Krankheitserscheinungen, wenn die Immunabwehr geschwächt und die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist.

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Welche Symptome habe ich bei Pilzinfektion? Achte auf veränderten Ausfluss. Scheidensekret hält die Scheide feucht, reinigt und schützt sie vor Krankheitserregern. Normaler Ausfluss ist durchsichtig bis milchig-weiß und fast geruchlos. Leichte Veränderungen von Ausflussmenge und -beschaffenheit sind dabei im Laufe des Zyklus ganz normal. Während des Eisprungs ist der Ausfluss stärker, glasiger, "spinnbar" und dünnflüssiger. In anderen Zyklusphasen ist er eher weißlich und zäher. Auch vermehrter Ausfluss muss kein Grund zur Sorge sein – sexuelle Erregung, Schwangerschaft und die Pille verstärken den Ausfluss. Verändert er sich allerdings deutlich in Farbe, Beschaffenheit und Geruch, kann das ein Krankheitssignal sein, das man sehr ernst nehmen sollte.

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Welche Faktoren begünstigen Candidosen? Leider eine ganze Menge. Dazu zählen Antibiotika zur Behandlung anderer Infektionskrankheiten, Stresssituationen, Urlaubsreisen, allgemein erhöhte Infektanfälligkeit oder hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft oder Pubertät. Problematisch sind auch Hallenbadbesuche, Schaumbäder, Intimpflegeprodukte, duftendes Toilettenpapier oder parfümierte Slipeinlagen, Weichspüler für die Wäsche etc., die eine Austrocknung und Reizung der Scheidenschleimhaut begünstigen. All diese Faktoren können bewirken, dass der normalerweise saure pH-Wert in der Scheide, der eine gesunde Balance des Scheidenmilieus gewährleistet, stark ansteigt. Dadurch wird das Wachstum von Krankheitserregern gefördert.

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Wie helfen Scheidenkapseln? Herrscht in der Scheide ein saures Milieu, ist eine ausreichende Anzahl von Milchsäure produzierenden Bakterien (Laktobazillen) vorhanden. Diese verdrängen unerwünschte Keime wie Candida albicans. Die vaginale Verabreichung der probiotischen Keime in Form von Scheidenkapseln bietet empfindlichen Frauen einen Schutz vor Scheideninfektionen. Auch die Heilung einer bereits bestehenden Infektion wird durch die Wiederherstellung eines günstigen Scheidenmilieus unterstützt und beschleunigt. Bei milden Beschwerden kann die alleinige Gabe der Scheidenkapseln ausreichen, bei stark ausgeprägten Infektionen ist die Kombination mit einem antimykotisch wirksamen Medikament erforderlich.

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Was bewirken Laktobazillen? Die vaginale Verabreichung von probiotischen Keimen (Laktobazillen), die die Vaginalflora wieder aufbauen und in der Lage sind, Wachstum und Anhaften von Pilzen an der Scheidenschleimhaut zu hemmen, ist eine sinnvolle therapeutische Intervention um RVVC zu verhindern. So haben mehrere Studien gezeigt, dass der sehr aktive Milchsäurestamm Lactobacillus Casei Rhamnosus (LCR35) den vaginalen pH-Wert normalisiert und dank der Erzeugung verschiedener bakterizider Substanzen imstande ist, das Wachstum von pathogenen Keimen zu hemmen.