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Pink: "Ich fühle mich wie 17!"

Zwei Jahre wollte sie nur "Kuchen essen und dabei fett werden." Davon ist bei der akrobatischen Show der Neo-Mami, die sie am 9. Mai auch in die Wiener Stadthalle bringt, allerdings nichts mehr zu bemerken!

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Pink: "Ich fühle mich wie 17!"

Nach der Karenz ist Pink für ihre Tournee in Top-Form.

© 2012 Getty Images

Sie waren immer ein bisschen wie Teenager: Pink, das schräge Pop-Punk-Girl und Carey, der von Kopf bis Fuß tätowierte Biker. Ob die Sängerin den Profirennfahrer nun mitten im Race mit dem Schild "Will you marry me?" stoppte, oder ob die beiden vergnügt dem Whisky zusprachen und dann stritten, dass die Fetzen flogen. Gar nicht erwachsen reagierte Pink auch auf die Trennung 2008: Sie malträtierte im Video "So What" mit der Kettensäge einen Baum, in den der Name des Gatten eingeschnitzt war. Und lud diesen sogar ein, sich von ihr vor laufender Kamera beschimpfen zu lassen und Carey machte mit! Reinste Teenie-Romantik war dann die Wiedervereinigung der beiden, wie die Sängerin verriet. In seinem Club in Las Vegas überreichte sie ihrem Ex auf der Bühne ein Fotoalbum, an dem sie monatelang gebastelt hatte "mit allen Kärtchen, die er mir je gegeben hat, dazu Fotos aus all unseren gemeinsamen Jahren. Auf der vorletzen Seite von mir mit durchgeschnittener Kehle und Blut überall. Daneben stand: 'Das bin ich ohne dich'. Auf der letzten Seite war ein Babyfoto mit dem Text 'Der Rest ist ungeschrieben ...' Die Scheidungspapiere, die nie unterzeichnet worden waren, lagen dahinter."
Das Baby, für das sich Carey Hart dann entschied, kam im Juni 2011, doch das Mutterdasein macht die heute 33-Jährige offensichtlich auch nicht viel "erwachsener": "Ich bin alberner als vor zwei Jahren", sagt sie und turnt bei ihrer Show zum neuen Album "The Truth About Love" top-durchtrainiert im knappen Zweiteiler auf der Bühne herum. Mit dabei auf großer Tour: Carey und Töchterchen Willow. Wie sich das Familienleben gestaltet, erzählte uns Pink im großen Interview.

WOMAN: Wie fühlen Sie sich nach der Babypause, wieder voll im Popgeschäft?

Pink: Als wäre ich zwei Jahre auf einem Schiff gewesen und würde jetzt wieder Land betreten. Bei meinem ersten Auftriit konnte ich keinen einzigen Text mehr.

WOMAN: Was tut man in dem Fall?

Pink: Ich habe natürlich verzweifelt meine Background-Sänger angeschaut, aber die grinsten nur zurück. Also versuchte ich einfach, wieder irgendwo einzusteigen. Gott sei Dank nehme ich mich nicht zu ernst.

WOMAN: Ist Ihnen das Tourleben abgegangen?

Pink: Nein! Ich habe ein Baby gebastelt, habe Kuchen gegessen, bin fett geworden, und nein (lacht), mir ging´s total gut. Aber es ist fein, wieder da zu sein.

WOMAN: War der Wiedereinstieg mit Baby schwer?

Pink: Gar nicht. Kindergartentante muss ein sehr stressfreier Beruf sein (lacht)! Ich habe mit den Aufnahmen für mein neues Album gewartet, bis Willow zirka sieben Monate alt war, und dann war sie die ganze Zeit bei mir im Studio. Papa war daheim, um sie zu baden und alles war absolut perfekt. Es hat sich herausgestellt, dass man keine Flasche Whisky trinken muss, um einen Song zu schreiben.

WOMAN: Angeblich spielt Ihre Tochter ja auch schon Instrumente?

Pink: Sie ist sehr brutal und haut gerne auf Dinge drauf. Im Studio hat sie die Glocken malträtiert und wir haben es aufgenommen, hoffentlich verklagt mich später nicht wegen Kinderarbeit. Sie ist lustig, aber mir ist es egal, wie sie ist. Sie darf sein, wie immer sie will.

WOMAN: Hat sie einen Lieblingssong von Ihnen?

Pink: Ja, die Melodie auf meinem Mobile. Sie versucht immer noch zu begreifen, warum Mami im Telefon ist.

WOMAN: Wem sieht Willow ähnlich?

Pink: Carey, ein Segen.

WOMAN: Von Ihnen hat sie gar nichts?

Pink: Oja, meine Nase! Ich entschuldige mich jeden Tag dafür!

WOMAN: Ihre Show ist sehr artistisch und schweißtreibend. Ist das jetzt, nach zwei Jahren Mutterpause, nicht anstregend?

Pink: Ich kann was aushalten. Ich trainiere viel und fühle mich wie 17. Mein Baby hält mich jung! Ich alberner als vor zwei Jahren. Ich toure mit meiner Familie und habe den coolsten Job der Welt: Untertags spiele ich im Park und abends spiele ich auf der Bühne.

WOMAN: Ist Carey denn ein guter Vater?

Pink: Ein Traum zu sehen, wie er sich jeden Tag mehr in seine Kleine verliebt!

WOMAN: Sie haben Ihr Album "The Truth About Love" genannt. Was ist nun die Wahrheit über die Liebe?

Pink: Keine Ahnung! Der Albumtitel fiel mir beim Text von "Blow Me" ein: "Weiße Knöchel, Schweiß in den Handflächen vom zu vielen Klammern, ich werde heute wieder Kopfweh haben ..." Ich glaube, wir handeln viel zu sehr aus Angst heraus statt aus Liebe und ersticken damit alles Lebendige. Wenn wir nur diese beiden Gefühle zur Verfügung haben, dann wähle die Liebe! Das werde ich immer und immer wieder tun. Deshalb bin ich auch mit diesem Mann zusammen. Es ist eine harte Entscheidung, aber ich treffe sie jeden Tag aufs Neue.

WOMAN: Wieso ist diese Entscheidung so hart?

Pink: Wir kennen uns so gut, dass wir uns auch oft beim Streiten sehr verletzen. Weil wir wissen, wo´s dem anderen weh tut.

WOMAN: Ein Dichter beschrieb Liebe einmal als "freiwillig gewählte Abhängigkeit" ...

Pink: Eine sehr schöne Beschreibung. Obwohl: Wir können ja gar nicht immer wählen, nicht wahr? Wir können uns nicht aussuchen, wen wir lieben. Wenn´ so wäre, wären wir alle sehr glücklich.

WOMAN: In dem Song "True Love" singen Sie " You´re an asshole, but I love you". Beschreibt das die Situation zwischen Ihnen und Ihrem Mann?

Pink: Das beschreibt die Situation zwischen vielen Paaren! Fast jeder, den ich kenne, würde das zwischendurch mal zu einem Partner sagen, mit dem er lange zusammen ist. Es ist doch so: Niemand kann dich so in Rage bringen wie deine Mutter oder dein Lover.

Thema: Hollywood