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Polit-Abschied – Claudia Bandion-Ortner im Interview: "Jetzt muss ich einparken lernen"

Zuerst hochgelobt, dann abmontiert: Nach zweieinhalb Jahren im Justizministerium musste die frühere Bawag-Richterin ihren Polit-Ausflug vorzeitig beenden. In WOMAN spricht sie über Missverständnisse & warum sie jetzt vieles mit Humor nimmt.


Polit-Abschied – Claudia Bandion-Ortner im Interview: "Jetzt muss ich einparken lernen"
© Ernst Kainerstorfer

„Das ist mein letztes Interview“, begrüßt uns Claudia Bandion-Ortner mit einem Lächeln. Erleichtert sieht sie aus – und frisch. „Ich gehe jeden Tag walken.“ Und deutet auf ihre Stammstrecke, die vorbei an unserem Treffpunkt führt. Der Hochramalpe in Gablitz bei Wien.

„Es ist schön, wieder einmal Freizeit zu haben. In den vergangenen vier Jahren hatte ich davon nicht viel. Zuerst die 100-Stunden-Woche im
Bawag-Prozess, dann ein ähnlich hohes Pensum in der Politik.“

Entspannt lehnt sich die 44-Jährige auf der Holzbank zurück, genießt die Sonnenstrahlen und lässt für WOMAN ihre Zeit als Justizministerin Revue passieren: von ihrem Missgeschick mit der Busspur und dem Stress mit dem richtigen Outfit bis zu den Feinden, die sie zu Fall brachten.

WOMAN: Mit dem Abgang von Josef Pröll war auch Ihr Polit-Ende besiegelt. Bei der Amtsübergabe Mitte April haben Sie geknickt gewirkt. Richtig gesehen?

Bandion-Ortner: Natürlich war das kein Tag zum Jubeln, aber ich bin auch nicht in eine Depression verfallen. Im Gegenteil, ich habe am selben Abend noch einen netten Grillabend bei uns zuhause organisiert.

WOMAN: Also froh, dass die 27 Monate Politik vorbei sind?

Bandion-Ortner: Ich seh’s mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Weinend, weil ich sehr viele gute Projekte fix und fertig im Schubladl hab. Da bin ich natürlich enttäuscht, dass ich die nicht mehr umsetzen kann. Lachend, weil ich eben wieder Zeit habe, um ein Buch zu lesen, zuhause zu kochen, das Haus zusammenzuräumen.

WOMAN: Und zum Abendessen mit der Familie da zu sein?

Bandion-Ortner: Darüber freuen sich mein Mann und mein Sohn. Obwohl sich Bodo, 8, schon darüber beschwert hat, dass ich jetzt viel genauer bin. Weil ich die Hausaufgaben kontrollieren will und mit ihm üben möchte.

WOMAN: Gibt’s auch etwas, das Sie bereits jetzt aus Ihrer Ministerinnen-Zeit vermissen?

Bandion-Ortner: Ich muss jetzt wieder einparken lernen, weil ich das Autofahren überhaupt nicht mehr gewohnt bin. Und in der Stadt war es schon angenehm, sich keinen Parkplatz suchen zu müssen. Es wird auch eine Umstellung werden, als Richterin kein Team mehr zur Verfügung zu haben, sondern Einzelkämpferin zu sein.

LESEN Sie das gesamte Interview mit Claudia Bandion-Ortner in WOMAN 10/2011!

Interview: Katrin Kuba