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... plötzlich bist du Helene Fischer-Fan!

Helene Fischer im Wiener Happel-Stadion: Nicht unbedingt die Veranstaltung, die ich mir rot im Kalender angestrichen hätte. Aber unser Job führt uns eben immer wieder an Plätze, die wir privat vielleicht nicht aufsuchen würden. Das macht ihn so spannend. Eintauchen in eine andere Welt. Dieses Mal eben in eine, die sonst eher auf ORF 2 stattfindet. Ich hab mich gleich mal für die Königsdisziplin angemeldet, bei der „Schlagerqueen“ höchstpersönlich. Von den Besten lernen eben. Diesen Abend am Stundenplan: Schlagerkunde.

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Helene Fischer live
© Anelia Janeva

"Wir vergessen die Zeit, sag mal spürst du das?" - Noch nicht!

Tickets abgeholt und rein ins Stadion. Anfangs noch mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen über all diejenigen, die mit „Helene, wir lieben dich“-Shirts herumlaufen. Ihre Gefolgschaft ist bunt gemischt – Frauen wie Männer, quer durch sämtliche Generationen. Na gut, und wenn man schon einmal da ist, denk ich mir, kann man das Spektakel auch richtig mitmachen. Wird mich schon niemand dabei erwischen. Nach der Vorband heißt es aber noch einmal über eine halbe Stunde warten. Zumindest optisch zeigt sie sich schon, mit einer riesigen Videoshow.

Eine Flüsterstimme haucht aus dem Off durch das Stadion: „Wir vergessen die Zeit, sag mal spürst du das?“ - Noch nicht! - „Heute Abend gehöre ich nur euch!“ - Ja, aber wo bist du denn? Es ist 20:45 Uhr. Das Publikum ist aufgewühlt: Wann kommt sie? Wie? Woher? Fliegt sie von oben runter? Oder steigt sie aus dem Bühnenboden empor? Da schießen Leuchtraketen in die Höhe und während sich der Rauch lichtet, steht sie schon da. Gleich beim ersten Song fegt sie wie ein „Flieger“ durch die Arena, ein „Phänomen“, diese Künstlerin, und dann singt sie neben der imposanten Show auch noch fehlerfrei „Fehlerfrei“. Alle um mich herum singen mit und tanzen. Alle? Ja, auch ich! Spätestens bei Lied Nummer vier fühle auch ich mich „Mitten im Paradies“ – zu „Hundert Prozent“. Sorry für das Song-Dropping, aber eine Fischer-Show ist ein „Feuerwerk“. Okay, okay, ich hör schon auf …

Und dann singt sie auch noch nebenbei ...

Aber ... Verdammt ist die gut! Die Outfits – wow! Mindestens fünf Mal wechselt die 33-Jährige ihre Kostüme. Die Fetzen spielen alle Stückeln: es glitzert, leuchtet – aus einem Kleid fließt sogar ein Wasserfall! Geht hier alles!


Dazu die Choreografien – um 22:34 liegt sie in einem knappen, roten Teil auf einem riesigen Rodeo-Herz. Outfits & Choreografien, das zusammen wäre eigentlich schon Show genug. Und dann singt die auch noch nebenbei … Zwischendurch fährt sie auf ihrem Helene-Mobil eine Runde durch das Stadion. Erinnert mich ein bisschen an den Papst. Passt irgendwie auch, immerhin werden hier Liebe und Glück gepredigt.

Helene Fischer live

Kurz vorm Finale um 22:53 steht neben der Bühne schon das Team der MA48. Ihre Mission: Das Areal wieder von Konfetti, Luftballons und Glitzerschnipsel befreien. Noch ist Helene aber nicht fertig. Vorher will sie noch barfuß im rot-schwarzen Latex-Body mit ihren Fans zu „Achterbahn“ feiern. Dann ist aber wirklich Schluss – schade irgendwie! Jetzt wäre ich gerade voll drin!

Man muss es sehen, um das Phänomen zu verstehen. Wer sich für die Fischer entscheidet, bekommt sie zwei Stunden und 15 Minuten lang. Jetzt ist „La Fischer“ nächste Woche am 11.9. und 12.9. wieder in Wien, um ihre abgesagten Konzerte aus dem Frühjahr nachzuholen. Und wer wird in der Wiener Stadthalle in der ersten Reihe stehen? Ziemlich fix die Verfasserin dieser Zeilen. Übrigens: Für alle die das Zirkus-Musical-Konzert-Schauspiel auch gern mal live erleben wollen – es gibt noch Restkarten! Du lachst? Kannst du wirklich widerstehen, wenn Helene wieder Nebelmaschinen, Pyro-Equipment und Akrobatikstangen auspackt!?